„… die Bäume schlagen aus!“ – Kurzanleitung Baumbau

Nun, bekanntlich schlagen die Bäume ja im Mai aus … heißt es in einem fröhlichen Lied, das auch schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat … könnte aber auch wie hier im Beitrag durchaus im März schon sein, Klimawandel sei Dank!

Letztlich bin ich schon öfter gefragt worden, wie ich Bäume für meine Module (und andere, wie hier im Beispiel mal wieder) baue, und konnte eigentlich immer nur mit den Fotos der fertigen Bäume aufwarten. So habe ich also diesmal immer grob die Arbeitsschritte mitfotografiert, damit ich da mal etwas zeigen kann. Auch keine Details … denn die unterscheiden sich sicherlich von Baum zu Baum. Die meisten Bilder sind an meinem „Werktisch“ entstanden … und sicher nicht optimal. Aber als Erklärung reicht es hoffentlich.

Konkret geht es um einen Laubbaum … genauer: Es soll eine Eiche sein. 

Bild 1

Erster Schritt ist das Erstellen eines Rohlings aus Draht. Ich nehme dazu in der Regel 0,3 oder 0,4mm Draht, wie es ihn im Baumarkt (zum Basteln oder Blumenbinden) gibt. Für die Baugröße H0 finde ich den genau passend – dickerer Draht schafft natürlich mehr „Volumen“ beim Stamm und dicken Ästen, ist aber m.E. zu dick, wenn es um kleinere Äste und Zweige geht. Für meine, hier vorgestellte Methode muss der Draht lötbar sein – darf also keine Kunststoffbeschichtung oder sowas besitzen.

Aus diesem Draht werden entsprechend dem Vorbild bzw. dem gewünschten Aussehen des Modellbaums dann Drähte bzw. Drahtbündel entsprechender  Länge miteinander verdrillt. Ich beginne dabei immer an der Wurzel und arbeite mich in die Höhe, wobei dann entsprechend verzweigt wird (also kleinere oder größere Drahtbündel „abzweigen“ und Äste bzw. Zweige bilden, bis zum Schluss nur noch ein Draht übrig bleibt als Zweig).

Einen Teil der Drähte verdrille ich zu einem „Spieß“, mit dem der fertige Baum hinterher befestigt werden kann (bei größeren, schwereren Bäumen lohnt es sich, stattdessen einen dickeren Draht oder sogar eine nicht zu dicke Gewindestange einzuarbeiten). Die übrigen Drähte enden entweder auf Höhe des Erdbodens oder man formt aus ihnen (wie hier bei der Eiche) eine sichtbare Wurzel.

Wenn alles soweit passt und verdrillt ist, verlöte ich den Rohling. Das dient zum einen der Stabilität, zum anderen überdeckt das Verlöten schon ein wenig die deutlich sichtbare Verdrillung“, die es ja so in der Natur eher selten gibt 😉 …

Bild 2

In Bild 1 hatte sich schon (m)ein Mittel der Wahl zum Modellieren des Stammes und der dickeren Äste mit in’s Bild geschlichen, in Bild 2 kam selbiges schon zum Einsatz in einem ersten Durchgang.

Für diesen Schritt nehme ich Betonfarbe von Heki (siehe Bild 2), gemischt mit Acryl-Texturpaste (bei mir von Dahler-Rowney) – das Ganze sollte im ersten Schritt eine zähe, aber nicht zu zähe Masse ergeben, mit der man den Stamm und dickere Äste einstreicht, bis sie genügend dick werden.

Kleinere Äste und Zweige streiche ich hingegen nur mit der Heki-Farbe ein – die sollen ja nicht zu dick werden.

Auch hier sollte man wieder schauen, dass die Struktur der Verdrillung nach Möglichkeit verschwindet oder nur noch dort sichtbar ist, wo sie später eh durch Laub verdeckt wird. Gegebenenfalls muss man hier nach Trocknung der ersten Schicht auch noch einmal ran und hier und dort etwas nachbessern. Auch noch metallisch glänzende Stellen sollte man tunlichst noch überstreichen – nichts sieht komischer aus, als wenn dann beim fertigen Baum zwischen dem Laub der Draht hindurchblinkt … 

Warum ich diese Masse verwende? Nun, sie ein wenig elastisch – man kann also die Äste ruhig hinterher noch verbiegen. Zum Zweiten ist die Masse grau … wenn doch mal etwas aufreißt beim Biegen (ist mir bisher nur bei Versuchen passiert, bei denen ich das auch wollte), sieht man nicht irgendwelche Farben, die da rein optisch gar nicht passen. Und zu guter Letzt kann man die Paste recht gut texturieren – sagt ja schon der Name „Acryl-Texturpaste“. Das hilft uns im nächsten Schritt ungemein.

Bild 3

Im nächsten Schritt rühren wir nochmal eine Hekifarben-Texturpasten-Mischung an. Nicht zu dick, aber auch nicht zu dünn … da muss man ein wenig ausprobieren.

Damit pinseln wir den Stamm und dickere Äste noch einmal ein, und wenn die Masse ein wenig eindickt, ritzen wir die Rindenstruktur des Baumes ein (wenn man natürlich einen Baum nachbildet, der eher glatt ist, kann man sich diesen Schritt sparen).

Ich habe mir dazu aus einem ausgedienten Pinsel ohne Haare (die letzten habe ich ausgerupft) und ein paar dünnen (0,3mm) Federstahldrahtstücken ein Werkzeug gebastelt, quasi eine „Mikro-Drahtbüste“. Damit fahre ich in Wuchsrichtung des Stammes bzw. des Astes leicht durch die vorher aufgebrachte Paste. Zwischendrin wird man dann und wann das Werkzeug säubern müssen (auswischen oder in einem Wasserglas waschen).

Wenn sich dabei keine richtige Struktur bildet, muss man noch etwas warten, bis die Masse etwas eindickt …

Bei diesem Schritt streiche ich auch immer nur Stücke des Stammes bzw. dicker Äste ein und bearbeite sie. Ist ein Teil fertig, kommt das nächste Stück an die Reihe – die Masse bleibt lange genug verarbeitbar.

Bild 4

In Bild 4 sieht man aus der Nähe den Bereich des unteren Stammes bzw. den Übergang zu den Wurzeln, die natürlich auch entsprechend modelliert werden.

Man kann natürlich auch mit der angerührten Masse die Überbleibsel von abgebrochen Ästen am Stamm usw. nachbilden …  

Bild 5

Entsprechend des Vorbilds heißt es nun, die richtigen Farben an den Baum zu bringen. Auch wenn man denkt, dass die hölzernen Teile eines Baumes braun sind, erkennt man bei entsprechender Beobachtung, dass es meist eher ein Graubraun ist. Ich versuche dabei, die (zu helle – wenn man nicht gerade an einer Birke arbeitet) graue Grundfarbe im jetzigen Zustand schon als Basis zu nehmen und dann entsprechend weiter zu machen …

Bei strukturierten Rinden (wie hier) kommt auf jeden Fall ein dunkles Washing (ich nehme lieber Dunkelgrau statt Schwarz) zum Einsatz, gegen Schluss der Farbgebung kommt eine passende, hellere Farbe im Drybrush-Verfahren dazu.

Kleinere Äste haben in der Regel eine etwas andere Farbe als dicke Äste und Stamm, auch das sollte man berücksichtigen.   

Bild 6

Bild 6 zeigt im Vergleich mit Bild 4 wieder den unteren Stamm und einen Teil der Wurzel, diesmal aber bereits mit etwas Farbe und einem leichten Washing in den Vertiefungen der Rinde.  

Bild 7

So langsam kommen wir schon zum Schluss unserer Färbereien. Irgendwann muss man ja auch wieder aufhören …

Im Falle der Eiche habe ich im unteren Bereich des Stammes noch mit ein wenig Moosgrün gearbeitet. Wer will, kann auch noch mehr Moss und vielleicht Flechten nachbilden (man findet da – in der Regel wohl eher für größere Maßstäbe interessant – interessante Vorschläge, das quasi mit Spritztechnik wie damals in der Schule zu machen). 

Bild 8

Mit Bild 8 kommt nun ein Portraitfoto des jetzt fertigen Rohlings vor einem weißen Hintergrund. Man sieht hier in etwa die spätere Struktur des Baumes – es ist aber – wie schon geschrieben – durch die verwendete Acrylmasse durchaus möglich, Zweige und Äste noch in Form zu biegen. 

Bild 9

An die kleinen Zeige kommen nun kleine „Wölkchen“ aus Belaubungsflies (hier von Heki). Je nach Vorbild, eigenen Vorlieben, … gibt es da ja viele Materialien, die man verwenden kann. Bei Belaubungsfliesen wie dem hier verwendeten lasse ich die Zweige eher länger, um den „Wölkchen“ Halt und Form zu geben, bei Nutzung von MiniNatur-Laub können die Zweige etwas kürzer sein, weil das Material selbst unflexibler ist und eher von selbst in Form bleibt.

Je nach Belaubungsmaterial muss man ggf. sichtbare „Haare“ (also das Material des Flieses, auf das dann Blätternachbildungen oder Schaumstoffflocken aufgebracht wurden) noch mit einer Schere abschneiden, da es sein kann, das solche beim Zupfen des Flieses (um es in „Wölkchenform“ zu bekommen) auch ohne viel Laub zur Seite herausstehen. 

Echte Freaks können natürlich auch mit statischem Gras in verschiedenen Längen und losem Laub arbeiten … das ist nicht so meines und ich habe nach ein paar Versuchen wieder fertiges Belaubungsmaterial genommen.

Ganz am Schluss kommt noch ein Hauch matter Klarlack über den fertigen Baum, um dem ganzen Laub wirklich Halt zu geben. 

Gießerei „Hagen&Hagen“ (17) – lang ist’s her!

Fofftein!

Nein … nix mit Pause. Ok … weiß jetzt vermutlich nicht jeder, aber „Fofftein“ ist plattdeutsch, bedeutet Fünfzehn (in Zahlen: 15) und bedeutet außerdem, wenn etwa von einem Vorarbeiter gerufen, dass nun circa fünfzehn Minuten lang Pause ist. Das war zum Beispiel oft im Hamburger Hafen zu hören … als der noch so ein richtiger Hafen mit vielen Arbeitern war.

So genug gelernt für heute!

Hier heißt „Fofftein!“, dass es diesmal sage und schreibe fünfzehn Fotos in einem Beitrag zu sehen gibt. Das hat man auch nicht alle Tage … gab’s hier im Blog wohl auch noch nie, glaube ich.

Und mit dem Ganzen will ich jetzt einfach nur davon ablenken, dass ich hier seit letztem April nicht mehr über die Gießerei berichtet habe.   

Bild 1: Endlich eine Idee – oder eher ein Prototyp? – für eine passende Eingangstür

Also frisch an’s Werk. Es war ja schon zu lesen (damals war’s …), dass die ursprünglich geplante Tür nicht so recht zum Eingang in ein Fabrikgebäude passen wollte. Also habe ich mal wieder mit PS-Streifchen und ein paar geätzten Fensterchen gefrokelt und eine Tür gebaut. Passt so, finde ich.

Bild 2: Sieht doch ganz manierlich aus, vor allem in Farbe!
Bild 3: Und die Größe passt wohl auch

Mit der nun vorliegenden Tür konnte ich mir dann auch weitere Ideen durch den Kopf gehen lassen, wie es wohl im Gebäude aussieht. Ergebnis war das in Bild 5 zu Sehende – zumindest im oberen Stockwerk können straßenseitig auch noch Büroräume sein, daher gibt es dort nun auch noch Fenster.

Bild 4: Langsam kommt Struktur in die Wand

Sieht man in Bild 4 noch schön, dass ich beim Abmessen für den Ausschnitt für die Eingangstür nicht aufgepasst habe, kann man in Bild 5 erkennen, welchen Vorteil das Verputzen mit sich bringt. Es breitet quasi den Mantel des Schweigens über viele solcher „Schnitzer“ (im wahrsten Sinne des Wortes) … 

Bild 5: Das Verputzen beginnt!
Bild 6: Und auch die Giebelseite kommt an die Reihe …

Während es von der Straßenseite des Gebäudes von Anfang an schon Ideen, dann Zeichnungen und zu guter letzt sogar eine Art Plan gab, war die Hofseite bisher eher „unentdecktes Land“ … oder eher die „dark side of the moon“. Also musste da mit den Fixpunkten Aufzugturm und späteres Silo mal ein wenig nachgelegt werden.

Bild 7: Für die „Rückwand“ gab es bisher noch keine rechte Idee und erst recht keinen Plan – nach ein wenig Herumüberlegen und Probieren, sieht sie nun so aus …

Insgesamt wird die Hofseite etwas einfacher gehalten. Sieht man ja nicht von der Straße … also nicht gerade das Aushängeschild. Auch hier ist inzwischen Putz auf der Wand (aber der ist noch nicht versäubert in Bild 8) …

Als nächstes wollte ich ausprobieren, ob sich meine Ideen zum Aufzugturm machen lassen, wie ich das geplant habe … also ging’s mal los mit Farbe auf der geprägten, babyblauen Wand. Sieht doch gleich besser aus!

Bild 8: Zwar war der Aufzugturm nicht Pink, aber das Babyblau war auf die Dauer doch nicht das Wahre, oder?

Der Aufzugturm soll ja Ziegelwände mit einem Stahlfachwerk erhalten. Selbiges ist wieder aus PS-Stäben – und die Knotenbleche sind aus passend zugeschnittenem Cinefoil entstanden, in das mit einer Nadel von der Rückseite Niete eingeprägt wurden.

Ja, sowas macht man heute mit Lasercut oder so … ist feiner, genauer, schneller … Ich habe aber keinen Lasercutter und wenn ich für den Aufzugturm erstmal alles zeichnen muss … ne, da war ich vermutlich so mindestens ebenso schnell.

Bild 9: Stahlfachwerk aus Polystyrolstäben und … TADAAA! … Cinefoil!
Bild 10: Erste Anprobe …

Drei Seiten des Aufzugturms werden also eine entsprechende Fachwerkstruktur bekommen. Die vierte ist die, wo er an das vorhandene Gebäude angebaut wurde. Da sieht man die nicht. Hilft mir ungemein …

Bild 11: Drei Seiten fertig …
Bild 12: Und das Ganze wird dreidimensional …

Nach dem Zusammenkleben der drei Teile die spannende Frage: Hat der Harald auch nicht geschlampt? Der Turm besteht ja immerhin schon aus dem PVC-Hartschaum-Kern und einer Schicht geprägtem PS darauf … viel Potential, etwas zu verschlampen, wie ich finde.

Bild 14 beweist: Kann so bleiben. Es passt, wackelt und hat – oh Wunder! – recht wenig Luft. So soll es sein.

Bild 14: Aufzugturm im Korsett!

Im letzten Bild des heutigen Beitrags („Fofftein!“) ist das Fachwerk mit Lackspray grundiert und mit einem Hauch Weißleim hier und da am Ziegelmauerwerk befestigt. Passt noch immer … wundert mich auch immer noch sehr. Ehrlich!

Bild 15: Und passt sogar wie angegossen!

Jetzt muss wohl auch das Fachwerk noch ein wenig Farbe bekommen. Zu ranzig darf so ein Aufzugturm ja nicht sein, aber es ist halt auch nur ein Arbeitsgerät …

Und währenddessen denke ich mal darüber nach, wie die „Aufzugtür“ genau aussehen wird. Die Spannung steigt … 

Zwischendrin … noch’ne alte Hütte

Nein … keine Wiederholung wie im Fernsehen. Die nächste Hütte ist entstanden … ebenso eine alte Hütte … und auch hier müsste wohl mal wieder aufgeräumt werden.

Als nächstes sollte ich echt mal wieder was an der Gießerei tun und hier berichten … glaube ich …

Aber auch diese Hütte ist eine „Bezahl-Naturalie“ … ich hoffe jedenfalls, dass sie als solches angenommen wird.

Zwischendrin … mit dem Cabrio in’s Grüne!

Ein wenig Fummeln zwischendrin? Da fiel mir ein Opel Olympia-Cabrio in die Finger – also: Das Modell, jetzt im Programm von Busch (früher m.E. Praline).

Das Fahrzeug ist ja recht nett, aber man kann da doch ein wenig was machen …

Als erstes fällt – klar, das Dach ist offen! – der Blick auf viel zu dicke „Panzerglasscheiben“. Die müssen weg. Sie sind gottseidank aus einem Stück, das bei der Demontage des Autos von selber herauspurzelt. Ersatz entsteht durch passend zugeschnittene Stücke von klarem Verpackungsmaterial. Eine rechte Fummelei, aber ich denke: Es ist allemal besser als vorher!

Dann braucht es geeignete Figuren. Auch hier kam wieder der Junior mit Ideen und half suchen … die begeisterte Beifahrerin ist seine Idee!

Zusammen mit dem Fahrer kam dann noch ein feineres (Lasercut-) Lenkrad in’s Auto. Und ein geätzer Außenspiegel … und Scheibenwischer. Blinker (die hat angenommenermaßen schon jemand nachgerüstet) und Rückleuchten bestehen aus einem Tupfer Weißleim, der nach dem Aushärten dann passende Farbe bekam (das ganze Auto aber vorher eine klare Mattlackierung und anschließend etwas Patina mit Acrylfarben und Pigmenten).

Zuletzt mussten die an die Stoßstangen angespritzten Kennzeichenhalter weggeschnitten werden – die ausgedruckten Kennzeichen kommen dann einfach an die Stoßstangen.

Lisa ist aufgeregt – ihr Karli will mit ihr in’s Grüne fahren!

Das Auto wird irgendwann die Straße entlangbrausen … und die Beifahrerin einer Bekannten am Straßenrand etwas zurufen.

So soll es sein …

Gießerei „Hagen&Hagen“ (16) – ein Traum in Himmelblau und Weiß

Nach längerer Zeit – u.a. Covid sei Dank! – ein kleiner Fortschrittsbericht. Nicht ganz ausführlich und in allen Details, aber so als Anhaltspunkte … wenn ich später mal wissen möchte, was ich wie gemacht habe!

Bild 1: Der Bereich der Hofeinfahrt ist der spannendste … hier müssen die Abstände, aber auch die Architektur einfach passen

Weiter geht es an der Gießerei … das Gebäude entlang der Querstraße – angenommen mit Büros und Werkstätten für „kleine Sachen“ – soll entstehen. Es gibt ein Tief- und ein Hochparterre (mit Werkstätten) und einen ersten Stock, in dem sich Büros befinden. Zur Hofeinfahrt hin gibt es einen kleinen Anbau, in dessen Erdgeschoss sich kleine Räumlichkeiten für einen Pförtner befinden. Die ganze Herrlichkeit halbwegs repräsentativ, aber nicht zu sehr … 

Der erste Teil des „Fundaments“ entsteht klassisch aus einer 1mm starken Polystyrolplatte und PS-Profilen, um auf die Höhe des Fußwegs bzw. Hofes zu kommen. Die Wände haben wieder eine Basis aus PVC-Hartschaum.

Was ich schon länger einmal ausprobieren wollte ist das „Stanzen“ von Ziegelumrissen in dünnes Styrodur. Es ist eine lausige Arbeit mit einem modifizierten Pinsel (ein 2-er Flachpinsel, mit Zangen und Feilen in Form gebracht passt ganz gut) … jetzt weiß ich wieder, warum ich bei den Hofmauern dann auf die Teile von Auhagen umgeschwenkt bin.

Bild 2: Mit dem modifizierten Pinsel immer am Lineal entlang …
Bild 3: Stunden … Tage … Wochen später!

Letztlich bekommt man mit der Technik halbwegs unregelmäßige Ziegel im Läuferverband zusammen … es kostet halt seine Zeit und wird recht fix mal ungenau (also nicht zu genau hinschauen!). Da der Läuferverband für wirklich tragende Wände nicht unbedingt die erste Wahl ist und ich dann irgendwann doch die Schnauze voll hatte, kam die Idee eines kleinen Gebäudeteils auf … ein nachträglich angebauter Aufzugturm, der noch dazu mit einem schicken Stahlfachwerk verziert wird. Ja … das ist es!

Bild 4: Das geprägte Styrodur wird auf PVC-Hartschaum geklebt, damit es stabil wird

Vom Gebäude gibt es ein paar grobe Pläne … der Rest entsteht wieder semispontan: Abmessen, Überlegen, Ausprobieren, Probestellen … In Bild 4 hat sich kurz vor dem Probestellen die Erkenntnis eingestellt, dass ein „Kessel“ (für was auch immer) vom Durchmesser sehr gut in die StaKo-Teile von Auhagen passt.

In Bild 5 steht dann die Straßenfront im allerersten Rohbau mal zur Probe.

Bild 5: Im noch fensterlosen Bereich des Gebäudes soll ein Nebeneingang (für die Angestellten) mit Treppenhaus entstehen

Neben der Hofeinfahrt soll auch noch ein Ein- und Ausgang entstehen … für die Angestellten zum Schichtwechsel. Vorgesehen war hier eigentlich eine zweiflügelige Tür von Woytnik, die aber wohl doch eher zu einem Wohnhaus passt. Eventuell muss ich hier noch etwas Passenderes suchen oder selber schnitzen …

Bild 6: Ein seit langer Zeit bekannter Blick, die Schleppbahn und die Straße entlang – langsam wandelt sich die Gegend!

Parallel zu den Planungen und ersten Bauschritten zeigte sich, dass es beim Modellbau-Kaufhaus neue, fein geätzte Fenster zu kaufen gibt. Eigentlich für die Verfeinerung eines käuflichen Bausatzes gedacht, kommen hier schicke Fenster für Werkstätten und Büros.

Wenn es da nicht ein Problem gäbe …

Mögliche Vorbilder im Raum Wien zeigen solche Gebäude mit außen liegenden Fenstern – also einfach die schönen Messingteile von hinten an die Wand kleben ist hier nicht! Aber auch kein Problem … aus PS-Profilchen entsteht einfach ein wenig (wir wollen ja nicht übertreiben bei der Gießerei!) Stuck rundherum. So verziert kommen die Fenster dann von außen auf die Wand aus PVC-Hartschaum.    

Bild 7: Unbehandeltes und mit Stuck verziertes Bürofenster, daneben ein Werkstattfenster im „Stuckgewand“ (von rechts nach links)

Wenn der Mistbauer dreimal klingelt … ein Müllwagen entsteht

Was in der Überschrift klingt wie ein letztklassiger Schmuddelfilm, soll eine Zusammenfassung einer Bastelei sein, die ich im letzten Jahr Anfang September (ich war ehrlich erschreckt, dass das erste Foto am 1. September 2021 entstanden ist) begonnen habe. Ein echter Langläufer also mal wieder … wobei es zwischendrin eine längere Pause gab, weil ich erst auf passende Decals warten musste, währenddessen alles vorsichtshalber zur Seite gelegt hatte und dann ein paar andere Dinge gemacht habe.

Jedenfalls wollte ich – da es eigentlich keine große Bastelaktion war – nicht zwischendrin schon wegen ein paar Handgriffen etwas schreiben. Nun also zum guten Schluss ein längerer Artikel … haltet durch!

Warum aber klingelt der Mistbauer jetzt dreimal? … gemach, die Auflösung kommt in wenigen Augenblicken. Wir lernen dann auch, dass der Mistbauer keiner ist, der Mist baut … oder gebaut hat.

Dass mir Doppelkabinen bei Lkw gefallen, hatte ich ja schon einmal – bei einem Gräf & Stift – dargelegt (der liegt auch noch auf der Seite wegen fehlender Beschriftungen). Insofern verwundert es wohl nicht, dass ich schlagartig elektrisiert war, als ich in einem Bildband mit alten Fotos aus meiner Heimatstadt einen Müllwagen (so in der Seitenansicht vermute ich einen Mercedes) mit Doppelkabine fand. Zu dem Zeitpunkt war ich jedoch verwundert über die Doppelkabine an einem solchen Fahrzeug. Jedoch hatte der Mistbauer das erste Mal geklingelt!

Der Aufbau des selbigen Müllwagens sieht dem sehr ähnlich, den Weinert mit seinem Faun-Müllwagen als Bausatz liefert … also vorsichtshalber mal bestellt (bis er da war, hat es eh sehr lange gedauert). In der Zwischenzeit war im Modell ein Saurer 6/7 G-AF von Starline in meinen Besitz gewechselt – diese Fahrzeuge wurden in der Form m.W. bei der österreichischen Post beschafft, um liegengebliebene Fahrzeuge abzuschleppen. In mir reifte aber die Idee, mit dem Saurer einen österreichischen Müllwagen mit Doppelkabine zu frokeln. Ein wenig Herumfragen hier und dort in Foren brachte eigentlich immer ein „Doppelkabine? Am Müllwagen? Niemals nicht bei uns …“ als Antwort. Bis ich dann in einem Forum (wo ich auch diese Antwort bekommen hatte) auf historische Filme zur Müllabfuhr in Wien gestoßen bin … hier findet man sie (jeweils „Filmarchiv der media wien“ im Wiener Stadt- und Landesarchiv):

Hier klingelt dann der Mistbauer das zweite Mal … und es gibt herrliche Bilder von diversen Müllwagen „so um 1960“, und eben auch – TATAAA! – mit Doppelkabine.

Aufmerksame Zuseher (und Zuhörer! … er klingelt ja wirklich …) der sehenswerten Filme haben nun auch herausgefunden, was der Mistbauer ist!

Das dritte Klingeln eben jenes Mistbauern kam dann im Kontakt mit Erik „Ermel“ Melzer (mal wieder) … hier im Froklerblog der Auslöser. Klar! Für die früheren Mülltonnen – vor allem bei Mehrfamilienhäusern – gab es einiges für die Müllmänner (oder in Wien „Mistkübler“) zu tun … viele Tonnen mussten vom Hinterhof zum Müllwagen auf der Straße und wieder zurück befördert werden. „Viele Hände, schnelles Ende!“ ist ein bekanntes Sprichwort, das auch hier gilt. Die vielen Hände müssen aber irgendwie zum „Einsatzort“ und wieder zurück kommen, da geht man ja nicht einfach so zu Fuß dem Müllwagen hinterher. Also ein durchaus nachvollziehbarer Grund für die Doppelkabine, wenn man ein wenig nachdenkt …

Nach dem dritten Klingeln des Mistbauern ging es dann quasi von der Idee zur Tat … wie gesagt: Schon ein paar Monate her …

Bild 1: Aus zwei mach‘ eins … oder Aufbautausch!

Die erste bittere Erkenntnis war, dass in den Filmen kein Müllwagen mit einem so „antiken“ Aufbau mehr herumfährt, wie ihn der bestellte Faun von Weinert mitbringt (mal abgesehen davon, dass der super aussieht und gemacht ist … aber auch ein sehr spezielles Fahrwerk benötigt, was einen Umbau erschwert hätte). Also ein wenig umgeschaut … und einen Müllwagen von Brekina günstig ergattert. Das ist wieder ein anderer Aufbau, aber als Basis wohl brauchbar … Wichtig erschien mir, was in den Filmen auch immer wieder betont wird: Staubfrei! Die Colonia-Kübel werden da recht speziell in den Aufbau gekippt – das gibt’s nicht als Modell!

Bild 1 zeigt also den Beginn des Ganzen. Der Müllwagen-Aufbau muss „einfach nur“ von links nach rechts wandern, auf das Fahrwerk des Saurer.

Lustiges Detail am Rande (zu Neudeutsch „fun-fact“): Das obige Foto habe ich zum Spaß in die (zumindest) mir damals neue Funktion von Google geladen, bei der anhand eines Fotos Suchergebnisse auf einen niederprasseln. Hier hat Google sehr schnell die beiden Modelle gefunden … und das klappt über weite Strecken der folgenden Fotos ebenso. Gegen Ende wird’s dann etwas schwieriger, aber bis zum fertigen Modell taucht der Saurer von Starline bei mir immer noch recht weit vorne bei den Suchergebnissen auf!

Bild 2: Anprobe

Was oben beschriebene „Wandern“ geht in dem Stadium auch wirklich „einfach so“, wobei natürlich das sehr kurze Fahrgestell des Saurer nicht zum deutlich längeren Aufbau passt (der ist in Bild 2 hinten noch mit einer Holzleiste abgestützt, damit er an Ort und Stelle bleibt). Davon mal abgesehen passt das aber von den Proportionen m.E. recht gut – und der anfangs erwähnte Müllwagen in meiner Heimatstadt sieht von der Seite sehr ähnlich aus. Also … weiter mit den Themen, wo es nicht mehr „einfach so“ geht!

Bild 3: Nächste Anprobe nach erster „OP“

Ein (Säge-) Schnitt in ein eigentlich schönes und neues/neuwertiges Modell ist ja immer eine gewisse Überwindung … aber (um mal wieder heimatliche Weisheiten auszupacken): „War mut, dat mut!“

Nach dem Sägeschnitt ein erstes „Zusammenpappen“ mit „Patafix“ (ja, es gehen auch andere Marken!), das man eigentlich auch immer wieder braucht. Und Erleichterung (siehe Bild 3): Ja, das sieht gut und stimmig aus!

Bild 4: Umgebautes Fahrwerk

Die Verlängerung des recht fragilen Fahrwerks passiert mit PS-Profilen. Es wird dadurch noch fragiler, aber spätestens beim Zusammenbau mit dem Aufbau sollte das Ganze dann doch wieder ausreichen haltbar sein (ist es!) … und es ist ja kein Spielzeugauto.

Warum ich in Bild 4 mal wirklich die Schönauer Schleppbahn als Hintergrund genommen habe, weiß ich gar nicht mehr … aber geht ja auch … Man sieht, dass inzwischen auch die Post-Beschriftungen gewichen sind. Aus Fotos und den Filmen habe ich inzwischen abgeleitet, dass die Wiener Müllwagen wohl ein creme-gelbes Fahrhaus und einen silbergrauen (in jedem Fall doch etwas schmutzigen) Aufbau hatten. Das „Postgelb“ trifft das recht gut, würde ich meinen. Klar, die Aufnahmen in schwarz/weiß helfen da nicht und auch die Farben in den alten Filmen sind vermutlich nicht 100%-ig eine akurate Grundlage, aber das ganze Fahrzeug ist ja nicht wirklich nach einem Original gebaut. Eher ein „wie es hätte sein können“.

Was in Bild 4 noch auffällt: Speziell im Gegensatz zum doch recht feinen Brekina-Aufbau stören die klobigen Außenspiegel, die Starline hier angebracht hat (dazu – speziell auch zum Thema „Anbringen“ – später mehr), und die „Peilpfosten“ an der Stoßstange vorn (die sind schon in Bild 5 durch feinere Peilstangen aus Messingdraht ersetzt).

Bild 5: Das Verbergen von Nacktheit …

Das Verlängern des Fahrgestells erfordert naturgemäß auch einige Bastelarbeiten an der Antriebstechnik des Fahrzeugs … in diesem Fall ergibt sich aber ein im Gegensatz zum doch sehr kurzen Fahrgestell des Original-Saurer ein irgendwie „nackt“ wirkender Rahmen. Nicht schön … jedenfalls.

So entstand auf der einen Seite ein Tank (siehe Bild 5), auf der anderen Seite ein Kasten für Geräte oder Werkzeug (sieht man im Bild 6).

Bild 6: Farbliche Änderungen

Was farblichen jedenfalls wohl nicht passt, ist der schwarze Fahrzeugrahmen – hier würde ich anhand der Aufnahmen auf ein „Ochsenblutrot“ tippen. Also wurde das Fahrwerk entsprechend lackiert …

… und auch die Räder. Großer Fehler! Die Felgen des Starline-Modells passen recht gut (Starline hat da ein Vorbildfoto des Saurer) und sind auch recht fein gemacht … aber man bekommt die (Gummi-) Reifen nicht so recht herunter. Also war meine Idee, einfach die Reifen nach dem Lackieren mit dem Ochsenblutrot passend in Schwarzgrau zu lackieren … da scheinen aber das Gummi der Modellreifen, der rote Lack und und das Acryl-Schwarzgrau sich nicht zu mögen … es sieht mit der Zeit schlimm aus und zieht noch dazu Staub und Flusen magisch an … und hält sie fest. Ein Problem, das erstmal vertagt wird …

Bild 7: Für das staubfreie Kippen der Colonia-Kübel …
Bild 8: Kippeinrichtung vor dem Anbringen am Aufbau

Schwierig gestaltet sich auch die Heckpartie des Müllaufbaus. Dank der Filmaufnahmen kann man nachvollziehen, wie das Vorbild hier funktioniert, aber das im Modell nachzubilden … uih, uih, uih.

Meine „Interpretation“ ist in den Bildern 7 und 8 zu sehen … viel Polystyrol und zwei „Restchen“ aus Messing – ehemals ein Rahmen für irgendwelche Ätzteile (sowas hebe ich gern auf).

Wie gesagt … wie es hätte sein können (es sieht da irgendwie bei jedem Aufbautyp ein wenig anders aus). Und nicht sooo genau hinschauen!

Bild 9: Heckansicht neu

Mit Bild 9 bin ich dann aber wieder ganz zufrieden. In etwa wie die Vorbild-Aufbauten sieht das aus. Das muss reichen! Die nicht so schönen Tritte aus Plastik (bei Brekina) unten sind feineren gewichen (vorerst provisorisch) … wenn schon, denn schon.

Bild 10: „Transportwerkzeuge“

Klar ist durch die Filme und Fotos aber auch: Die vielen Arbeiter nutzen nichts, wenn sie nicht auch passendes „Werkzeug“ dabei haben. Die Kübel müssen ja auch zum Müllwagen kommen … also mal wieder entsprechende (einfache) Karren nach den Vorbildern im Film nachgebaut. Der Kollege in Bild 10 beäugt sie kritisch wegen der ergonomischen Fragen!

Bild 11: Neue, schöne „Schuhe“ …

Das Problem mit den lacktechnisch versauten Rädern hatte ich ja weiter oben schon angedeutet. Letztlich fanden sich neue „Schuhe“ von Weinert in der Bastelkiste, die gut passen. Also geht es damit weiter!

Man sieht auch, dass inzwischen neue Spiegel ihren Weg an die Fahrerkabine gefunden haben. Schwieriger war es, die alten halbwegs sauber abzubekommen … hier hat bei Starline offenbar jemand zu viel Klebstoff gehabt. Die neuen, zierlichen Spiegel kommen von Weinert und sind brüniert und lackiert.

Auch an der Fahrerkabine sind Beschriftungen für den neuen „Job“ angekommen. Schwer zu erkennen, aber die Schriften und Nummern an den Originalen waren auch nicht sooo groß … Die Decals habe ich über den Fedes bekommen.

Bild 12: Der fertige Müllwagen – jetzt sogar mit hinteren Kotflügeln!
Bild 13: Ein wenig Staub, Dreck und Rost gehört bei einem solchen „Arbeitstier“ dazu
Bild 14: Auch ein schöner Rücken kann entzücken … naja … bei einem Müllwagen?

Nun ist er also fertig … samt Beseitigung aller Probleme und Problemstellen. Hier und da gab es etwas Staub und Dreck, wobei ich es nicht übertrieben habe (wirkt man Foto irgendwie recht arg). Ach ja – gaaanz wichtig: Nummernschilder müssen natürlich sein!

Bild 15: Eine Probefahert entlang der Schleppbahn

So wird der Müllwagen dann also irgendwann an der Schleppbahn entlangbrummen. Die vier „Mistkübler“, die man kaum sieht, freuen sich über ihre Doppelkabine … sei es auf der Fahrt „zum Einsatz“ oder zurück und in Richtung Feierabend.

Zum Vergleich zu den alten Fotos und Filmen nun noch – kleine Spielerei! – die Vergleichsmöglichkeit.

Carro Aperto Tipo L bzw. LL der FS von ATM

Mal wieder eine Produktempfehlung … weil man manche schöne Dinge ja nur findet, wenn man durch Zufall darauf stößt … oder über jemand anderen davon erfährt.

Wie gehabt. Es soll um eine Produktvorstellung gehen – keine langen Vergleiche mit dem Vorbild oder sowas. Dazu kenne ich mich – speziell an dieser Stelle – auch viel zu wenig mit den Vorbildern aus!  

Ausländische Fahrzeuge sind in unseren Zügen ja immer ganz beliebt, bringen sie doch Abwechslung (wenn man nicht gerade zig Wagen mit mehr oder weniger vorbildfreien Werbebeschriftungen besitzt) in das „braune Allerlei“ – braun natürlich, weil es hier um Güterwagen gehen soll. Speziell interessant finde ich – wohlgemerkt: in der Epoche III modellbahnerisch daheim! – italienische Wagen. Irgendwie wirken sie exotisch und modern … über die Breite von Bretterfugen oder -furchen muss man da in der Regel gar nicht mehr nachdenken … und die Achsstände sind teilweise schon gigantisch … nun ja … genug Begeisterung für’s Erste!

Die durch ihr Spitzdach noch etwas exotischeren geschlossenen Wagen sind ja nun schon einige Jahre in mehreren Varianten und von mehreren Herstellern zu haben (und als typische „Obst-Transporteure“ der Epoche III auch immer wieder Gast an der Schönauer Schleppbahn). Bei den offenen gab es einen recht fein gemachten, sehr kurzen Typ bei Klein Modellbahn und … das war’s dann auch sehr lange (lässt man mal teure Kleinserien oder schwer zu bekommende Modelle außer Acht). ACME ist jetzt bei den offenen angekommen, aber bisher immer in der (für mich) falschen Epoche oder in Sets mit noch mehr geschlossenen Wagen (sie ich schon genug habe), noch dazu teilweise in Varianten, die man m.E. außerhalb Italiens nicht wirklich nutzen kann.

Durch Zufall bin ich jetzt auf den italienischen Hersteller ATM gestoßen, der einige sehr interessante Wagen der FS – speziell Güterwagen – im Programm hat. Durch das Internet ist ja heute auch eine Bestellung in Italien kein Problem mehr … also habe ich es mal gewagt …  

Bild 1: Carro Aperto Tipo L (1959) Con Garitta … also ein offener Güterwagen des Typs L von 1959 mit Bremserhaus
Bild 2: Ein Blick auf die Bremserbühne mit Bremserhaus
Bild 3: Das Wageninnere

Alles in allem also ein recht fein gemachter Wagen … ich würde sagen: „state of the art“. Klar, es gibt Firmen, die Feineres mit noch mehr Details liefern … aber dann kostet so ein Wagen auch nicht die knapp 35 Euro, die ich für diesen Tipo L bezahlt habe. Die Wagenaußenseiten sind ordentlich gemacht, die Innenseiten nicht so detailliert (wobei sich die Frage stellt, was in einem offenen Wagen aus Stahl auch groß an Detail sein sollte?), die Bedruckung ist m.E. wirklich gut gemacht.

Sehr nett auch von ATM, dass hier Wagen des EUROP-Pools zu haben sind … viele Hersteller sehen ja irgendwie nicht, dass mit solchen ggf. auch eher ausländische Modellbahner zugreifen, weil der Wagen damals frei in den EUROP-Ländern verwendet werden konnte (quasi wie ein „Inländer“).

Den Tipo L gibt es übrigens auch als Wagen ohne Bremserhaus … falls jemand die Abwechslung sucht.

Bild 4: Carro Aperto Tipo LL (1956) … also ein offener Güterwagen des Typs LL von 1956

Beim Tipo LL dann kein EUROP … soweit ich das überblicke (wie gesagt: kein Experte in Sachen Güterwagen der FS) waren diese aber auch nicht im EUROP-Pool (analog den gedeckten F, die es im EUROP-Pool gab, den langen FF aber nicht). Aber der Wagen gefiel mir irgendwie (ein Wahnsinns-Achsstand … oder?) … und irgendwas wird der schon von Italien herankarren dürfen! Außerdem: Ein schönes Modell unter 30 Euro!

Innen sieht er übrigens so aus wie der L, es gibt jedoch keine Andeutung der Türen (also alles glatt).

Beide Wagen rollen übrigens leicht und sind sauber verarbeitet.

Fazit für mich: Zwei schöne und interessante Wagen (der EUROP-L auch wirklich fast überall einzusetzen) zu fairen Preisen. Mal sehen, was da bei ATM noch so alles kommt …

Update 8.12.2024

Inzwischen ist mir der Carro Aperto Tipo L wieder in die Hände gefallen – im Bestreben, mehr und mehr Wagen gealtert einsetzen zu können.

Ich  meine, er macht auch so eine gute Figur. Realistische Farbe ist eben mindestens so wichtig wie stimmige Details und Feinheiten!

Bild 5: Der gealterte L zusammen mit einem F des Herstellers A.C.M.E. (ebenfalls gealtert)

Zusammen mit einem geschlossenen Spitzdachwagen (Modell von A.C.M.E.) passt das richtig gut … finde ich jedenfalls.

Bild 6: Die Sache mit dem „besenrein“ muss man dem Lehrling wohl noch einmal erklären … der Wagen hatte Koks für die Gießerei geladen

Benutzt habe ich wieder Washes und Pigmente – Letztere vor allem in Form von PanPastel. 

Zwischendrin … ’ne alte Hütte

Wieder einmal ein Beitrag in der Kategorie „Zwischendrin“ … nicht, weil ich keine Lust hatte, sondern, weil ich nicht zum x-ten Mal die gleichen Bautechniken hier lange beschreiben möchte.

Und wieder einmal eine „Naturalien-Zahlung“ … also nichts, was entlang der Schleppbahn zu finden sein wird.

Daher nur ein paar Stichworte für die ganz neugierigen: Wie immer ein Fundament aus PS und – diesmal – PVC-Hartschaum (damit der Beton- bzw. Steinboden gleich eingeritzt werden kann), darauf eine Holzhütte aus PS-Platten (geritzt usw.) und -Profilen.

Fenster aus der Grabbelkiste und diverse Kleinteile von verschiedenen Herstellern bzw. selbstgebaut vervollständigen das Gerümpel rund herum.

Zwischendrin … dieser Blog enthält Produktplatzierungen

So … gleich mal vorweg: Keine Sorge, es geht nicht um nervige Werbung oder Pop-Ups im Blog … keinesfalls.

Es geht mal wieder um eine kleine Bastelei für einen Freund …

Keine große Sache, aber ein wenig unterhaltsames Basteln.

Litfaßsäule und Plakatierer kommen von Busch – die Litfaßsäule fast nackt und mit deutscher Werbung. Da kann man sich mit schönen Plakaten aus den späten 50ern austoben … leider muss man alte teilweise überkleben. Ist halt so bei einer Litfaßsäule!

Irgendwie muss der Plakatierer ja auch seinen ganzen Kram bei sich haben … Auto wäre ok, macht aber nicht so viel her. Also ein Karren. Der ist aus Polystyrol und Heftklammern selbst zusammengeschwartet … die Räder sind aus der Restekiste von einem alten Preiser-Karren.

In ähnlicher Form ging’s dann weiter mit dem Zeug auf dem Karren …

Ein Kvmm der ÖBB (3) – Live dabei!

Nun … der Titel des Blog-Beitrags reimt sich. Und was sich reimt, das ist gut (so meinte das m.E. in meiner Kindheit schon der Pumuckl).

Nein, ich mache jetzt keine Livestreams oder so … aber es sind zwei Dinge hier mehr oder weniger live: Erstens kommt dieser Beitrag hier sehr zeitnah (von einem Tag auf den anderen … huihhh!), zweitens passiert es einem selten, wenn man schon an Dingen mit Vorbildern um 1960 (oder früher) bastelt, dass man diese Vorbilder live betrachten kann!

Wie im ersten Beitrag zum Kvmm der ÖBB schon angedeutet, gibt es im Internet Fotos eines solchen Wagens als späterer Materialwagen des Bahnhofs Wien Nord. In dieser Funktion sieht man ihn auch auf Seite 226, Abbildung 279 im Buch „Der Wiener Nordbahnhof“ von Franz Haas (bahnmedien.at).

Umso schöner ist es dann, wenn man bei einem „Männerausflug“ mit dem Junior (und der war gestern) im Eisenbahnmuseum Strasshof (auch ohne diesen Hintergrund immer einen Besuch wert!) gleich zwei ehemalige Kvmm dieser Bauart live, in Farbe, hochauflösend und in 3D sieht, weil die genau vor einem stehen.

Der ausführlicher fotografierte Wagen ist der Wagen aus Wien Nord.

Und wie man im letzten Bild sieht, gab es wirklich zumindest einen zweiten Wagen auf Basis des Omm 37 sowie (dahinter stehend) auch einen Wagen auf Basis eines O-Wagens mit Blechwänden (hier habe ich jetzt nicht weiter Details fotografiert … einen solchen Wagen auch im Modell zu bauen ist mir gerade eine Baustelle zu viel …).

Mal sehen, was mit den Fotos am Modell in H0 noch so alles machbar ist!