Gießerei „Hagen&Hagen“ (4)

Und wieder einmal meldet sich jemand von der Schönauer Schleppbahn … ja, eh ich. Nachdem ich schon am Arbeitsplatz gefragt wurde „Was macht eigentlich die Gießerei?“ (Gruß an die BÜ-Entwicklung an der Stelle!), muss ich ja wohl mal wieder was herzeigen.

Wie immer geht es langsam … und bei dem Wetter eh noch langsamer als sonst …

Bild 1: Mit Putz an der Wand wirkt es gleich etwas realistischer …
Bild 2: Und wieder alles mit Kreppband zusammenheften und Probestellen … Fenster und Türen/Tore kommen jetzt so richtig gut zur Geltung

Immerhin – das zeigen die ersten zwei Bilder – ist inzwischen Putz auf den Wänden gelandet und Fenster, Türen und Tore sind in den Farbtopf gefallen … aber schon wieder etwas verwittert und in die Jahre gekommen (das geht irgendwie verdammt schnell an der Schleppbahn …). Im Vergleich zum letzten Beitrag ist auch noch ein wenig „Schnickschnack“ an den Wänden dazugekommen. So ganz armselig sollte die Werkstatt einer ordentlichen Gießerei ja nun auch nicht aussehen!

Die nächsten Schritte sind klar: Die Wände wollen untereinander und mit dem Fundament verbunden werden – immer schön rechtwinklig und nacheinander. Dann geht es daran, die Ecken, der stumpf aneinander Stoßenden Wände noch mit Putz zu versehen und alles schön rechtwinklig (schon wieder) zu versäubern.

Bild 3: Schließlich ist die Zeit des Heftens vorbei!

Jetzt muss man aufpassen und etwas nachdenken … welche Wand kann man noch einkleben und welche sollte man (erst einmal) nicht … weil ansonsten das Einbauen einer Inneneinrichtung nur mehr mit vielem Fluchen und schmerzenden Fingern möglich ist?

Bild 4: Ein einfacher „Innenputz“ und wieder Probestehen …

Hier ist es speziell der schmale Teil der Werkstatt, in den man durch zwei Fenster und eine Tür hineinsehen kann, der ein wenig mehr Beachtung bei der Innenausstattung verlangt. Der Putz ist hier aber nicht gespachtelt, sondern einfach durch aufgestupften „Acrylfarbpampf“ nachgebildet. Auch ein wenig vom Boden kann man später sehen … also rasch etwas Beton nachgebildet (das sieht im Bild 4 noch etwas wild aus, weil es einfach nur reingelegt und -gestellt wurde).

Im benachbarten, breiteren Teil ist dageben eine einfachere Einrichtung geplant. Dazu passend werden – wie praktisch! – die Fenster etwas dreckiger sein … Sowas!

Dafür werde ich dort noch etwas anderes ausprobieren … mal sehen!

Bild 5: Hier ist die Inneneinrichtung einmal fertig!

Mit ein wenig mehr Farbe und Details landet man dann bei Bild 5. Für mich reicht es hier mal …

Die rechte Figur (aus einer Faller-Packung) hätte noch „Draußen“-Potential, der Kollege links (von Noch) eher nicht – aber drinnen darf er sein und an der Maschine werkeln. Der Innenputz und der Boden haben ein ganz wenig Patina abbekommen und der Wandteil, der das zugemauerte Fenster nachbildet, ist einfach mit ein wenig „Elektrokram“ getarnt – ich denke, das sieht man später nicht mehr wirklich, was da los ist … ne, war …

Bild 6: Und so viel sieht man davon noch, wenn die Außenwand an ihrem Platz ist … wie meint FREMO-Kollege „bob“ immer so nett: „Zu wissen, es ist Platin“!

Wenn man nämlich dann mal wieder probeweise die Wand darvorstellt, kann man erahnen, wie viel man später noch sieht … zu viel Arbeit in die Inneneinrichtung investieren, ist daher m.E. nicht zwingend nötig. Ok … es gibt später eine Innenbeleuchtung und die Werkstatt steht an einer Stelle, wo man sie wohl (zumindest nach derzeitiger Planung) halbwegs gut sehen können wird, aaaaaber …

Gießerei „Hagen&Hagen“ (1) – Vorwort(e) und so etwas wie ein Baubeginn

Schon seit Beginn der Ideenfindung für die Schönauer Schleppbahn sollte es ja irgendwo eine mehr oder weniger „alte Fabrik“ geben, die von der Bahn bedient wird. Es gab da viele Dinge, die mich inspiriert haben (oder sagt man heute, es gab „Influencer“, die mich „influenciert“ haben?), aber ganz vorne war da sicher auch wieder Emmanuel Nouaillier mit seinen Dioramen von Motiven der Pariser Vororte.

War es erst noch die Fabrikation von Elektrogeräten („Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann.“), kam dann recht bald der Schwenk zu einer Gießerei (der Saugbläser „Heinzelmann“ passt irgendwie auch nicht zu einer alten, in die Jahre gekommenen und etwas … naja … abgewirtschafteten Fabrik, oder?). Es wurde ja nicht nur in unmittelbarer Nähe der großen Stahlwerke gegossen (und gewalzt und …), sondern auch anderenorts … und da mussten natürlich dann die benötigten Rohstoffe auch irgendwie hinkommen … ein Fall für die Schönauer Schleppbahn auf den letzten Metern durch die Vorstadt … da schließt sich der Kreis dann irgendwie wieder.

Für Gießereien findet man heutzutage im Internet auch einiges an Vorbildern … von ganz groß … bis weniger groß. Damit gab’s dann also wieder Inspiration und die muss jetzt irgendwie noch in einen Plan münden, nach dem ich dann die Gießrei an der Schleppbahn bauen kann. Ein Vorbild – noch dazu aus einem Wiener „Vorort“ – sei an dieser Stelle mal genannt: Die ehemalige Gießerei Zimmermann in Wien Ottakring (und nein, die hat nichts, aber auch gar nichts mit dem in Wien und Umgebung bekannten 16er-Blech zu tun).

Viel zeigen kann ich hier noch nicht … es gibt erste Skizzen und es muss wohl irgendwie ein Plan entstehen, auch wenn ich sonst eher nur etwas plane und der Rest entsteht dann beim Bauen … Das Areal der Gießerei ist so groß, dass sich spätestens ab der Modellbahn-Epoche V die Investoren wie die Geier darum reißen, wenn die Gießerei einmal ihren Betrieb einstellen sollte (gottseidank denkt daran in der Epoche III, in der wie uns bewegen, noch keiner … sonst würden die Arbeiter sich schon um 16er-Bleche reißen). Und darum muss ein wenig mehr geplant werden als sonst.

Eine große Gießerei wird es nicht sein, was die Gebrüder Hagen hier führen – natürlich wird auf dem Modul nur ein Teil der Anlage dargestellt (hauptsächlich der Teil, wo die Rohstoffe „reinkommen“ und die fertigen Gußerzeugnisse „rauskommen“ – sonst wäre es beim FREMO-Betrieb ja irgendwie fad), aber auch der lässt jetzt keine riesige Fabrik jenseits der Modulseitenbretter erahnen. Die Gießerei „Hagen&Hagen“ existiert angenommenermaßen schon länger an diesem Ort, kann und will aber auch nicht an einen neuen Standort wechseln, um sich zu vergrößern. Man hat sich auf einige Nischen spezialisiert und dafür einen guten Markt in Österreich, Europa … und vielleicht sogar darüber hinaus.

Nachdem ich jetzt schon so viel geschrieben habe, kommt auch noch ein Bild! Natürlich sammelt man über die Zeit diverse Dinge, die man irgendwann einmal einbauen möchte, wenn man denn dieses oder jenes baut. Man packt es dann in der Regel irgendwo hin, wo man es im Fall, dass man es endlich braucht, garantiert wiederfindet. Wer auch so vorgeht, der weiß, was ich jetzt tue: Suchen. Ich weiß noch genau, dass ich dieses oder jenes einmal irgendwo hinein gelegt habe, aber wo …? Da, wo es mir jetzt sinnvoll erscheint, ist es jedenfalls nicht …

Ein paar Sachen habe ich aber doch schon gefunden (auch solche, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass ich sie habe). Unter anderem war da das Oberteil einer Spüli-Flasche (es müsste so eine mit einem grünen, herumspringenden und -quakenden Tier darauf gewesen sein), das mich irgendwie an einen großen, industriellen Lüfter erinnert hat, wie man ihn auf einer alten Fabrik ganz sicher gefunden hätte. Dieses Oberteil passte auf wundersame Weise auf ein weiteres Teil, das mal ein „Dialyse-Set“ gewesen war, das nach einem Sturz auf den Fußboden seine Sterilität verloren hatte. Mit einem Stück eines Rohres dazwischen würde das Ganze dann auch noch eine irgendwie passende Höhe bekommen, um interessant und imposant zu wirken. Also zusammengeklebt, Beine darunter bebaut und mit Farben von Vallejo und Farbpigmenten verrostet … das erste Stück der Gießerei „Hagen&Hagen“ ist fertig!

Bild 1: Ein Lüfter der Gießerei „Hagen&Hagen“ – analoges Basteln ohne Lasercut und 3D-Druck (nicht, dass solche Verfahren schlecht wären)

Der Bayerhof (13)

Im heutigen, schon 13. Teil – eh keiner abergläubisch hier? – nimmt der Bayerhof eher eine Statistenrolle ein (er ist eher der geheimnisvolle Unsichtbare) … zumindest bis kurz vor Beitragsende, dann haut er noch einmal so richtig in die Vollen! Versprochen!

Zuerst soll es aber um ein paar andere Dinge gehen … „But now for something completely different ..“, wie es bei Monty Python so schön heißt. Wer meine letzten Bautätigkeiten verfolgt hat, hat auch gemerkt, dass da immer irgendwelches Klumpat (Österreichisch für „Gerümpel“) um die Gebäude herumsteht oder -liegt. Das musste wieder sein … gehört einfach mit dazu … Ehrensache also!

Bild 1: Es geht schon wieder los … mit Fässern …

Wir fangen einfach wieder da an, wo wir letztes Mal aufgehört haben. Das hat ja beim letzten Mal schon super funktioniert.

So sind also noch zwei Fässer entstanden – so, wie beim letzten Mal beschrieben. Mir ist dann nur ein- und aufgefallen, dass man den Fassboden auch gerne aus dickerem PS herstellen kann, wenn man seine Dicke nicht hinterher irgendwie sehen kann. Das erleichtert das Zusammenkleben doch erheblich und man flucht etwas weniger dabei …

Ein Fass – es ist noch halbwegs intakt – hat schon eine Aufgabe bekommen. Hier sind ein paar Holzreste drinnen gelandet …

Bild 2: Holz vor der Hütte kann man nie genug haben 😆

… welche beim Holzhacken übriggeblieben sind (um den Satz von oben zu vollenden). Kein großes Mirakel … das Brennholz ist aus abgeschnittenen und passig zusammengeklebten Stücken von im Herbst gesammelter Goldrute (meine ich zumindest … kein DNA-Test vorliegend). Die nette Axt findet sich übrigens zusammen mit ebenso netten Sägegeschwistern, Benzinkanistern  und leider viel zu modernen Motorsägen in einem Set von Busch.

Bild 3: Die Baustahlmatten sind wohl irgendwo vom Lkw gefallen?

Baustahlmatten selber bauen ist wohl schon länger bekannt … oder? Das sind Stücke von Insektenschutzgittern – so ein Gitter kann man entweder so in verschiedenen Größen kaufen, oder man hat (ist üblicherweise so) Reste, wenn man einen Bausatz für ein Fenster oder eine Tür kauft. Ein wenig Rostfarbe und hier – weil es irgendwie immer noch so plastikhaft gewirkt hat – etwas Braun. Fertig!

Bild 4: Eine leere und eine – halbwegs – volle Palette

Von diversen Herstellern gibt es Paletten. Ich meine, die im Bild 4 sind von Herpa. Wenn man die etwas mit Nadel und Messer bearbeitet und dann färbt, sehen sie richtig gut alt aus. So eine leere Palette lehnt gerne mal an einer Wand … der vollgeladenen gönnen wir das Chillen in lässiger Haltung nicht wirklich, hier liegen noch ein paar Backsteine bereit und etwas, was wohl zu einer Kreissäge gehört … man weiß es nicht so genau.

Ganz genau weiß man aber hoffentlich noch, was ich schon öfter schrieb: Immer überlegen, ehe man etwas wegwirft! Das Zahnradteil stammt aus einer defekten Armbanduhr, die mühsamst in Kleinteile zerlegt wurde …

Bild 5: Verpackungskunst?

Im Bild 5 sieht man ein … ich weiß es nicht. Bauholz vielleicht? Unter der Plane befindet sich ein hingeschnitzes Reststück Styrodur und eine dünne „Bodenplatte“ aus PS. Sonst nix … Damit der Wind die Plane nicht wegweht, sind noch ein paar Steine darauf verteilt. Und auch fertig …

Bild 6: Nochmal Verpackungskunst

Irgendwann kurz nach dem Krieg – so sagt man – hat der alte Bayer mit einem amerikanischen Soldaten irgendwas ausgehandelt. Weiß man halt auch nicht so genau … man munkelt halt. Jedenfalls hat er seitdem einen alten „Amischlitten“ am Grund herumstehen gehabt. Ganz fit ist der inzwischen nicht mehr … angeblich war er das aber auch vorher nie. Und der alte Bayer ist nie dazu gekommen, das Ding fahrtüchtig zu machen.

Der Wagen ist auf Steine aufgebockt, ein Stück Plane drüber und die mit Seilen befestigt … da wollte der alte Bayer dann doch nicht Steine drauflegen!

Bild 7: Nun wird’s aber interessant …

Was das Teil in Bild 7 darstellt? Nun ja … eine Treppe … eine alte Treppe. War klar, oder? Wozu die gut ist?

Na, dazu kommen wir etwas später …

Bild 8: Sehr unspektakulär!

Jetzt drängt sich doch der Bayerhof mit aller Macht in’s Bild … dem passt das mit der Statistenrolle nicht so ganz.

Naja … die Rückseite habe ich erstens noch nie gezeigt (ist jetzt auch nicht sooo spannend, oder?) und zweitens jetzt auch mal eingefärbt.

Selbiges ist genau so passiert, wie ich es auch sonst bei meinen Häusern mache: Mit Heki-Betonfarbe eine graue, putzartige Farbe drauf … sonst nichts. Das ist angenommenermaßen einfach die „Schnittfläche“, mit der der Hof dann an der Modulkante steht.

Bild 9

Bild 10

Bild 11

Die letzten drei Bilder (9 bis 11) zeigen nun quasi den „Serviervorschlag“. Einfach die ganzen Kleinteile irgendwie an den und um den Bayerhof gruppiert, so wie ich das im Hinterkopf hatte, als ich alles gebaut habe. Dazu gibt’s noch ein kleines Töpfchen mit „Holzspänen“, die man dann fröhlich um den Holzstoß und den Hackklotz drapieren und mit Klebstoff (etwa „MOWI“) fixieren kann.

Und die drei Bilder zeigen auch, wozu die Treppe gedacht ist … der alte Bayer ist ja nicht dumm! Irgendwie muss man ja an den Tank herankommen (und wenn unter der Treppe noch etwas Landschaft ist, die die 3mm vom Bayerhoffundamant ausgleicht, dann passt es auch von der Höhe)!

Was die Bilder nicht zeigen: Der rechte, hözerne Anbau des Hofes hat einen recht weiten Dachüberstand. Hier sind an der Unterseite noch die dazugehörigen Sparren dazugekommen … wenn doch mal wer aus einem ganz ungünstigen Winkel schaut.

Bei den beiden anderen Dächern gibt es die nicht … der Dachüberstand ist zu klein und man kann da eigentlich nicht wirklich so hinschauen, dass man sie vermissen würde.

So … wenn noch irgendwem irgendwas auffällt, was fehlt oder anders aussehen sollte, möge das jetzt vorbringen. Oder für immer schweigen! 😉

Nun wird alles eingepackt und am kommenden Wochenende ausgeliefert. Vielleicht gibt es dann in einiger Zeit mal Fotos, wo man den Hof in seinem „natürlichen Lebensraum“ sehen kann.

Was’n das?

Es gibt ja heutzutage im Fernsehen viele Ratesendung, bei denen die Kandidaten die abenteuerlichsten Dinge erraten müssen … normale Menschen wissen sowas eigentlich nie und auch die – meist prominenten – Kandidaten raten eher oder versuchen sich mit abenteuerlichen Ideen zur richtigen Lösung zu hangeln.

Modellbahner – oder allgemein -bauer – sind da ähnlich aber zäumen den Gaul irgendwie von hinten auf!

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber wenn ich irgendwo in einem Geschäft unterwegs bin oder mir was in die Hand gedrückt wird, dann arbeitet es irgendwo tief im Hinterkopf: Was kann man daraus basteln? Oder … um einen „knackigen Titel“ für unsere Raterei zu bekommen: „Was’n das?“

Irgendwann kennen einen die lieben Mitmenschen und führen einen ganz bewusst in solche Situationen … das beginnt dann meist mit einem „Ich habe da neulich was gefunden, da musste ich an Dich denken …“. Oder so ähnlich.

Am ehesten kommt sowas immer von meiner besseren Hälfte! Klar … die kennt mich doch recht gut und meine Gedankengänge. So kam ich gestern an ein „Objekt“, das meine grauen Zellen und meine Phantasie – das ist seit einem zwangsweisen Theaterbesuch vor einigen Jahren eine kleine Fee in einem viel zu durchsichtigen Kleidchen, mit langen Wuschellocken und lustigen Flügelchen auf dem Rücken … aber das ist wohl ein anderes Thema – seitdem sehr stark beansprucht.

Mir ist schon arg viel eingefallen … aber irgendwie nichts unter den Randbedingungen, die die Schönauer Schleppbahn und deren Umgebung vorgeben: So um 1960 herum, Ost-Österreich … hmmmm …

Bisher bin ich schon bei Mondrakete und Atomreaktor gelandet, aber das passt halt nicht so wirklich! Und insofern belästige ich Dich, lieber Leser, mit diesem Thema. Vielleicht fällt Dir ja noch etwas ein? Oder die ganze Schreiberei hier inspiriert Dich dazu, ein waches Auge auf solche Mondraketenreaktorkuppeln zu haben … wobei mit einer „Kuppel“ – vielleicht für eine kleine aber schicke Kapelle? – jetzt doch noch die kleine, leicht bekleidete Fee eine etwas passendere Idee vorbeigebracht hat …

Bild 1: Da ist es … das fragliche „Objekt“

Bild 1 zeigt es nun … das Ding … Teil … Objekt … man sollte ja auch wissen, wie es aussieht und wie groß es in etwa ist (der alte Bayer hat extra seine Fässer und anderen Kram hinter dem Haus weggeräumt, damit da Platz ist für … na … es eben).

Der Bayerhof (12)

Beginnen wir das neue Jahr doch so, wie wir das alte beendet haben … mit einem Fass 😉  Da  gefragt wurde, wie denn genau das Fass aus dem letzten Beitrag zustande gekommen ist, haben die Bewohner des Bayerhofs keine Kosten und Mühen gescheut, gleich noch ein Fass aufzumachen … und dabei schauen wir ganz genau zu.

Vorweg ein paar Dinge dazu:

  • Das ist jetzt – grob geschätzt – mein viertes Fass. Ich habe weitaus weniger geflucht als bei den dreien vorher, aber ich denke, es geht noch immer besser.
  • Es ist alles wieder so ziemlich geklaut … Ok, man kann die Techniken, um ein Fass zu bauen, hier und da auf die eine oder andere Art im Web finden, aber ich habe mich ganz eindeutig an Emmanuel Nouaillier und seine Beschreibung in „Perfekt bis ins Detail“ gehalten.
  • Die Fotos sind jetzt in einer Bastelsession hintereinander weg „geschossen“. Große Bearbeitungen usw. habe ich mir erspart. Aber ich denke, man erkennt, was gemeint ist.

Zu guter Letzt genug der Worte … und analog zum alten Werbespruch „Lasst Blumen sprechen …“ beginnen wir mit einem „Lasst Bleche scheppern …“!

Bild 1: Ausgangspunkt ist – TADAA! – ein Stück Cinefoil (es geht natürlich auch anderes Material mit ähnlichen Eigenschaften, etwa dickere Alufolie) … die Breite ergibt sich aus dem Umfang des Fassbodens (wir erinnern uns: Der Umfang eines Kreises ist sein Durchmesser multipliziert mit der Kreiszahl π … da wir ein wenig Überlappung brauchen, um das Cinefoil zuzukleben, nehmen wir statt π einfach 3,14 und geben zum Ergebnis 0,5 bis 1mm dazu … da braucht’s ein wenig Übung und es hängt vom Material ab), die Höhe klarerweise von der gewünschten Höhe des Fasses

Bild 2: Entlang eines Lineals o.ä. und auf einer Schneidematte oder einer ähnlichen Unterlage, die ein wenig nachgibt, graviert man vorsichtig Wülste in das Fass (wenn es Wülste haben soll) … die Nadel im Bild zweimal sehr flach und recht sanft über das Cinefoil gezogen reicht da … bei anderen Werkzeugen habe ich dann Einzelteile in der Hand gehabt

Bild 3: Im Beispiel sind so zwei Wülste an einem Ende entstanden … man streicht ggf. das Cinefoil mit dem Finger vorsichtig wieder etwas glatt

Bild 4: Nach den Wülsten am anderen Ende des Fasses sucht man sich einen runden Gegenstand, der den gleichen Durchmesser wie der Fassboden hat … oder lieber ein klein wenig größer (ich habe den Fassboden mit einem 5,5mm Locheisen erstellt, das Locheisen im Bild hat einen Außendurchmesser von 6mm) … jedenfalls wickelt man das Blech nun darum

Bild 5: Das „gewickelte Blech“ sieht dann so aus … und links ist ein Fassboden zu sehen (ich weiß, sieht fast aus wie die Farbklekse rechts)

Bild 6: An ein unteres Ende vom Cinefoil gibt man nun ein wenig Sekundenkleber-Gel und bringt es vorsichtig an den Boden an – klebt das erste Stück, dann kommt Kleber an den Rest und man zieht und wickelt vorsichtig das ganze Blech um den Boden … am Ende sollte es eine kleine „Blechüberlappung“ geben, an die man von Innen etwas flüssigen Sekundenkleber gibt

Bild 7: Wer es ganz richtig macht, grundiert jetzt wohl mal … ich habe einfach zwei dünne Farbschichten auf das Cinefoil gepinselt

Bild 8: Und noch ein wenig … weil’s so schön war!

Bild 9: So weit, so Fass! Wenn das Fass später stehen soll – man sieht dann klarerweise die Unterseite des Bodens nicht – ist man mit der Farbgebung soweit mal fertig

Bild 10: Wenn der Boden des Fasses später zu sehen sein soll, muss er natürlich auch noch eine Farbschicht bekommen – zugleich ist hier am Fass wohl mal eine Auslauföffnung o.ä. gewesen … in diesem Fall aus einer kleinen Laser Cut-Mutter

Bild 11: Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, welche Farbe wohl so ein Fass innen hat … das liegt sicher am Material, am Alter, am (früheren) Inhalt – das Mattschwarz des Cinefoil ist jedenfalls mal eine recht konservative Sache, die hier noch mit etwas heller Rostfarbe überpinselt wird (das Fass liegt angenommenermaßen schon länger kaputt herum) – wenn man später in das Fass hineinschauen kann bis zum Boden, sollte man zusehen, dass der nicht mehr nach schneeweißem Polystyrol aussieht

Bild 12: Jetzt kommt der spaßige Teil: Agressionsabbau! 😆  … mit Zahnarztwerkzeug, Pinselstiel, Pinzette, … bringt man das Fass in Form … oder aus der Form … ganz, wie man das so sieht …

Bild 13: Schon beim Verbeulen sollte man sich überlegen, wie das Fass später mal liegen wird und was man dann davon sieht … diese Stellen werden gealtert (hellere Rostfarbe, stark verdünnt) und auch die Auslauföffnung bekommt nun rostige Farbe ab

Bild 14: Im nächsten Schritt habe ich noch helle „Rostpigmente“ und etwas braunen „Staub“ feucht aufgetupft

Bild 15: Jetzt kommt noch etwas Graphit zum Einsatz … wo das Fass vielleicht noch gerollt oder über den Boden gezogen wurde, sieht man eventuell noch etwas „Metallglanz“

Bild 16: Nun mit – kaum wahrnehmbaren – Graphit an der Kante zum Boden sowie an den umlaufenden, gravierten Wülsten

Bild 17: Und so steht es auch schon fertig mit dem gestern aufgemachten Fass vor dem Bayerhof (das Fass von gestern habe ich nicht ganz so stark und ausführlich gealtert – ich gestehe)

Der Bayerhof (11)

Wenn man am Silvestervormittag am Blog schreibt, von draußen die Sonne hereinlacht und die Temperaturen geradezu frühlingshaft angestiegen sind, denkt man eher nicht an schlechtes Winterwetter. Glücklicherweise tun das andere für einen … so sind beim Bayerhof die Spengler angekommen, haben die Regenrinne montiert und haben brav weitergearbeitet …

Bild 1: Montierte Regenrinne mit provisorisch zusammen gestellten Fallrohr

Die Regenrinne wird so an die Dachkante montiert, dass der mühsam „drangepfriemelte“ 0,3mm-Draht an der Außenkante ist – das will man ja auch sehen! Anschließend kommt wieder graue Farbe und etwas weißes Pigment zum Einsatz.

In die Rinne läßt man feucht in feucht dreckig-braune und etwas grüne Pigmente laufen … über den Sommer sammelt sich halt der eine oder andere Dreck.

Dann braucht’s natürlich noch ein Fallrohr … das Regenwasser muss ja irgendwohin abfließen. Selbiges – also: das Fallrohr natürlich – ist aus 1mm Messingdraht zurechtgebogen. Wo es in den Erdboden verschwindet, sieht man öfter gusseisere „Einläufe“, die man super aus Aderendhülsen mit passendem Innendurchmesser herstellen kann.

Bild 1 zeigt, dass man speziell beim Fallrohr mit den korrekten Abständen von Wand und Regenrinne immer etwas herumbiegen und probieren muss, bis es denn dann passt.

Bild 2: Wenn alles passt, dass wird das Fallrohr an der Wand befestigt

Passt endlich alles zusammen, bekommen das Fallrohr und der „Einlauf“ auch noch ihre Farben und werden an der Wand befestigt.

Aus Cinefoil schneidet man dann dünne Streifchen zu, in die man rechts und links am Ende noch mit einer spitzen Nadel die Nachbildung einer Schraube o.ä. drücken kann. Damit stellt man die Schellen dar, mit denen das Fallrohr an der Wand befestigt ist.

Auch hier erfolgt nach der Montage dann eine Farbgebung – hier sind die Schellen schon angerostet und die Schraubköpfe mit hellerem Rost – bzw. hinterher etwas Graphit – betont. Wenn man sich schon die Mühe macht, sie darzustellen …

Bild 3: Auch die weiteren Gebäudeteile erhalten Regenrinnen …

Auch an den Anbauten rechts entstehen nun die Regenrinnen. Beim schmalen Anbau mit Schornstein genau wie bei der Scheune, beim Holz-Anbau habe ich mich nochmal an Regenrinnen von Igra versucht.

Die sind sehr fein … und daher eigentlich unverändert montiert. Sie wie die Rinnen von Auhagen zu bearbeiten, habe ich ganz schnell wieder verworfen (auch bei diesem zweiten Versuch). Das Material ist irgendwie hartnäckig flexibel und biegt sich gerne, was auch die Montage erschwert, wenn die Dachrinne schon leicht gebogen aus der Verpackung kommt.

Bild 4: … und Fallrohre

Die Farbgebung klappt immerhin, wenn auch hier die Igra-Rinne etwas mehr Vorsicht und Nacharbeit benötigt.

Die Rinnen an beiden Anbauten teilen sich ein Fallrohr – angenommenermaßen hat man beim Bau des hölzernen Gebäudeteils einfach den Abfluß an das bereits existierende Fallrohr angeschlossen … der gemauerte Anbau hat keine so große Dachfläche, als dass hier Unmengen an Regenwasser abfließen müssten.

Im Modell ist das eine ziemliche Frickelei. Bei größeren Bauten kann man da am „Zusammanfluß“ irgendwie aufwendigere Konstruktionen erklären und findet ggf. passende Polystyrolteile (etwa aus Spritzlingsrahmen), in die man passende Löcher zur Aufnahme der Fallrohre bohren kann. Hier ist das Ganze „handgeschnitzt“, wie es wohl auch real passiert wäre …

Mit etwas Farbe und einer Alterung schaut es aber für solche Anbauten recht passend aus, denke ich.

Bild 5: Der Tank hat sein Anschlussrohr wiedergefunden und die Elektriker waren da

Irgendwann habe ich dann auch endlich das schon gebogene Anschlussrohr des Tanks wiedergefunden … also schnell Tank auf Fundament und Rohr an Tank montiert!

Hier und da – etwa an den Füßen des Tanks oder an besagtem Rohr – kommt nochmal etwas Rost und Dreck dazu … da wird bis zum Bauende sicher noch hier und da der Pinsel geschwungen.

Nebenbei haben die Eletriker – oder irgendwer im Pfusch … wer weiß das schon so genau? – ein paar Leitungen verlegt. Die dickeren sind aus 0,3mm Messingdraht, die dünneren aus dem Spulendraht eines kaputten Relais. Abzweigdosen und Kästen entstehen aus zurechtgeschnitzten PS-Teilen oder diversen Resten (die Kästen links oberhalb des Tors sind aus einem Set von Auhagen, in dem E-Kästen enthalten sind, entstanden).

Und wer die Elektrik abenteuerlich findet: Gerade, als ich begonnen hatte, diesen Beitrag zu schreiben, ist hier mal wieder der Strom ausgefallen. Nach etwas über einer Stunde war er dann wieder da … um nur Sekunden später für etwa eine halbe Stunde wieder zu verschwinden …

Bild 6: Pünktlich zu Silvester machen die Bauarbeiter ein Fass auf! 😆

Tja … das ist jetzt wohl der letzte Beitrag … also … für dieses Jahr. Irgendwer hat am Bayerhof schon ein Fass aufgemacht … und einfach mal stehen lassen. Mit diesem – der dritte, von Flüchen begleitete Versuch, ein solches Fass selber zu bauen – wünsche ich allen Lesern, die bis hier durchgehalten haben mal einen guten Rutsch … bis nächstes Jahr dann!

Der Bayerhof (10)

Irgendwie ist die Adventszeit – jedenfalls je näher Weihnachten kommt – modellbahnerisch eher unproduktiv. Finde ich jetzt. Da gibt es immer viele andere Dinge zu organisieren, vorzubereiten, Weihnachtsmärkte zu besuchen, Punsch zu kosten … und man will ja den vorweihnachtlichen Familienfrieden auch nicht übermäßig torpedieren 😉

Ok … ist jetzt eine Ausrede … naja, nicht ganz. Ein anderer Punkt, warum hier länger nichts zu lesen war, ist gleich zu lesen … nur Geduld.

Zuerst sind es nur ein paar Steine, die noch über dem Tor ergänzt werden. Zieht sonst immer so …

Bild 1: Noch mal Marodität (gibt es das Wort? … nein … offensichtlich nicht – warum nur? Das fehlt im Deutschen!) … diesmal aber immerhin vor Regen geschützt

Dann fehlt natürlich noch ein Dach über der Scheune. Also mal eine Dachplatte zuschneiden, probeweise auf’s Dach legen und Platz machen für den Schornstein. An dieser Stelle (Bild 1) wirkt alles noch ruhig und friedlich … vorweihnachtlich, quasi!

Auf die Unterseite des Daches kommen an den Stellen, wo man es sehen kann, wieder entsprechende Bretter – diesmal aus dünnem PS geritzt und druntergeklebt. Die weitere Behandlung ist klar … wie Holz soll es wieder aussehen. Anschließend kommen noch Stirnbretter an den Ortgang (links und rechts auf Bild 2 – pures PS – und 3 – dort schon in Holzoptik – also).

Bild 2: Und da ist er auch schon … der Speckschwartenglanz!

Nachdem die Spengler wieder mit drei Stücken Cinefoil herumgeblecht haben (rund um den Schornstein), bekommt das Dach eine erste Grundierung mit einer ziegelroten Farbe.

Und dann noch eine.

Und wie man in Bild 2 erahnt … bringt das nicht wirklich etwas. Ich bin mir nicht ganz sicher, wer der Hersteller dieser Dachplatte ist, aber sie glänzt trotz der Farbe irgendwie immer noch ein wenig wie eine Speckschwarte. Das ist natürlich blöd … und es kostet Zeit, das zu ändern.

Bild 3: Andersfarbige Ziegel … leider immer noch auf Speckschwarte

Zuerst mache ich mir noch die Mühe, einige Ziegel in etwas anderen Farben anzumalen. Lustigerweise scheinen die Farben dann besser zu decken … und das Dach glänzt an den Stellen nicht mehr so arg. Eigentlich glänzt es dort gar nicht mehr.

Die Hoffnung, mit einem matten „Washing“ das Ganze etwas ansehlicher zu bekommen, scheitern leider …

Bild 4: Speckschwarte in Öl?

Immerhin bekommen die Bleche am Schornstein in bekannter Technik das Aussehen von Zinkblech … immerhin etwas, was funktioniert.

Aber Speckschwarte bleibt Speckschwarte … das geht gar nicht! Also kommen „radikalere Mittel“ zum Zuge …

Bild 5: „Entspecktes“ Dach … na endlich!

Ziegelrot gibt es natürlich auch als Pigent … dazu noch ein paar andere, passende Farben … und plötzlich ist der Glanz fast weg. Das Dach schaut endlich aus wie ein Dach!

Ganz zum Schluß kommen hier und da noch mit grünen Pigmenten ein paar Spuren von Moos dazu … aber hier sollte man nicht übertreiben, wenn das Haus nicht unter vielen, großen Bäumen steht.

Die Pigmente werden wieder feucht aufgebracht und nach dem Trocknen mit einem Borstenpinsel vorsichtig von oben nach unten „abgestrichen“. Damit verschwinden lose Pigmente und das ganze Dach wirkt etwas „fließender“ von den Farben.

Und es ist nun endlich nicht mehr speckig, hurra! Der Weihnachtsfriede bricht an!

Bild 6: Irgendwie muss das Regenwasser dann kontrolliert vom Dach laufen können

Als nächstes arbeiten die Spengler an den Dachrinnen. Hier habe ich alles von Emmanuel Nouaillier abgeschaut … das Ergebniss passt in meinen Augen, also mache ich es so.

In aller Kürze: Die Dachrinne in Bild 6 begann ihr Leben in einem Dachrinnenset von Auhagen. Passend abgelängt und dem noch verbleibenden stirnseitigen Abschluss beraubt, schneidet man zuerst mal mit einem scharfen Messer die auf einer Seite angeformte „Klebelatte“ weg (gemeint ist, dass hier die Kante der Rinne sehr breit ist, damit man sie leichter am Dach ankleben kann … naja … leicht kann doch jeder 😀 ).

Im nächsten Schritt widmet man sich mit feinem Schmirgelpapier der Unterseite und schleift die angegossenen Halterungen weg … bis man zu einer schönen, Glatten Dachrinne kommt. Wenn man mal auf der Unterseite herumwerkelt, kann man dann auch gleich das Loch für das Fallrohr durchbohren.

Dann kommt mal wieder so ein Zahnarztwerkzeug an die Reihe. Ich habe da so eines, was ein wenig an eine „Piraten-Armprotese“ erinnert … am Ende gebogen, halbwegs spitz und scharf. Damit fahre ich rechts und links in der Rinne am Rand entlang, damit etwas Material abgetragen wird und die Seiten zumindest von oben gesehen etwas „Blech-artiger“ wirken – vorher finden wir hier ja umgerechnet eine Rinne aus dicken Panzerplatten vor. Wenn man hier etwas weniger vorsichtig vorgeht oder öfter kratzt, kann es sein, dass die obere Kante der Rinne etwas zu dünn wird oder stelleweise ganz verschwindet … wirkt dann sehr nett, wenn man vom Rost angefressene, alte Dachrinnen vor Augen hat.

Aus Draht und Cinefoil kommen jetzt die Details wieder an die Rinne: Auf einer Seite (die später dem Dach abgewandte) kommt der Länge nach ein 0,3mm-Draht an die Oberkante (möglichst gerade … oder eben etwas krummer, wenn die Rinne auch schon etwas heruntergekommen sein soll). Anschließend markiert man auf der Unterseite in mehr oder weniger gleichmäßigen Abständen, wo die Dachrinne mit einer Halterung am Dach befestigt sein soll. Ich nehme nun einen 5mm breiten Streifen Cinefoil und schneide vorsichtig (drückt man zu stark oder schneidet zu schnell, biegt sich das dünne Cinefoil gerne mal spiralartig) dünne, etwa 0,5mm breite Streifen herunter (weniger wäre gut, aber das bekommt man kaum hin). Die werden nun jeweils an den Markierungen mit Sekundenkleber so auf die Unterseite der Rinne geklebt, dass sie an der Dachseite möglichst genau mit der Rinnenoberkante abschließen. An der anderen Seite – das ist die, wo der Draht angeklebt ist – stehen sie nun etwas über.

Ist der Kleber trocken, schneidet man die Streifchen ggf. auf passende Länge: Der Überstand sollte etwa 1 bis 1,5mm betragen. Ist das getan, dreht man die Rinne um und biegt die Cinefoilstreifchen um den Draht herum. Anschließend kommt etwas Sekundenkleber zum Einsatz … schon fertig.

Noch eine Warnung am Schluß: Das ist etwas für gaaanz ruhige Minuten!

Fehlen noch die stirnseiten Abschlüsse der Rinne. Hatte ich erst versucht, mit einem Locheisen passenden Durchmessers einen Kreis aus Cinefoil zu bekommen, ihn zu halbieren und dann die Halbkreise sauber auf die Stirnseiten zu kleben, führten mich Fragen meiner Frau, warum ich so fluche und schreie, zu einer nicht ganz so eleganten, aber wohl nervenschonenderen Lösung: Zwei Quadrate aus Cinefoil – etwas größer als die Stirnseiten -, Sekundenkleber an die Stirnseiten der Regenrinne, auf das Quadrat aus Cinefoil damit, Kleber trocken lassen und mit einem Messer die Überstände abschneiden. Funktioniert!

Damit der Beitrag nicht mit einem zu tiefen Einblick in mein Seelenleben endet, hat die linke Giebelwand der Scheune noch eine Luke zum Dachboden bekommen.

Bild 7: Eine Luke zum Dachboden … damit die Giebelwand nicht so trist wirkt

Ich hatte erst überlegt, die Giebelwand mit einer schicken Werbung etwas aufzulockern. Aber wer sollte um 1960 an der Giebelwand einer maroden Scheune irgendwo im Nirgendwo (eine Straße ist auf dem Modul, auf dem der Bayerhof aufgebaut werden soll, nicht in der Nähe) für was werben?

Allerdings käme man hier wohl mit einem Anhänger recht nahe an den Giebel … und könnte so Dinge auf den Boden der Scheune laden oder von ihm herunter … wenn dort eine Luke wäre.

Eine Luke aus PS ist schnell geritzt und angemalt. Zu den Schritten für in die Jahre gekommenes Holz kommt hier noch eine letzte Schicht alter, abblätternder Farbe. Und da die Luke außen angeschlagen ist, kommt oben drüber noch ein etwas vorstehendes Blech, damit es auch wirklich nicht reinregnen kann.

Und netterweise erkennt man so nicht, dass hinter der Luke eigentlich gar keine Öfnnung in der Giebelwand ist.

Der Bayerhof (9)

So … nach etwas längerer Zeit geht’s wieder einmal in kleinen Schritten weiter!

Inzwischen ist das Wellblechdach fertig gedeckt und die Spengler kümmern sich um die Kanten zwischen Dach und Wand bzw. Schornstein (hier kommt das hochgelobte Cinefoil mal wieder zum Einsatz).

Bild 1: Ein Preiserlein lugt aus dem Tor … er möchte dem Größenvergleich dienen!

Da ich inzwischen gebeten wurde, doch mal einen Bewohner des Bayerhofes als Größenvergleich zu engagieren, hat sich bei Bild 1 einer an’s Tor gestellt.

Aber auch am benachbarten Dach mit Dachpappendeckung geht es weiter.

Bild 2: Nun klebt es … das Dachpappendach

Die Dachpappenhaut bekommt ein verdünntes Schwarz als erste Farbschicht. Ganz dünn sollte die Farbe nicht sein, aber eben auch nicht zu dick. Fleckig darf es sein, aber wenn man noch zu sehr die Kreppbandfarbe erkennen kann, war’s nicht genug. Erkennt man von der Struktur des Kreppbandes nichts mehr, war hingegen die Farbe zu dick. Ach … was erzähle ich?!

Anschließend geht man noch mit einem fast trockenen Pinsel in einem hellen Grau über das Dach. Die Unterseite bekommt in etwa die gleiche Behandlung wie die Holzwände – nur ist die Dachunterseite naturgemäß Wind und Wetter nicht ganz so stark ausgesetzt.

Bild 3: Kaum ist es fertig, rostet es auch schon …

Das frisch gedeckte Dach rostet man gleich einmal an … etwas verdünnte, dunkle Rostfarbe hilft dabei. Auch hier darf das Ergebnis wieder fleckig sein, so dass hier und da noch die graue Grundierung erahnbar ist.

Im nächsten Schritt kommt dann in etwa gleicher Verdünnung eine etwas hellere Rostfarbe dazu … auch fleckig, versteht sich.

Bild 4: Bei diesen Schritten wichtig (meine ich), dass man immer von Platte zu Platte „springt“

In die noch nasse Rostfarbe stupfe ich dann mit einem alten Pinsel Pigmente in passenden Farben … rötlicher bzw. gelblicher Rost und ein wenig Braun.

Ich achte hierbei darauf, dann ich nicht von einer Platte gleich zur Nachbarplatte gehe, sondern „springe“, damit benachbarte Platten nicht zu gleich wirken. Man soll ja erkennen, dass das Dach aus einzelnen Dachplatten besteht. Theoretisch wäre es ja auch denkbar, eine ganz neue – vielleicht gerade ausgetauschte – Wellblechplatte irgendwo dazwischen zu haben.

Bild 5: Im Unterschied zu Bild 4 sind nicht nur mehr Platten angerostet, sondern es wirkt alles matter und „überblendet“

Bild 5 zeigt das fast fertige Wellblechdach. Ist eine Platte oder sind mehrere Platten trocken, pinsele ich noch einmal von oben nach unten darüber. Das löst in der Regel noch etwas Pigment, so dass Kontraste zur Nachbarplatten doch noch etwas gemildert werden. Außerdem wird das Dach dann etwas matter.

Klarerweise sollte man auf einem solchen Dach nun nicht mehr wild mit fettigen oder nassen Fingern herumtapsen. Aber ich denke, das tut eh keiner …

Bild 6: Der Spengler war quasi nochmal da …

Nun folgen die Bleche an den Kanten – links und rechts zur jeweiligen Wand und zum Schornstein. Die werden hellgrau gefärbt.

Bild 7: Und wieder die Frage nach dem Unterschied … diesmal zu Bild 6  😀

Bei den Blechen kommen nun auch Pigmente zum Einsatz … aber weiße. Nicht zu viele werden nass (ich nutze das „Mittelchen“ von Melinda Hellmann … ganz einfach, weil es in einer Packung mit Pigmenten günstig zu bekommen war … und – wieder einmal – weil es einfach funktioniert) wieder einmal von oben nach unten auf die Bleche gepinselt. Ist alles trocken, kommt auch hier noch einmal ein „Nachkehren“ von oben nach unten.

Am rechten Anbau passiert mit den Blechen zur Wand und auf dieser – beide sind inzwischen ebenfalls aus Cinefoil entstanden – das Gleiche.

Bild 8: Ist das Dach dicht, freut sich der Bayer!

Damit sind wir auch schon wieder am Ende eines Berichtes angekommen. Ok … nicht ganz. Quasi als Entspannungsübung sind über dem neuen Sturz am Tor noch einige Steine dazugekommen. Ein paar werden es wohl noch mehr … aber auch hier setzt schon langsam wieder der übliche Verfall ein …

Bild 9: Marode Ecken, wohin man schaut …!

Der Bayerhof (8)

In kleinen Schritten geht es weiter …

Die Fugen zwischen den Ziegelsteinen werden noch etwas nachbehandelt … ganz hell wirken sie eigenntlich nur, wenn sie noch recht neu sind … schreiendes Weiß, wie man es öfter sieht, ist bei älteren Fugen also eher nicht das Wahre. Allerdings finde ich zu dunkle Fugen dann auch … sagen wir mal: kontraproduktiv. Wenn sie z.B. zwischen den hier dunkelroten Steinen nicht mehr als Fugen zu erkennen sind, bringen sie einen irgendwie nicht weiter …

Bild 1: Kleine Schritte … immerhin kann man nun „zumachen“

Inzwischen ist dann auch das Tor eingesetzt worden … nicht ohne vorher noch den dort sichtbaren Boden ein wenig  weiter zu behandeln.

Was man in Bild 1 auch erahnen kann, ist eine erste Farbschicht auf dem Schornstein – danach werden auch hier die Ritzen mit stark verdünntem Schwarz etwas hervorgehoben.

Im nächsten Schritt (da landen wir dann bei Bild 2) kommt wieder die Krankenschwester mit ihrem Tupfer zur Hilfe geeilt … Diesmal darf der Tupfer etwas kleiner sein (ich habe die, die ich bei den Wänden benutzt habe, jeweils kleiner geschnitten), damit man nicht aus Versehen zu viel Farbe auf die Wandflächen neben dem Schornstein stupft … die sind ja schon fertig und sollten eigentlich so weit wie möglich unberührt bleiben.

Der Ansatz zum Abzug wird mit Spachtelmasse als „Zementersatzstoff“ gestaltet.

Bild 2: Und noch ein „Schwarzer Kasten“

Und auch beim offenen Tor kann man natürlich gut in das Innere schauen … ein weiterer „Kasten“ aus Moosgummi schafft hier Abhilfe.

Bild 3: Der Schornstein altert …

Nach der letzten Tupfaktion gibt es auch hier wieder hier und da Risse im Putz, die noch etwas nachgearbeitet werden müssen … oder sollten.

Der Abzug des Schornsteins bekommt eine Schicht dunkler Rostfarbe, danach wird trocken mit einer helleren Farbe ein wenig „Leben“ in den Rost gebracht. Wenn man schon dabei ist, dann verdünnt man die Rostfarbe stark und zieht mit dem Pinsel „Ablaufspuren“ hier und da (wo Wasser halt abfließen würde) am Schornstein herunter. Weniger ist hier mehr … lieber noch einmal nacharbeiten als dass gleich beim ersten Mal eine deckende „Rostsauce“ auf dem Putz klebt.

Auch am Abzug  schafft der Graphitstift an den Kanten ein wenig Metallglanz.

Bild 4: Der Dachdecker war endlich da!

Im nächsten Schritt kommen die ersten Wellblechplatten auf den Anbau. Mehr zum Wellblech habe ich schon vor einiger Zeit beim Christophorus-Hof geschrieben. Auch diesmal sind die Wellblechplatten aus Alu hellgrau grundiert, allerdings dann mit 2K-Kleber (nicht zu viel anrühren!) auf die Unterkonstruktion geklebt.

Bild 5: Kaum waren die einen Dachdecker da, kamen schon die nächsten

Für den rechte Anbau habe ich eine PS-Platte (1mm) passend zugeschnitten und an der Unterseite, wo sie an den Rändern übersteht, eine Bretterstruktur eingeritzt.

Auf der Oberseite bilden Bahnen von Kreppband Dachpappe nach. Die werden von unten nach oben, jeweils an den Rändern ein wenig überlappend aufgeklebt.

Mit einem dunklen Grau kommt hier auch eine erste Farbschicht an die Reihe … und wir sind wieder einmal beim Ende eines Berichts!

Bild 6: Das rechte Dach „liegt Probe“, links sind noch ein paar Wellblechplatten dazugekommen

Zum Abschluss und zu Bold 6 noch die Erkenntnis: Man kann mit 2K-Kleber das Dach nicht so schnell mit Wellblech decken, aber dafür hält so alles (was bei Sekundenkleber-Gel nicht wirklich der Fall war).

Na alsdann!

Der Bayerhof (7)

So langsam gilt es, sich beim Bayerhof an lauter „Kleinigkeiten“ entlang zu hangeln. Die kosten natürlich Zeit, machen aber auch sehr viel Spaß, wie ich finde.

Ok … ein Fenster einzubauen und dann dahinter „duster“ zu machen, ist jetzt nicht so wahnsinnig spannend. Aber es muss sein …

Bild 1: „Alternative facts“ hinter dem Fenster …

Das Fenster am verputzten Anbau hat einen metallenen Rahmen. Er ist komplett aus Polystyrol-Streifchen entstanden. Die sind metallisch-grau lackiert und dann hier und da ein wenig „angerostet“ worden. Abschließend habe ich mit einem weichen Graphitstift (aus dem Kümstlerbedarf) an einigen Stellen noch für etwas „Metallglanz“ gesorgt.

Die eigentliche Glasscheibe ist natürlich auch aus Kunststoff. Ich schneide sie passend für den Rahmen zu (der soll später bündig zur Außenwand sein, so dass die „Glasscheibe“ also genau passen muss) und klebe sie mit ganz wenig Sekundenkleber-Gel von innen an den Rahmen.

Jetzt kommt etwas Wichtiges … aufpassen! 😆

Von innen sitzt man nun (mit einer Nadel oder einem feinen Messer) entlang der Fenstersprossen das „Glas“ ganz vorsichtig und leicht ein. Nun nimmt man – nach Gutdünken, Vorbild, … was auch immer! – weiße, graue, braune Farbe, verdünnt sie stark und mischt sie ggf. immer wieder einmal. So ein Farbtropfen kommt nun von innen auf das Fenster und wird dort verteilt, so dass ein mehr oder weniger dichter Schmutzfilm zu sehen bleibt.

Man kann auch, wenn die Farbe ein wenig angetrocknet ist, mit einem trockenen Pinsel noch ein wenig „Staubwischen“, so dass das Glas weniger dreckig ist oder man – mit ein wenig Übung – sogar den Eindruck bekommt, dass jemand Schmutz vom Fenster gewischt hat. Man kann hier auch quasi nass-in-nass arbeiten … also z.B. in eine leicht graue Farbschicht noch bräunliche Schlieren ziehen.

Warum wir vorher geritzt haben? … durch die Ritzen haben die kleinen, durch die Sprossen umgebenen Fensterchen jetzt Grenzen, über die die Farbe nicht laufen kann!

Bei vielen Industriefenstern sieht man, dass nachträglich solche Fensterchen getauscht wurden und somit eine andere Farbe oder Schmutzschicht haben – das kann man so recht gut nachempfinden, ohne dass übereifrige Farbe gleich alle Fensterchen von hinten gleichmäßig verschmutzt.

Bild 1 zeigt das eingebaute Fenster mit einem schwarzen „Kasten“ dahinter. Der soll verhindern, dass man aus Versehen durch das Fenster das ganze strahlende Weiß vom PVC-Hartschaum erahnt. Noch wichtiger sind solche Kästen oder Sichtsperren natürlich, wenn man Gebäude mit Fenstern auf mehreren Seiten baut. Hier kann man sonst leicht durch ein Fenster die auf der anderen Seite eingebauten Fenster sehen … und damit auch erkennen, dass das Gebäude innen einfach nur total leer ist. In Bild 3 sieht man eine zweite Möglichkeit für so eine Sichtsperre.

Bild 2: Der neue Sturz des Tores

Der neue Sturz für das verkleinerte Tor ist inzwischen eingefärbt und an seinen Platz gewandert. Die Farbgebung erfolgt dabei ziemlich genau so, wie bei der Bretterwand am Anbau ganz rechts.

Und wo ich den gerade erwähnt: Er … also eigentlich seine Bretterwände … ist inzwischen mit Sekundenkleber-Gel an Fundament, Rückwand und dem verputzten Anbau befestigt.

Das Fenster hier ist ein altes, etwas verzogenes Holzfenster. Entsprechend wurde es eingefärbt. Das Fensterglas ist wie oben beschrieben entstanden, nur dass hier nach dem Ritzen (hinter den Fenstersprossen, „Glas“ diesmal nur lose aufgelegt) Fensterchen zerbrochen oder ganz herausgefallen dargestellt wurden. Hier sollte mal jemand den Glaser rufen …

Nach dem Einkleben des „Glases“ hinter den Rahmen kam auch hier eine kleinere Verschmutzungsaktion an die Reihe (am besten klarerweise noch vor dem Einkleben des Holzanbaus).

Bild 3: Die Dachdecker waren schon da … und ein Schornstein entsteht

Bild 3 zeigt, dass das grundsätzliche Gebäude schon weit fortgeschritten ist. Über dem neuen Sturz am Tor sieht man, dass hier mal jemand das „Loch“ ausgemauert hatte. Hier geht es dann noch etwas weiter … die ganzen Ziegelsteine haben ja bisher auch nur ihre Grundfarbe bekommen.

Aus 1cm dickem Polystyrol (auch als „Styrodur“ o.ä. bekannt) habe ich einen passenden Schornstein geschnitten, der inzwischen auch einen Putz bekommen hat und auf das Dach (erstmal nur eine 0,5mm starke PS-Platte als Grundlage) des verputzten Anbaus gewandert ist.

Bild 4: Und wie immer am Schluss … der aktuelle Stand …

Damit später nirgends weißes PS durchscheint, ist das „Grundlagendach“ nun noch schwarz lackiert.

Und wo ganz links ein Fenster zugemauert wurde, ist nun ein Stück Ziegelmauer zu sehen … war es ja schon öfter, aber jetzt sind die Fugen noch etwas nachbehandelt und das Ganze in die Fensteröffnung geklebt.

Als „Krönung“ im wahrsten Sinne des Wortes  sitzt an der Spitze des Schornsteins schon einmal der eigentliche Abzug zur Probe … er ist ein Weißmetallteil.