Am vergangenen Wochenende fand zum nunmehr zehnten Mal ein Localbahntreffen des FREMO in Schönau an der Triesting statt. Damit hätte beim ersten Treffen 2014 – oder vorher bei dessen Vorbereitung – wohl keiner der Mitwirkenden gerechnet.
Wie bereits vorher sieben Male waren wir wieder „Gäste“ in der Ortszentrum-Halle (in zwei Jahren mussten wir in die Turnhalle der Volksschule ausweichen). Das Schöne war, dass es nicht nur das zehnte Treffen war, sondern wir diesmal auch Verstärkung durch die Schmalspurbahner bekommen haben, die den zur Verfügung stehenden Raum bestens ausgefüllt hatten. Eine – wie ich finde – gelungene Kombination. So wurde bei der Normalspur ein Endbahnhof im Arrangement ersetzt durch eine Übergabe zur Schmalspur, und die normalspurigen Güterwagen konnten auf Rollwagen den weiteren Weg zu ihren Zielen zurücklegen (und es gab klarerweise auch Schmalspurzüge ohne Rollwagen).
Hier nun meine Bilder vom Treffen … wenn auch viel von meinem „Einsatzort“ an der Schönauer Schleppbahn dabei ist, kann man doch das Eine oder Andere auch von anderen Gegenden des Arrangements entdecken. Und alle anderen Teilnehmer sind natürlich aufgerufen, ihre veröffentlichen Fotogalerien oder Filme hier verlinken zu lassen … mache ich natürlich gerne!
Und wieder gilt es, ein leere Halle – anfänglich standen dort nur 22 Tische, die die Gemeinde-Mitarbeiter für uns aufgebaut hatten – mit Modulen zu füllen … am Donnerstag beginnt ein scheinbares Chaos
Die Module werden zuerst grob „sortiert“ – also dort hingestellt, wo sie später in etwas benötigt und in das Arrangement eingebaut werden
Manchmal braucht man einen Plan, um sich zurecht zu finden
Dieses Mal das erste Mal dabei: Eine schmalspurige Strecke in H0e
Langsam werden die Module untereinander verschraubt … das Arrangement wächst
Ein wenig heikel ist es immer, die Türen zu „treffen“ – vor allem muss man ja neben den Modulen auch noch gehen können
Einrichten der Module für einen sauberen Gleisübergang von einem zum anderen Modul
Wir haben „getroffen“! Durch eine Tür hinaus in das Foyer der Halle, durch die andere wieder zurück in die Halle … puhhh!
Ein Panorama vom fertigen Aufbau
Die magischen Worte, auf die alle Warten, sind gefallen: „Uhr läuft!“
Konzentriert beginnt der Betrieb – speziell Bierbaum ist als Abzweigbahnhof immer eine Herausforderung (ok, diesmal war es auch St. Nikolai, weil durch ein kaputtes Netzteil anfangs weite Teile der Bahnhofssteuerung und damit der ganze Bahnhof ebenfalls nicht mehr funhktionierten)
Die Schönauer Schleppbahn bringt schon in der Früh leere Wagen der FS vom Großmarkt zur Übergabe in Piestingau
Fast die komplette Milch war für die Wiener Molkerei bestimmt – am Morgen laufen die Wagen mit vollen Milchtanks in den gegenüber Bezirksgüterzügen schnelleren Personenzügen in die große Stadt
Manchmal landet man „Glückstreffer“ … wie hier mit zwei optisch sehr gut zusammenpassenden Modulen – die Wiesen mit den weißen Blüten sind ein eigenes Modul, dahinter (mit den lilanen Weidenröschen) beginnt das erste Modul der Schönauer Schleppbahn
Morgendliche Hinterhofidylle beim Christophorus-Hof
Gegen Mittag strahlt die Sonne den Heurigen direkt an
Die gelegentlichen Fahrten der Schleppbahn stören den Dachs, der hier seinen Bau hat, gar nicht mehr
In der Abenddämmerung kommt die Schleppbahn – schon mit Licht – dahergezuckelt
In Bierbaum überholt der Eiltriebwagen (mit zusätzlichem Bahnpostwagen) nach Unsmarkt morgens den Bezirksgüterzug
Eine Kuh macht „Muh!“ …
Ein ungarischer Schmalspurzug der MAV hatte sich nach Krimml verirrt 😜
Das Heizhaus in Unsmarkt mit Vierschienengleis auf der Drehscheibe
Na … da hält doch sicher bald jemand und hilft!
„Dieseldinosaurier“ in Krimml
Im Schatten eines alten Baumes wird eifrig Karten gespielt
Mittagssonne in Bierbaum … und ausnahmsweise mal nichts los?!
Der Eiltriebwagen fährt aus Bierbaum aus in Richtung Unsmarkt
Umzug oder Entrümplung?
„High Noon“ in Bierbaum – zwei Züge sind schon dort, einer wird noch erwartet
Und da ist er schon … der dritte Zug. Jetzt sind wirklich alle Gleise belegt …
Als Zugchef alles fest im Griff!
Und noch einmal „Full House“ …
Wenn die Züge länger werden, ist mit dem baldigen Ende des Treffens zu rechnen …
Ab Sonntagmittag heißt es wieder abbauen … Schön war’s!
Ein paar kleine Filmchen sind auch entstanden … ich will sie Euch nicht vorenthalten …
Neben der Übergabe zur Schmalspur bot Unsmarkt auch diesen feinen Einblick in eine Sauna, in der gerade der frische Aufguss vorgenommen wirdEine Garnitur der ungarischen MAV zu Gast auf der Schmalspurstrecke kurz vor dem Endbahnhof KrimmlIn Unsmarkt wurde testweise mit einem funkferngesteuerten (!) Lkw verschoben – selbiger ist ein Umbau auf Basis eines Unimog von Carson … eine nette Idee, wie ich finde!Der Eiltriebwagen auf dem Weg nach Bierbaum durch die berühmte „Apfelkurve“Ein Austro-Daimler Triebwagen unterwegs auf der Schmalspur
Update 2.5.2026
Franz hat auch ein paar Fotos gemacht und in eine Galerie gepackt … selbige findet man hier.
Update 3.5.2026
Und schon kommt die nächste Ergänzung daher: Christian hat Fotos gemacht und zeigt diese auf Facebook. Ich kann zumindest reinschauen … geht also auch ohne Konto dort …
Die Überschrift ist jetzt ein wenig weit hergeholt … wenn man im Hinterkopf hat, dass es hier um Modellbahn-Geschichten in Österreich geht. „Die Milch macht’s“ ist ein Slogan des Milchland Niedersachsen, der mir in sehr guter Erinnerung geblieben ist (es gibt ihn aber noch immer … den Slogan): Auf Messen, bei Ausstellungen usw. konnte man sich sicher sein, dass es, wo auch immer „Die Milch macht’s“ zu lesen war, leckere Milchprodukte gab … Milchshakes, Joghurt, … mjammi!
Aber hier soll es um etwas Anderes gehen … (zunächst) mal einen weiteren Wagen für den Milchtransport. Die waren teilweise bis in die Epoche IV bei den ÖBB zu sehen … und vor allem mit vollen Milchbehältern ein nettes Anhängsel an Personenzügen! Klar, die Milch musste schnell von der Kuh zur Molkerei zur Weiterverarbeitung, sonst wäre sie – vor allem in der warmen Jahreszeit – schnell gammelig geworden. Eine feine Sache, um beim FREMO-Betrieb auch die Fahrpläne der „Fensterzüge“ interessanter zu machen!
Gleich noch eine Sache vorweg: Der hier vorgestellte Umbau hat kein wirkliches Vorbild! Es gab einige Wagentypen, die recht gut dokumentiert sind (einen solchen hat etwa Märklin/Trix mit Behältern verschiedener Molkereien im Programm), aber auch zig Fotos, auf denen andere Wagentypen – meist ältere Wagen, die vermutlich umgebaut wurden, um die Milchtanks aufnehmen zu können – zu sehen sind. Das „Look&Feel“ (um es mal ganz unpassend für die 60er Jahre zu benennen) eines solchen Wagens wollte ich treffen.
Also … frisch an’s Werk!
Ausgangspunkt war der Museumswagen 2006 von Märklin (Art.-Nr. 48006), der günstig im eBay auf mich wartete. Anscheinend auch ein umgebauter älterer Wagen mit Behältern einer Brauerei. Ob es den Wagen wirklich so gab … über so etwas denkt man bei Märklin wohl lieber gar nicht erst nach.
Schnell stellte sich heraus, dass dieser Wagen komplett andere Aufnahmen für die Behälter hat als der bekannte „Milchwagen“ – hier wollte ich aber konsistent bleiben, um zunächst mal die bestehenden Milchbehälter laden zu können (dazu später mehr).
Daher musste der Wagenboden komplett neu aus einer PS-Platte „geschnitzt“ werden. Mit passenden Löchern konnte man wenigstens die Griffe für die Verschieber am Nicht-Bremsbühnenende weiter verwenden … praktisch.
Die Aufnahmen für die Behälter wurden anschließend analog zu denen des Märklin-Wagens in 3D konstruiert und ausgedruckt. Allerdings habe ich die Aufnahme/Befestigungen für die Behälter wesentlich feiner konstruiert … bei Märklin ist das einfach nur ein „Klotz“.
Bild 1: Die neuen, 3D-gedruckten Aufnahmen … rechts mit einem Milchtank von Märklin zur Probe
In Bild 1 erkennt man im Hintergrund einen Märklin-Wagen mit schon modifizierten Aufnahmen für die Behälter. Die U-förmigen Schienen zwischen den Befestigungs-„Klötzen“ sind hier schon aus dünnem PS entstanden. Genau genommen sind wohl bei diesem (eher modernen) Wagentyp diese Schienen in den Wagenboden eingelassen und nicht auf ihm montiert … aber dazu hätte ich den Märklin-Wagen komplett umkonstruieren müssen – und damals noch ohne 3D-Druck-Teile. Bei den Befestigungen, an denen kein Milchtank steht, sind weiterhin die inneren, zweiten „Klötze“ aus kleinen PS-Stücken nachgebildet. Beim originalen Wagen von Märklin gab es sie gar nicht.
Ergebnis nach der Stellprobe aus Bild 1: Kann man so machen … passt!
Bild 2: Wagenboden im Rohbau mit Halterungen für vier Milchtanks
Also wurden die gedruckten Befestigungen im passenden Abstand (hierzu habe ich Schablonen mit dem 3D-Drucker erzeugt, um die genauen Abstände leichter zu treffen) auf den Boden geklebt. Erneuter Test mit Tanks: Passt!
Im Vergleich zwischen Bild 1 und Bild 2 sieht man auch einen reizvollen Unterschied, den ich nachbilden wollte: Der hier in Bau befindliche Wagen kann vier Milchtanks tragen, der Märklin-Wagen hingegen fünf.
Leider habe ich bisher aber auch nur fünf Tanks – eben die, die beim Märklin-Wagen dabei waren. Hier ist der Plan, weitere Tanks auch zu konstruieren und mit dem 3D-Drucker zu erstellen. Alte Fotos zeigen auch hierzu: Es gab Tanks mit verschiedenen Geometrien. Auch das könnte noch reizvoll werden …
Aber natürlich kann ich auch weitere Tanks von Märklin verwenden. Der hier gebaute Wagen soll jedenfalls mit vier Tanks laufen … der umgebaute Märklin-Wagen soll zumindest noch einen Tank dazu bekommen, damit die Achsen gleichmäßig belastet sind.
Bild 3: passend eingefärbt (aber noch nicht gealtert) und mit Beschriftung versehen
Nun wurde der Wagen in den Grundfarben „angepinselt“ – die Beschriftungen kam vom Fedes, bei den spezifischen Beschriftungen des Einstellers (Wiener Molkerei usw.) und Ladungshinweisen nach meinen Vorgaben. Passende Schriften analog zum Wagen von Märklin liefern heutzutage online-Tools … feine Sache!
Gerade rechtzeitig fiel mir die für einen Behälterwagen für Milch, der in Personenzügen mitlaufen soll, unpassende Bremse auf … oder eher die unpassenden Bremsecken. Das Vorbild (?) des Wagens von Märklin besitzt eine Bremse ohne G-P-Wechsel, ist daher also nicht für die Mitfahrt im Personenzug geeignet. Ich gestehe: Die Bremse habe ich nicht komplett umgebaut, aber einen eben solchen Wechsel bzw. den dafür auch von außen erkennbaren Hebel (von Weinert) habe ich noch nachgerüstet – und die Bremsecken entsprechend lackiert.
Bild 4: Der fertige Wagen im Vergleich zum Wagen von Märklin (links)
Nach einer Alterung mit diversen Washes, PanPastels und Pigmenten ist der Wagen einsatzbereit für’s kommende FREMO-Treffen. Die beiden Tanks haben noch ein wenig „Blei getankt“, damit der Wagen nicht zu leicht ist. Und sie sind derzeit mit UHU patafix am Wagen befestigt, um ggf. später bei der Konstruktion eigener Tanks noch vermessen werden zu können.
Und so kann man sich dann auch vorstellen, warum in der Überschrift ein „(1)“ steht, und hoffen, dass es auch noch einen Teil 2 geben wird … Ich trink‘ jetzt erstmal eine kalte Milch! Prost!