Schönauer Schleppbahn-Historie (5)

Als Zwischenschritt soll es hier noch einmal um das gehen, was so nebenher passiert ist. Ging es im letzten Beitrag um zu meditativen Zwecken auf Vorrat gebaute Bäume 😆 , so soll es diesmal um Schienen- und Straßenfahrzeuge gehen.

Klar, Schienenfahrzeuge richtet man dann und wann her, um bei FREMO-Treffen Fahrzeuge mitnehmen zu können (also müssen zumindest RP25-Radsätze und Bügelkupplungen eingebaut werden), aber manchmal verirrt sich auch einer zu einem „Fotoshooting“ auf’s Gleis … hier ein SSl von Liliput, ursprünglich ein Wagen der DR in der DDR.

Bild 1: Ein SSl der ÖBB auf dem in die Straße eingelassenen Gleis der Schleppbahn

Ein spezielles Thema ist dann natürlich, dass die Schleppbahn auch ein Triebfahrzeug braucht. Eines war schon mal zu sehen, doch noch ehe es bei der Schleppbahn eingetroffen ist (erst warten auf das Modell, dann kam es gleich in die Werkstatt), kam eine zweite Maschine hinzu …

Bei einem der leider viel zu seltenen Besuche des bervorzugten Händlers kam ich nicht an einer kleinen „Schneider“ (der Hersteller des Vorbilds, das u.a. in Häfen und Industrieanschlüssen in Spanien gelaufen ist, weswegen es von Ibertren – einem spanischen Modellbahnhersteller – in H0 herausgebracht wurde) vorbei, ohne die mitzunehmen. Interessanterweise war es fast das letzte Modell, alle anderen waren schon verkauft. Kaufen so viele Leute „spanisch“ wegen Urlaub und Schönwetter?

Bild 2: 589.02 der ÖBB, im Volksmund „Fetzen-Karl“ genannt

Die Lok wurde ein wenig umgemodelt, um in österreichische Gefilde zu passen und erhielt eine geätzte Beschriftung mit fiktiver Nummer. Leider hat die Lok – natürlich! – werksmäßig Radsätze nach NEM, womit sie erstmal nur fahren konnte, wenn zwischen der Schönauer Schleppbahn und dem nächstgelegenen Bahnhof (zu diesem werden Wagen für die Schleppbahn gebracht bzw. nimmt hier der Bezirksgüterzug der ÖBB Wagen, die von der Schleppbahn kommen, wieder mit in die große, weite FREMO-Welt) keine Module verbaut waren, die sich nicht mit NEM-Rädern befahren lassen. Klar, wenn im ÖBB-Bahnhof entsprechendes Gleis lag, ging’s auch nicht.

Bild 3: 589.02 der ÖBB

Bei einem Localbahntreffen stand also „Fetzen-Karl“, wie die Lok von den Anwohnern in der Gegend der Schleppbahn und den Arbeitern in den Betrieben liebevoll-neckisch genannt wird, eher auf einem Nebengleis, als ihm eine freundliche „Radsatz-Fee“ (in Gestalt eines FREMO-Kollegen aus dem Fränkischen) den Wunsch nach RP25-Rädern erfüllte.

Bild 4: 589.02 der ÖBB

Mit geeigneten Radsätzen und ohne Haftreifen (die machten Probleme mit der Stromaufnahme auf dem in die Straße eingelassenen Gleis) ist die Lok nun eine feste Größe auf den Localbahntreffen. Und es wird verschiedentlich gemunkelt, dass auch andere Anschließer inzwischen an und mit ihren kleinen „Schneiders“ arbeiten …

Der blaue Henschel-Diesel (ein passender Spitzname für diese Lok wird zur Zeit noch immer gesucht!) kommt eher zum Zug, wenn auch die ÖBB-Fahrzeugplanung beim Treffen etwas moderner aussieht.

Bild 5: Ladeguteinsatz „Großmarktabfall“ (noch etwas zu hoch gestapelt)

Auch wenn die Industrie-Anschlüsse an der Schleppbahn noch nicht wirklich als solche zu erkennen sind, so müssen sie doch im FREMO-Betrieb schon bedient werden. Und dazu braucht es auch ein paar Ladegüter, die typisch sind.

Eines, bei dem die FREMO-Kollegen immer wieder auch über eine mögliche olfaktorische Darstellungskomponente spekulieren, ist der Abfall des Obst- und Gemüsegroßmarktes. Kaputte und abgenutzte Paletten, zerbrochene Kisten, alte Säcke 😀 , … was eben so anfällt, wird gesammelt und irgendwann in einen offenen Güterwagen geworfen.

Bild 6: Ladeguteinsatz „Großmarktabfall“ (tiefer gelegt … ey! 😆 )

Nach ein wenig Probieren ist der Ladeguteinsatz nun passend für typische Om-Modelle (siehe Bild 5) und Omm. Wie oft schon ein Lademeister wegen der etwas einseiten Beladung ein Auge zugedrückt hat, ist indes nicht bekannt …

Bild 7: Ein alter Skoda – wenigstens parkt er nicht auf den Gleisen …

Auch die Straßen entlang der Schönauer Schleppbahn sind belebt. Somit braucht es dann und wann ein passendes Fahrzeug.

Gut, der Skoda aus Bild 7 belebt eine der schon in einem früheren Beitrag gezeigten Garagen (die gerade geöffnet wird, damit man von dem gealterten und verdreckten Fahrzeug wenigstens etwas sieht), aber irgendwas muss ich hier ja auch mal zeigen … nicht nur elend lange Romane schreiben, oder?

Spannend war in diesem Zusammenhang ein Beiwagengespann der Post, das Ferro Train vor einiger Zeit in das Programm genommen hat. Bis auf ein wenig noch aufzubringende Farbe ist das Modell schon sehr schön – es sitzt nur keiner darauf. Klar, einen Postler hätte man auch einfach neben das geparkte Motorrad stellen können, aber das wäre ja viel zu einfach.

Eine passende Preiser-Figur war schnell gefunden, länger dauerten in vereinter FREMO Localbahn-Runde die Klärungen, was der eigentlich genau um 1960 anziehen musste (ob also die Figur wirklich passt) und in welcher Farbe. Dann mussten ihm nur Arme und Beine gebrochen und wieder zusammengeflickt werden. Aber sowas verträgt ein Preiserlein ja in der Regel ohne Murren!

Bild 8: Trari, trara! … die Post ist da!

Nach dem Lesen eines Beitrags von „Ermel“ auf modellbahnfrokler.de dämmerte mir, dass ich passende Grundmodelle ja auch noch in den weiten meiner Schubladen liegen hatte. Also flugs gesucht und mal ein zivil(isiert)es „Dreitönnerchen“ (© Ermel) daraus gebastelt.

Bild 9: Ein alter Opel Dreitonner

Neben ein paar Verfeinerungen am Ausgangsmodell braucht es natürlich vor allem eine Lackierung – es sollte ja nicht grau bleiben. Und wo ich gerade dabei war, habe ich einen Ladeguteinsatz von Artitec (gedacht für Haus-zu-Haus-Behälter) als Ladegut umgemodelt:

  • Natürlich passt der Ladeguteinsatz auf die Ladefläche … aber rundherum ist dann noch etwas Platz, der kreativ gefüllt werden mag.
  • An einer Seite hat Artitec den Ladeguteinsatz einfach „abgeschnitten“. Ich kenne mich zwar mit den niederländischen Gepflogenheiten beim Beladen von Behältern nicht aus, denke aber, dass man auch dort nicht einfach Fässer schräg abgesägt hat, um sie an die Behälterwand anzupassen … Sowas musste also durch anderes „Zeugs“ getarnt werden.

Wo und wie genau Post-Motorrad und „Klumpat-Laster“ dann auftauchen und zum Einsatz kommen … wer weiß das schon genau?

Ein Nachtrag in Sachen Anhänger und Physik

Manche Dinge sieht man ja erst so richtig, wenn man auf Fotos von ihnen schaut …

Irgendwas passte da nicht … ah ja! … die Physik war etwas beleidigt, dass sie so sträflich vernachlässigt wurde. Der Anhänger lag vorne mit der Deichsel/Kupplung nach unten, war aber bis über die hintere Bordwand mit einem Stapel schwerer Holzpfosten beladen.

Das passt nicht zusammen!

Also wurde rasch ab- und wieder auf- … also umgeladen!

Bild 1: Zufriedenstellung der Physik

Natürlich hat sich beim Herumwerkeln am Anhänger selbiger vom Untergrund gelöst und es gab eine Bröselei. Darum sieht man auf dem Bild oben auch noch einen feuchten Fleck … vom frischen Schotterkleber zur Behebung der Bröselei.

Der Hof vom Hof … und: Pkw-Anhänger von „Small Models“ (4)

Nun war er endlich fertig, der Anhänger (mehr dazu im vorherigen Beitrag dazu), da kam er gleich auf den Hof des Heurigen – da kann man ihn sicher gut brauchen, dachte ich mir.

Tja, kurze Zeit später hatte man ihn schon in Beschlag genommen …

Bild 1: Da steht er nun auf dem Hof, der Anhänger …

Von der Einkaufsfahrt zum Lagerhaus gibt es ausreichend Pfosten, um einen Weingarten nach der Lese zu reparieren, einen Kanister und einen Rechen hat auch gleich irgendwer abgeladen … auf dem Anhänger. Der ist natürlich mit Steinen gegen ein Wegrollen gesichert und ein weiterer Stein steht vorne unter der Kupplung, damit man sich später nicht so weit herunter bücken muss …

Man sieht, dass sich auch sonst ein wenig was getan hat … auch wenn der Hof noch nicht wirklich fertig ist.

Die Landschaft ist aus Styrodur geschnitzt und dann mit flexiblem Fliesenkleber überzogen. Erde und Grünzeug sind die bekannte Mischung. Der Hof ist zum Teil gepflastert bzw. mit einer Betonoberfläche versehen, der Rest ist einfach mit geeignetem „Füllmaterial“ angeschüttet worden.

Zum Nachbargrundstück findet man an dieser Ecke des Hofes eine niedrige Natursteinmauer mit einem Lattenzaun darauf – ehe ich hier selber irgendwelche „Filigranitäten“ schnitze, habe ich an solch „gefährdeter Stelle“ (bei Auf- und Abbau) lieber (gutes!) Industriematerial etwas aufgepeppt (Zaun von Busch und die – grandios gemachte! – Natursteinmauer von Preiser). Gleichzeitig begrenzen Mauer und Zaun den Auslauf der Hühner – an der anderen Seite tun dies Maschendrahtzaun und Wellblech.

Die etwas unscharf zu erkennende Holzmastleuchte im Vordergrund stammt von Kluba/Kotol. Hier habe ich den Schlitz im Mast mit Molto-Fertigspachtel verschlossen und die beiden – nun miteinander verdrillten Litzen – erst im unteren Bereich in den Masten und durch das Loch nach unten eingefädelt. Die „Einfädelstelle“ ist durch einen selbstgeschnitzen Anschlusskasten getarnt. Die direkt rechts neben der Leuchte wachsende Linde ist für das Foto freundlicherweise zur Seite getreten  😉   (ok, auch die Leuchte ist derzeit nur vorläufig eingesteckt).

Pkw-Anhänger von „Small Models“ (3)

Nach Beendigung des notwendig gewordenen Baumarktausflugs (siehe letzter Beitrag) klappte es nun auch mit dem Grundieren. Mir war zwar noch einmal Angst und Bange, weil die Grundierung doch recht „dickflüssig“ daherkam, aber sie hat netterweise keine Details verklebt.

Nach der Grundierung kam dann das übliche Vorgehen: Anmalen und dann „in die Jahre kommen lassen“.

Der dunkle Metallrahmen des Anhänger ist nicht zu stark angerostet – hier und da hat es halt mal einen Rempler gegeben. Auch die Bordwände sehen noch nicht ganz hinüber aus … aber eben so, als hätten sie auch schon hier und da etwas abbekommen. Wo Ladebordwände abgeschrammt sind und am Boden sieht man auch schon eher rohes Holz, ansonsten erkennt man an den Ladebordwänden noch das helle Braun von der Lackierung.

Bild 1: Da steht er nun … ein etwas „mitgenommenes“ Arbeitstier

Ja … und wie zu erwarten geht’s jetzt schon los: Das Ding will beladen werden!

Pkw-Anhänger von „Small Models“ (2)

Schon im letzten Blog-Eintrag war ja zu lesen, dass ich mit den dem Bausatz beiliegenden Kotflügeln nicht so glücklich bin … das ist auch so geblieben, so dass nach Abhilfe gesucht wurde.

Erster Ansatz war ein PS-Rohr, von dem ein „Ring“ passender Breite abgeschnitten wurde. Den habe ich dann zerteilt an den „Außenkanten“ etwas rund gefeilt und provisorisch an den Anhänger „angeheftet“.

Bild 1: Runde Kotflügel, erster Versuch

Vom „look&feel“ sind das eher die 60-er, aber das PS-Material ist einfach zu dick. Und das kriegt man nicht irgendwie sinnvoll dünner … also ab damit.

Was das Bild 1 aber auch zeigt: Der Anhänger ist ein Arbeitstier – da leiden auch die Bordwände mit der Zeit. Und an der abgeklappten hinteren Bordwand sind Scharniere aus 0,3mm Messingdraht entstanden.

Bild 2: Runde Kotflügel, zweiter Versuch … das war’s!

Es wäre ja alles so einfach, nähme man gleich das Naheliegende … natürlich ist auch hier mal wieder Cinefoil die Lösung. Etwas stabiler als Alufolie kann man es passig zuschneiden und mit Sekundenkleber-Gel an den Anhänger anbringen. Das passt!

Und wenn man vorsichtig mit allem umgeht, dann verbiegen die Kotflügel auch nicht gleich.

Danach wollte ich eigentlich „nur mal schnell“ mit einer Spraydose Grundierung auftragen … na Pustekuchen!

Bei der ersten Grundierung war die Spraydüse verstopft – egal, für solche Fälle hat man Ersatzdüsen daheim liegen. Aus der kam auch Farbe heraus, nur leider nicht dort, wo sie soll. Stattdessen blubberte alles fröhlich rund um den Düsenteil herum in die Höhe … grundiert waren also erstmal meine Finger, sonst nix.

Aus der Düse der zweiten Dose kam dann etwas heraus und sogar dort, wo es soll. Leider war die Dose wohl schon etwas „überreif“ und vor allem „überflüssig“ … diesmal tropfte also die Grundierung vom Anhänger herunter.

Also tat Mann das, was Mann an einem Samstag eigentlich tun muss: Ab in den Baumarkt!

Pkw-Anhänger von „Small Models“ (1)

Schon vor einiger Zeit ist mir ein Bausatz von „SM“ (keine Sorge 😮 … steht für „Small Models“) zugelaufen … Modellbahner sind ja in dem Sinn immer noch Jäger und Sammler. Aber gerade bei kleinen Herstellern und Kleinserien muss man halt zugreifen, auch wenn man das betreffende Modell erst viel später mal wirklich gebrauchen kann.

Eigentlich sind es auch drei Bausätze …

Bild 1: Bausätze für drei Pkw-Anhänger von „Small Models“

In dem kleinen Karton finden sich diverse Resin- und Ätzteile für drei Pkw-Anhänger. Dazu gibt’s noch eine kurze, aber m.E. völlig ausreichende Bauanleitung, die leicht verständlich zeigt, welche Teile für welchen Anhänger benötigt werden und wie sie zu montieren sind.

Bild 2: Der Packungsinhalt

Keine große Schwierigkeit also … man sollte aber schon einmal einen Resin-Bausatz zusammengebastelt haben, denn die Resinteile für die Anhänger sind wirklich sehr fein und zierlich – speziell die Deichseln -, so dass man wissen sollte, wie man mit dem Material umgeht und wie man es vorsichtig „säubert“.

Apropos „säubert“: Ober- und Unterteil des Anhängers sind sauber gegossen und nur von einer feinen Haut zu befreien. Da alles recht filigran ist, muss man hier wirklich vorsichtig vorgehen. Wenn’s gut aussehen soll oder gar wirklich ein Anhängsel für ein Pkw sein soll, dann muss man auch das kleine Loch aufbohren, mit dem man den Anhänger anhängen kann … 😉

Zwischen Ober- und Unterteil habe ich strategisch ein paar Tropfen Sekundenkleber-Gel verteilt – hält!

Zumindest den Boden des Anhängers habe ich noch mit einer Nadel etwas nachgraviert … wenn hier öfter aus- und eingeladen und transportiert wird, ist der schon nach kurzer Zeit nicht mehr so ganz „schachtelfrisch“. Auch an den Bordwänden mag ich noch ein wenig in der Richtung werkeln … Wie schon geschrieben: Mit der nötigen Vorsicht geht das recht locker von der Hand.

Bild 3: Erste Probezusammenstellung

Die Räder bestehen aus einer Resinfelge, die in ein „Reifenteil“ geklebt wird, das m.E. aber nicht aus Resin ist.

Da mein Anhänger mit Beladung (dazu später noch mehr … versprochen!) auf dem Hof eines Heurigen stehen soll, wollte ich zusätzlich noch die hintere Bordwand herunter geklappt darstellen. Das geht aufgrund des wirklich dünnen Resingusses recht einfach – man muss jedoch auch hier wieder sehr vorsichtig vorgehen und mit einem scharfen Messer vorsichtig an den Kanten der Bordwand entlang fahren. Nach dem zweiten oder dritten „Ritzer“ ist man durch …

Entsprechend der Anleitung vermute ich, dass es sich bei den Anhängern um Modelle tatsächlicher Vorbilder aus der Tschechoslowakei handelt. Was das genau für welche sind und von wann sie stammen, habe ich jetzt nicht großartig erforscht. Ich denke aber, dass auch anderswo in den 60ern solche oder zumindest sehr ähnliche Anhängsel hinter dem einen oder anderen Pkw hingen.

Die Kotflügel in der „eckigen“ Form scheinen mir etwas moderner zu sein, aber hier könnte man ja durchaus auch noch ein wenig umbauen … auch dazu – vermutlich – später mehr an dieser Stelle.