Der Bayerhof (10)

Irgendwie ist die Adventszeit – jedenfalls je näher Weihnachten kommt – modellbahnerisch eher unproduktiv. Finde ich jetzt. Da gibt es immer viele andere Dinge zu organisieren, vorzubereiten, Weihnachtsmärkte zu besuchen, Punsch zu kosten … und man will ja den vorweihnachtlichen Familienfrieden auch nicht übermäßig torpedieren 😉

Ok … ist jetzt eine Ausrede … naja, nicht ganz. Ein anderer Punkt, warum hier länger nichts zu lesen war, ist gleich zu lesen … nur Geduld.

Zuerst sind es nur ein paar Steine, die noch über dem Tor ergänzt werden. Zieht sonst immer so …

Bild 1: Noch mal Marodität (gibt es das Wort? … nein … offensichtlich nicht – warum nur? Das fehlt im Deutschen!) … diesmal aber immerhin vor Regen geschützt

Dann fehlt natürlich noch ein Dach über der Scheune. Also mal eine Dachplatte zuschneiden, probeweise auf’s Dach legen und Platz machen für den Schornstein. An dieser Stelle (Bild 1) wirkt alles noch ruhig und friedlich … vorweihnachtlich, quasi!

Auf die Unterseite des Daches kommen an den Stellen, wo man es sehen kann, wieder entsprechende Bretter – diesmal aus dünnem PS geritzt und druntergeklebt. Die weitere Behandlung ist klar … wie Holz soll es wieder aussehen. Anschließend kommen noch Stirnbretter an den Ortgang (links und rechts auf Bild 2 – pures PS – und 3 – dort schon in Holzoptik – also).

Bild 2: Und da ist er auch schon … der Speckschwartenglanz!

Nachdem die Spengler wieder mit drei Stücken Cinefoil herumgeblecht haben (rund um den Schornstein), bekommt das Dach eine erste Grundierung mit einer ziegelroten Farbe.

Und dann noch eine.

Und wie man in Bild 2 erahnt … bringt das nicht wirklich etwas. Ich bin mir nicht ganz sicher, wer der Hersteller dieser Dachplatte ist, aber sie glänzt trotz der Farbe irgendwie immer noch ein wenig wie eine Speckschwarte. Das ist natürlich blöd … und es kostet Zeit, das zu ändern.

Bild 3: Andersfarbige Ziegel … leider immer noch auf Speckschwarte

Zuerst mache ich mir noch die Mühe, einige Ziegel in etwas anderen Farben anzumalen. Lustigerweise scheinen die Farben dann besser zu decken … und das Dach glänzt an den Stellen nicht mehr so arg. Eigentlich glänzt es dort gar nicht mehr.

Die Hoffnung, mit einem matten „Washing“ das Ganze etwas ansehlicher zu bekommen, scheitern leider …

Bild 4: Speckschwarte in Öl?

Immerhin bekommen die Bleche am Schornstein in bekannter Technik das Aussehen von Zinkblech … immerhin etwas, was funktioniert.

Aber Speckschwarte bleibt Speckschwarte … das geht gar nicht! Also kommen „radikalere Mittel“ zum Zuge …

Bild 5: „Entspecktes“ Dach … na endlich!

Ziegelrot gibt es natürlich auch als Pigent … dazu noch ein paar andere, passende Farben … und plötzlich ist der Glanz fast weg. Das Dach schaut endlich aus wie ein Dach!

Ganz zum Schluß kommen hier und da noch mit grünen Pigmenten ein paar Spuren von Moos dazu … aber hier sollte man nicht übertreiben, wenn das Haus nicht unter vielen, großen Bäumen steht.

Die Pigmente werden wieder feucht aufgebracht und nach dem Trocknen mit einem Borstenpinsel vorsichtig von oben nach unten „abgestrichen“. Damit verschwinden lose Pigmente und das ganze Dach wirkt etwas „fließender“ von den Farben.

Und es ist nun endlich nicht mehr speckig, hurra! Der Weihnachtsfriede bricht an!

Bild 6: Irgendwie muss das Regenwasser dann kontrolliert vom Dach laufen können

Als nächstes arbeiten die Spengler an den Dachrinnen. Hier habe ich alles von Emmanuel Nouaillier abgeschaut … das Ergebniss passt in meinen Augen, also mache ich es so.

In aller Kürze: Die Dachrinne in Bild 6 begann ihr Leben in einem Dachrinnenset von Auhagen. Passend abgelängt und dem noch verbleibenden stirnseitigen Abschluss beraubt, schneidet man zuerst mal mit einem scharfen Messer die auf einer Seite angeformte „Klebelatte“ weg (gemeint ist, dass hier die Kante der Rinne sehr breit ist, damit man sie leichter am Dach ankleben kann … naja … leicht kann doch jeder 😀 ).

Im nächsten Schritt widmet man sich mit feinem Schmirgelpapier der Unterseite und schleift die angegossenen Halterungen weg … bis man zu einer schönen, Glatten Dachrinne kommt. Wenn man mal auf der Unterseite herumwerkelt, kann man dann auch gleich das Loch für das Fallrohr durchbohren.

Dann kommt mal wieder so ein Zahnarztwerkzeug an die Reihe. Ich habe da so eines, was ein wenig an eine „Piraten-Armprotese“ erinnert … am Ende gebogen, halbwegs spitz und scharf. Damit fahre ich rechts und links in der Rinne am Rand entlang, damit etwas Material abgetragen wird und die Seiten zumindest von oben gesehen etwas „Blech-artiger“ wirken – vorher finden wir hier ja umgerechnet eine Rinne aus dicken Panzerplatten vor. Wenn man hier etwas weniger vorsichtig vorgeht oder öfter kratzt, kann es sein, dass die obere Kante der Rinne etwas zu dünn wird oder stelleweise ganz verschwindet … wirkt dann sehr nett, wenn man vom Rost angefressene, alte Dachrinnen vor Augen hat.

Aus Draht und Cinefoil kommen jetzt die Details wieder an die Rinne: Auf einer Seite (die später dem Dach abgewandte) kommt der Länge nach ein 0,3mm-Draht an die Oberkante (möglichst gerade … oder eben etwas krummer, wenn die Rinne auch schon etwas heruntergekommen sein soll). Anschließend markiert man auf der Unterseite in mehr oder weniger gleichmäßigen Abständen, wo die Dachrinne mit einer Halterung am Dach befestigt sein soll. Ich nehme nun einen 5mm breiten Streifen Cinefoil und schneide vorsichtig (drückt man zu stark oder schneidet zu schnell, biegt sich das dünne Cinefoil gerne mal spiralartig) dünne, etwa 0,5mm breite Streifen herunter (weniger wäre gut, aber das bekommt man kaum hin). Die werden nun jeweils an den Markierungen mit Sekundenkleber so auf die Unterseite der Rinne geklebt, dass sie an der Dachseite möglichst genau mit der Rinnenoberkante abschließen. An der anderen Seite – das ist die, wo der Draht angeklebt ist – stehen sie nun etwas über.

Ist der Kleber trocken, schneidet man die Streifchen ggf. auf passende Länge: Der Überstand sollte etwa 1 bis 1,5mm betragen. Ist das getan, dreht man die Rinne um und biegt die Cinefoilstreifchen um den Draht herum. Anschließend kommt etwas Sekundenkleber zum Einsatz … schon fertig.

Noch eine Warnung am Schluß: Das ist etwas für gaaanz ruhige Minuten!

Fehlen noch die stirnseiten Abschlüsse der Rinne. Hatte ich erst versucht, mit einem Locheisen passenden Durchmessers einen Kreis aus Cinefoil zu bekommen, ihn zu halbieren und dann die Halbkreise sauber auf die Stirnseiten zu kleben, führten mich Fragen meiner Frau, warum ich so fluche und schreie, zu einer nicht ganz so eleganten, aber wohl nervenschonenderen Lösung: Zwei Quadrate aus Cinefoil – etwas größer als die Stirnseiten -, Sekundenkleber an die Stirnseiten der Regenrinne, auf das Quadrat aus Cinefoil damit, Kleber trocken lassen und mit einem Messer die Überstände abschneiden. Funktioniert!

Damit der Beitrag nicht mit einem zu tiefen Einblick in mein Seelenleben endet, hat die linke Giebelwand der Scheune noch eine Luke zum Dachboden bekommen.

Bild 7: Eine Dachluke … damit die Giebelwand nicht so trist wirkt

Ich hatte erst überlegt, die Giebelwand mit einer schicken Werbung etwas aufzulockern. Aber wer sollte um 1960 an der Giebelwand einer maroden Scheune irgendwo im Nirgendwo (eine Straße ist auf dem Modul, auf dem der Bayerhof aufgebaut werden soll, nicht in der Nähe) für was werben?

Allerdings käme man hier wohl mit einem Anhänger recht nahe an den Giebel … und könnte so Dinge auf den Boden der Scheune laden oder von ihm herunter … wenn dort eine Luke wäre.

Eine Luke aus PS ist schnell geritzt und angemalt. Zu den Schritten für in die Jahre gekommenes Holz kommt hier noch eine letzte Schicht alter, abblätternder Farbe. Und da die Luke außen angeschlagen ist, kommt oben drüber noch ein etwas vorstehendes Blech, damit es auch wirklich nicht reinregnen kann.

Und netterweise erkennt man so nicht, dass hinter der Luke eigentlich gar keine Öfnnung in der Giebelwand ist.

Der Bayerhof (9)

So … nach etwas längerer Zeit geht’s wieder einmal in kleinen Schritten weiter!

Inzwischen ist das Wellblechdach fertig gedeckt und die Spengler kümmern sich um die Kanten zwischen Dach und Wand bzw. Schornstein (hier kommt das hochgelobte Cinefoil mal wieder zum Einsatz).

Bild 1: Ein Preiserlein lugt aus dem Tor … er möchte dem Größenvergleich dienen!

Da ich inzwischen gebeten wurde, doch mal einen Bewohner des Bayerhofes als Größenvergleich zu engagieren, hat sich bei Bild 1 einer an’s Tor gestellt.

Aber auch am benachbarten Dach mit Dachpappendeckung geht es weiter.

Bild 2: Nun klebt es … das Dachpappendach

Die Dachpappenhaut bekommt ein verdünntes Schwarz als erste Farbschicht. Ganz dünn sollte die Farbe nicht sein, aber eben auch nicht zu dick. Fleckig darf es sein, aber wenn man noch zu sehr die Kreppbandfarbe erkennen kann, war’s nicht genug. Erkennt man von der Struktur des Kreppbandes nichts mehr, war hingegen die Farbe zu dick. Ach … was erzähle ich?!

Anschließend geht man noch mit einem fast trockenen Pinsel in einem hellen Grau über das Dach. Die Unterseite bekommt in etwa die gleiche Behandlung wie die Holzwände – nur ist die Dachunterseite naturgemäß Wind und Wetter nicht ganz so stark ausgesetzt.

Bild 3: Kaum ist es fertig, rostet es auch schon …

Das frisch gedeckte Dach rostet man gleich einmal an … etwas verdünnte, dunkle Rostfarbe hilft dabei. Auch hier darf das Ergebnis wieder fleckig sein, so dass hier und da noch die graue Grundierung erahnbar ist.

Im nächsten Schritt kommt dann in etwa gleicher Verdünnung eine etwas hellere Rostfarbe dazu … auch fleckig, versteht sich.

Bild 4: Bei diesen Schritten wichtig (meine ich), dass man immer von Platte zu Platte „springt“

In die noch nasse Rostfarbe stupfe ich dann mit einem alten Pinsel Pigmente in passenden Farben … rötlicher bzw. gelblicher Rost und ein wenig Braun.

Ich achte hierbei darauf, dann ich nicht von einer Platte gleich zur Nachbarplatte gehe, sondern „springe“, damit benachbarte Platten nicht zu gleich wirken. Man soll ja erkennen, dass das Dach aus einzelnen Dachplatten besteht. Theoretisch wäre es ja auch denkbar, eine ganz neue – vielleicht gerade ausgetauschte – Wellblechplatte irgendwo dazwischen zu haben.

Bild 5: Im Unterschied zu Bild 4 sind nicht nur mehr Platten angerostet, sondern es wirkt alles matter und „überblendet“

Bild 5 zeigt das fast fertige Wellblechdach. Ist eine Platte oder sind mehrere Platten trocken, pinsele ich noch einmal von oben nach unten darüber. Das löst in der Regel noch etwas Pigment, so dass Kontraste zur Nachbarplatten doch noch etwas gemildert werden. Außerdem wird das Dach dann etwas matter.

Klarerweise sollte man auf einem solchen Dach nun nicht mehr wild mit fettigen oder nassen Fingern herumtapsen. Aber ich denke, das tut eh keiner …

Bild 6: Der Spengler war quasi nochmal da …

Nun folgen die Bleche an den Kanten – links und rechts zur jeweiligen Wand und zum Schornstein. Die werden hellgrau gefärbt.

Bild 7: Und wieder die Frage nach dem Unterschied … diesmal zu Bild 6  😀

Bei den Blechen kommen nun auch Pigmente zum Einsatz … aber weiße. Nicht zu viele werden nass (ich nutze das „Mittelchen“ von Melinda Hellmann … ganz einfach, weil es in einer Packung mit Pigmenten günstig zu bekommen war … und – wieder einmal – weil es einfach funktioniert) wieder einmal von oben nach unten auf die Bleche gepinselt. Ist alles trocken, kommt auch hier noch einmal ein „Nachkehren“ von oben nach unten.

Am rechten Anbau passiert mit den Blechen zur Wand und auf dieser – beide sind inzwischen ebenfalls aus Cinefoil entstanden – das Gleiche.

Bild 8: Ist das Dach dicht, freut sich der Bayer!

Damit sind wir auch schon wieder am Ende eines Berichtes angekommen. Ok … nicht ganz. Quasi als Entspannungsübung sind über dem neuen Sturz am Tor noch einige Steine dazugekommen. Ein paar werden es wohl noch mehr … aber auch hier setzt schon langsam wieder der übliche Verfall ein …

Bild 9: Marode Ecken, wohin man schaut …!

Der Bayerhof (8)

In kleinen Schritten geht es weiter …

Die Fugen zwischen den Ziegelsteinen werden noch etwas nachbehandelt … ganz hell wirken sie eigenntlich nur, wenn sie noch recht neu sind … schreiendes Weiß, wie man es öfter sieht, ist bei älteren Fugen also eher nicht das Wahre. Allerdings finde ich zu dunkle Fugen dann auch … sagen wir mal: kontraproduktiv. Wenn sie z.B. zwischen den hier dunkelroten Steinen nicht mehr als Fugen zu erkennen sind, bringen sie einen irgendwie nicht weiter …

Bild 1: Kleine Schritte … immerhin kann man nun „zumachen“

Inzwischen ist dann auch das Tor eingesetzt worden … nicht ohne vorher noch den dort sichtbaren Boden ein wenig  weiter zu behandeln.

Was man in Bild 1 auch erahnen kann, ist eine erste Farbschicht auf dem Schornstein – danach werden auch hier die Ritzen mit stark verdünntem Schwarz etwas hervorgehoben.

Im nächsten Schritt (da landen wir dann bei Bild 2) kommt wieder die Krankenschwester mit ihrem Tupfer zur Hilfe geeilt … Diesmal darf der Tupfer etwas kleiner sein (ich habe die, die ich bei den Wänden benutzt habe, jeweils kleiner geschnitten), damit man nicht aus Versehen zu viel Farbe auf die Wandflächen neben dem Schornstein stupft … die sind ja schon fertig und sollten eigentlich so weit wie möglich unberührt bleiben.

Der Ansatz zum Abzug wird mit Spachtelmasse als „Zementersatzstoff“ gestaltet.

Bild 2: Und noch ein „Schwarzer Kasten“

Und auch beim offenen Tor kann man natürlich gut in das Innere schauen … ein weiterer „Kasten“ aus Moosgummi schafft hier Abhilfe.

Bild 3: Der Schornstein altert …

Nach der letzten Tupfaktion gibt es auch hier wieder hier und da Risse im Putz, die noch etwas nachgearbeitet werden müssen … oder sollten.

Der Abzug des Schornsteins bekommt eine Schicht dunkler Rostfarbe, danach wird trocken mit einer helleren Farbe ein wenig „Leben“ in den Rost gebracht. Wenn man schon dabei ist, dann verdünnt man die Rostfarbe stark und zieht mit dem Pinsel „Ablaufspuren“ hier und da (wo Wasser halt abfließen würde) am Schornstein herunter. Weniger ist hier mehr … lieber noch einmal nacharbeiten als dass gleich beim ersten Mal eine deckende „Rostsauce“ auf dem Putz klebt.

Auch am Abzug  schafft der Graphitstift an den Kanten ein wenig Metallglanz.

Bild 4: Der Dachdecker war endlich da!

Im nächsten Schritt kommen die ersten Wellblechplatten auf den Anbau. Mehr zum Wellblech habe ich schon vor einiger Zeit beim Christophorus-Hof geschrieben. Auch diesmal sind die Wellblechplatten aus Alu hellgrau grundiert, allerdings dann mit 2K-Kleber (nicht zu viel anrühren!) auf die Unterkonstruktion geklebt.

Bild 5: Kaum waren die einen Dachdecker da, kamen schon die nächsten

Für den rechte Anbau habe ich eine PS-Platte (1mm) passend zugeschnitten und an der Unterseite, wo sie an den Rändern übersteht, eine Bretterstruktur eingeritzt.

Auf der Oberseite bilden Bahnen von Kreppband Dachpappe nach. Die werden von unten nach oben, jeweils an den Rändern ein wenig überlappend aufgeklebt.

Mit einem dunklen Grau kommt hier auch eine erste Farbschicht an die Reihe … und wir sind wieder einmal beim Ende eines Berichts!

Bild 6: Das rechte Dach „liegt Probe“, links sind noch ein paar Wellblechplatten dazugekommen

Zum Abschluss und zu Bold 6 noch die Erkenntnis: Man kann mit 2K-Kleber das Dach nicht so schnell mit Wellblech decken, aber dafür hält so alles (was bei Sekundenkleber-Gel nicht wirklich der Fall war).

Na alsdann!

Der Bayerhof (7)

So langsam gilt es, sich beim Bayerhof an lauter „Kleinigkeiten“ entlang zu hangeln. Die kosten natürlich Zeit, machen aber auch sehr viel Spaß, wie ich finde.

Ok … ein Fenster einzubauen und dann dahinter „duster“ zu machen, ist jetzt nicht so wahnsinnig spannend. Aber es muss sein …

Bild 1: „Alternative facts“ hinter dem Fenster …

Das Fenster am verputzten Anbau hat einen metallenen Rahmen. Er ist komplett aus Polystyrol-Streifchen entstanden. Die sind metallisch-grau lackiert und dann hier und da ein wenig „angerostet“ worden. Abschließend habe ich mit einem weichen Graphitstift (aus dem Kümstlerbedarf) an einigen Stellen noch für etwas „Metallglanz“ gesorgt.

Die eigentliche Glasscheibe ist natürlich auch aus Kunststoff. Ich schneide sie passend für den Rahmen zu (der soll später bündig zur Außenwand sein, so dass die „Glasscheibe“ also genau passen muss) und klebe sie mit ganz wenig Sekundenkleber-Gel von innen an den Rahmen.

Jetzt kommt etwas Wichtiges … aufpassen! 😆

Von innen sitzt man nun (mit einer Nadel oder einem feinen Messer) entlang der Fenstersprossen das „Glas“ ganz vorsichtig und leicht ein. Nun nimmt man – nach Gutdünken, Vorbild, … was auch immer! – weiße, graue, braune Farbe, verdünnt sie stark und mischt sie ggf. immer wieder einmal. So ein Farbtropfen kommt nun von innen auf das Fenster und wird dort verteilt, so dass ein mehr oder weniger dichter Schmutzfilm zu sehen bleibt.

Man kann auch, wenn die Farbe ein wenig angetrocknet ist, mit einem trockenen Pinsel noch ein wenig „Staubwischen“, so dass das Glas weniger dreckig ist oder man – mit ein wenig Übung – sogar den Eindruck bekommt, dass jemand Schmutz vom Fenster gewischt hat. Man kann hier auch quasi nass-in-nass arbeiten … also z.B. in eine leicht graue Farbschicht noch bräunliche Schlieren ziehen.

Warum wir vorher geritzt haben? … durch die Ritzen haben die kleinen, durch die Sprossen umgebenen Fensterchen jetzt Grenzen, über die die Farbe nicht laufen kann!

Bei vielen Industriefenstern sieht man, dass nachträglich solche Fensterchen getauscht wurden und somit eine andere Farbe oder Schmutzschicht haben – das kann man so recht gut nachempfinden, ohne dass übereifrige Farbe gleich alle Fensterchen von hinten gleichmäßig verschmutzt.

Bild 1 zeigt das eingebaute Fenster mit einem schwarzen „Kasten“ dahinter. Der soll verhindern, dass man aus Versehen durch das Fenster das ganze strahlende Weiß vom PVC-Hartschaum erahnt. Noch wichtiger sind solche Kästen oder Sichtsperren natürlich, wenn man Gebäude mit Fenstern auf mehreren Seiten baut. Hier kann man sonst leicht durch ein Fenster die auf der anderen Seite eingebauten Fenster sehen … und damit auch erkennen, dass das Gebäude innen einfach nur total leer ist. In Bild 3 sieht man eine zweite Möglichkeit für so eine Sichtsperre.

Bild 2: Der neue Sturz des Tores

Der neue Sturz für das verkleinerte Tor ist inzwischen eingefärbt und an seinen Platz gewandert. Die Farbgebung erfolgt dabei ziemlich genau so, wie bei der Bretterwand am Anbau ganz rechts.

Und wo ich den gerade erwähnt: Er … also eigentlich seine Bretterwände … ist inzwischen mit Sekundenkleber-Gel an Fundament, Rückwand und dem verputzten Anbau befestigt.

Das Fenster hier ist ein altes, etwas verzogenes Holzfenster. Entsprechend wurde es eingefärbt. Das Fensterglas ist wie oben beschrieben entstanden, nur dass hier nach dem Ritzen (hinter den Fenstersprossen, „Glas“ diesmal nur lose aufgelegt) Fensterchen zerbrochen oder ganz herausgefallen dargestellt wurden. Hier sollte mal jemand den Glaser rufen …

Nach dem Einkleben des „Glases“ hinter den Rahmen kam auch hier eine kleinere Verschmutzungsaktion an die Reihe (am besten klarerweise noch vor dem Einkleben des Holzanbaus).

Bild 3: Die Dachdecker waren schon da … und ein Schornstein entsteht

Bild 3 zeigt, dass das grundsätzliche Gebäude schon weit fortgeschritten ist. Über dem neuen Sturz am Tor sieht man, dass hier mal jemand das „Loch“ ausgemauert hatte. Hier geht es dann noch etwas weiter … die ganzen Ziegelsteine haben ja bisher auch nur ihre Grundfarbe bekommen.

Aus 1cm dickem Polystyrol (auch als „Styrodur“ o.ä. bekannt) habe ich einen passenden Schornstein geschnitten, der inzwischen auch einen Putz bekommen hat und auf das Dach (erstmal nur eine 0,5mm starke PS-Platte als Grundlage) des verputzten Anbaus gewandert ist.

Bild 4: Und wie immer am Schluss … der aktuelle Stand …

Damit später nirgends weißes PS durchscheint, ist das „Grundlagendach“ nun noch schwarz lackiert.

Und wo ganz links ein Fenster zugemauert wurde, ist nun ein Stück Ziegelmauer zu sehen … war es ja schon öfter, aber jetzt sind die Fugen noch etwas nachbehandelt und das Ganze in die Fensteröffnung geklebt.

Als „Krönung“ im wahrsten Sinne des Wortes  sitzt an der Spitze des Schornsteins schon einmal der eigentliche Abzug zur Probe … er ist ein Weißmetallteil.

Der Bayerhof (6)

Nach dem „Schockbild“ vom letzten Mal geht es ähnlich weiter … ein wenig Braun – auch fleckig, versteht sich – und dann hellere Grautöne. Das Ganze sieht recht wild aus, bildet damit aber die Basis für das, was gleich kommt …

Bild 1: „Fleckwerk“ komplettiert

… die Spannung steigt … und jetzt kommt es!

Bild 2:“Schwester! Tupfer!“

Wir basteln uns selber einen Tupfer! So wie es in Bild 2 aussieht, mache ich das üblicherweise – es gibt sicher auch noch andere Möglichkeiten. In der Klemmpinzette klemmt hier ein Stück Schaumstoff aus einer Verpackung, etwa 1cm3 (also jeweils 1cm Kantenlänge … eh klar, oder?). Der Schaumstoff sollte nicht zu grob sein, und wenn es eine irgendwie behandelte Seite gibt, dann sollte die „Pinzetten-seitig“ sein (in Bild 2 ist die Seite rechts „wattiert“ … kann man durch etwas helleres Weiß dort erkennen).

Wer jetzt noch Lust hat, kann seine Frau, Freundin, … als Krankenschwester verkleiden und beim Basteln neben sich und den „Patienten“ stellen – dann kann man das rufen, was unter Bild 2 steht. Muss man aber nicht.

Bild 3: Die erste „Betupfung“

Ich tupfe hier gerne von Dunkel nach Hell … habe also mit einem etwas dunkleren Mittelgrau angefangen (die Krankenschwester neben Euch kann sicher den modisch exakten Namen des Farbtons benennen … bitte mir dann mitteilen … danke 😆 ).

Damit ist aber schon klar: Wir brauchen mehrere Tupfer! Für jede Farbe, die wir dann verwenden, einen (ok, mehrere Schaumstoffstücke – es reicht natürlich eine Pinzette).

Noch zum Tupfen selber … ich nehme hier einen Deckel (Plastik,  Alu … egal … etwa von einem Marmeladenglas o.ä.) und gebe ein paar Tropfen Farbe darauf (auch hier bei mir wieder: Vallejo). Das Schaumstoffstück wird nun vorsichtig in die Farbe gestupft und anschließend daneben auf dem Deckel (wo kein dicker Farbtropfen klebt) „ausgestupft“ – dabei bewegt man den Schaumstoff etwas hin und her, dreht auch mal ein wenig nach links und rechts. Ziel sollte sein, dass auf und in dem Schaumstoff nicht zu viel Farbe ist und diese noch dazu halbwegs gleichmäßig verteilt. Ganz besonders muss man an den Kanten des Würfels aufpassen: Sammelt sich hier zu viel Farbe, dann hat man hinterher ggf. recht deutliche Striche an der Wand!

Letztlich tupft man dann … es sollte jetzt etwas mehr Farbe als beim Trockenmalen/Granieren („drybrushing“ … für die Coolen) auf die Wand kommen, die Farbschicht aber keinesfalls gleichmäßig deckend sein. Auch beim Tupfen auf die Wand „hüpft“ man hin und her und dreht mal ein wenig den Schaumstoffwürfel. Am besten fängt man erstmal mit gaaanz leichten Tupfern an und tupft dann – wenn es wirklich viel zu wenig Farbe auf den Putz schafft – etwas kräftiger.

Bild 4: Betupft, was das Zeug hält

Nach weiteren „Betupfungen“ bis hin zu einem recht hellen  Grau, kommen die Wände wieder in einen Zustand, bei dem sich das Modellbauerherz beruhigt (ansonsten wirklich mal an die Krankenschwester wenden … falls sie noch neben Euch steht!).

Wie viele Schichten man hier aufbringt (bei mir sind es drei) und wie deckend die jeweils sind, hängt davon ab, wie „hinüber“ die Wand am Ende aussehen soll. Zu viele und heftige Flecken sind aber dann auch irgendwie zu viel des Guten – finde ich.

Das Tupfen „blendet“ die Farben dann – Kontraste sollten damit möglichst verschwinden, die Übergänge etwas fließend wirken.

Im nächsten Schritt wenden wir uns noch einmal den Rissen und Sprüngen im Putz zu. Mit sehr stark verdünntem Schwarz werden die noch einmal hervorgehoben. Hier sollte man sich vor allem um die Stellen kümmern, wo eventuell beim Tupfen das „Ritzenschwarz“ zu sehr gelitten hat. Auch kann man hier und da noch mit dem wenigen Schwarz in der Lasur zu helle Wandpartien etwas abdunkeln. Man kann sich dabei auch schon etwas Gedanken über das Altern des Gebäudes machen. Wo etwa die Wände feuchter sein könnten (also etwa am Mauersockel), wird die Wand wohl etwas dunkler wirken …

Bild 5: Nun sind Risse und Sprünge im Putz betont … einige schon sehr

Jetzt springen einem die Risse schon sehr stark in die Augen … speziell kann es durch die schwarze Lasur natürlich sein, dass etwas davon vom Riss aus weiter in den Putz rinnt, vor allem nach unten. Deswegen kommt noch einmal die zuletzt getupfte Farbe auf den Pinsel … ganz wenig, um hier solche „Macken“ auszubessern.

Nach diesem Schritt aber ich nicht mehr extra ein Foto gemacht … man sieht solche Arbeiten eigentlich nur, wenn man wirklich mit der Nase davor ist. Emmanuel Nouaillier nennt das „micro painting“ – das trifft es also sehr gut.

Bild 6: Und der aktuelle Stand … wie immer

Zuletzt – zumindest für heute – kommen jetzt die Stellen an die Reihe, wo der Putz schon abgebröckelt ist. Dadurch, dass wir jetzt nur noch an kleinen Stellen arbeiten, können wir hier mal mit der Farbgebung anfangen, ohne dass wir im nächsten Schritt wieder alles zunichte machen …

Beim Bayerhof kommen dazu eher dunkle Ziegel zum Vorschein, wo der Putz beröckelt, etwas hellere dort, wo für das neue, kleinere Tor die Wand etwas weiter gemauert wurde. Beim zugemauerten Fenster links sind es wieder andere, modernere und auch größere Ziegel, die verwendet wurden.

Und das soll’s auch schon wieder gewesen sein … zumindest für heute.

Der Bayerhof (5)

Heute mal ein „kleines Update“ … ganz einfach, damit ich noch weiß, was ich wann getan habe. Sonst kann ich nur Bilder zeigen und nichts schreiben … ware doch auch fad, oder?

Bild 1: Noch kein zu großer Fortschritt, aber nun sind die verputzten Wände mal „überlasiert“

Die verputzten Wände lasiere ich mit einer dunklen Brühe … quasi Schwarz. Später kommt dann noch ein mittleres Braun, ebenfalls lasierend, dazu. Klarerweise nimmt man hier Farben, die zur angedachten Wandfarbe passen – bei „Schönbrunngelb“ geht das Braun vielleicht noch durch (bei einer nicht ´gerade „taufrischen“ Wand), das Schwarz ist dann eventuell schon wieder zu viel des Guten.

Der Tank hat eine Farbschicht in freundlichem „Resedagrün“ bekommen. Steht ihm ganz gut … finde ich.

Die Fugen zwischen den Brettern im rechten Teil bekommen noch stark verdünnte schwarze Farbe ab, um sie etwas zu betonen.

Bild 2: Alles keine Qualität mehr heutzutage! Kaum steht der Tank mal eine Zeit vor’m Haus, rostet das Mistding schon!

Auf Bild 2 erkennt man dann, was passiert, wenn so ein Tank mal eine Zeit draußen „herumoxidiert“. Zuerst habe ich weiße Pigmente stark verdünnt auf dem Tank verteilt – dabei hauptsächlich in Richtung des Tankscheitels (also „nach oben“) und unten gepinselt. Das sind wohl die Regionen, wo der Lack des Tanks durch Sonne (oben) und Regen (kommt oben an, rinnt am Tank nach unten) am ehesten altert.

Mit dunkler Rostfarbe habe ich dann hier und da – speziell an den Kanten zu den „Deckeln“, zur Einfüllöffnung, usw. Flecke aufgestupft. Nicht zu viele … immer ein paar und dann mit einem feuchten Pinsel vom ersten zum letzten die Farbe wieder etwas anlösen und „herunterziehen“, um die Verlaufsspuren darzustellen.

Hellere Rostfarbe kommt dann lasierend auf die Flecken und etwas darüber hinaus. Auch die lässt man wieder verlaufen.

Die Wände im rechten Teil werden nun noch mit etwas helleren Farbtönen bis hin zu weiß ganz leicht graniert, die Bretter etwas stärker mit einem silbrigen Grau. Anschließend habe ich sie mit Sekundenkleber-Gel (PS und PVC) und Essigäther (PS untereinander) verklebt. Was jetzt noch an Alterung kommt, kann man ebenso an dem fertigen Gebäudeteil machen …

Bild 3: Jetzt schaut’s grausig aus …

Der für heute letzte Schritt führt uns zu dem Zustand in Bild 3 … mit grauer Farbe wird – fast trocken! – flecking über den Putz gemalt. Das sieht hier und da geradezu scheußlich aus, stellt aber mit weiteren solchen Farbklecksereien (in anderen Farben) die Basis für die weitere Wandbehandlung dar.

Und ganz nebenbei kommt das übliche Programm für den Betonsockel dran:

  • Schwarz lasierend die Fugen betonen.
  • Mit einem etwas helleren Grau hier und da fast trocken Flecken auf der Betonoberfläche darstellen.
  • Ebenso mit hellem Grau wird die abgebröckelte Ecke etwas betont.
  • Mit ganz wenig Weiß über die Oberflächen granieren.

Der Bayerhof (4)

Keine große Veränderung … aber nun sind die nachträglich verputzen Ecken versäubert. Hier und da muss man vielleicht noch einmal ran, aber im Großen und Ganzen …

Bild 1: Putz versäubert

Am rechten Anbau arbeiten bei Bild 1 gerade die Zimmerleute … dass da mal was wie Holz ausschaut!

Bild 2: So beginnt das Holz auszusehen, wie Holz

Das „Holz“ wird mit „Lederbraun“ von Vallejo (es gehen aber natürlich auch andere Farben) leicht lasieren gestrichen. Ich versuche dabei immer, von oben nach unten zu pinseln … irgendwie der natürliche Verlauf der Bretter und des in der Realität herunter laufenden Regens. Von unten nach oben geht auch noch irgendwie … quer schaut bei sowas schnell unnatürlich aus.

Wie man in Bild 2 sieht, ist die Farbe auch nicht ganz gleichmäßig und nicht unbedingt ganz deckend. Der Schuppen ist zwar nicht der allergepflegteste, aber so ganz am Verrotten ist er halt auch noch nicht.

Der Sockel aus behauenen Natursteinen wird mit Beton-Farbe von Heki bestupft. Das gibt – zusätzlich zum mit der Drahtbürste bearbeiteten PVC – noch etwas Struktur. Zwischen den Natursteinen sind ein paar Stellen mit Backstein repariert – hier kommt etwas gebranntes Rot drauf.

Bild 3: Es kesselt …

Im Bild 2 kann man vor dem mittleren Gebäudeteil schon einen groben Betonsockel erkennen. Das wird keine Laderampe … Bild 3 erklärt seinen Sinn.

Während der Sockel aus geschäumtem PS entsteht (vulgo „Styrodur“ – die Struktur der Schalung ist mit einem kleinen Schraubendreher eingedrückt) und ebenfalls mit Betonfarbe von Heki grundiert wird, ist der Tank von Duha.

Ich habe hier versucht, die Beschriftung auf dem laubgrünen Tank mit etwas Terpentinersatz und einem Zahnstocker herunter zu rubbeln. Dabei kam dann das Laubgrün auch gleich mit – das blätterte quasi rundherum ab. Also kam gleich mal eine Schicht Grundierung aus der Sprühdose auf den Tank.

An den „Schnittstellen“ zu den „Deckeln“ des Tanks zeigen sich dann sehr deutlich kleine Spalte. Hier habe ich mit dünnen Draht eine Wulst aufgeklebt. Mit der anschließenden Farbbehandlung (klingt ein wenig wie beim „Energetiker“, meint aber die eigentliche Farbe des Tanks plus allerhand Alterung) sollten die Spalte dann verschwinden, hoffe ich.

Neben dem Tankdeckel ist aus einem Spritzlingsrest, einem Stückchen PS-Rohr und einer gelaserten Mutter noch ein Anschluß für ein Entlüftungsventil entstanden. Vom Tank führt dann (siehe Bild 4) ein Rohr in das Innere des Hauses. Hier wird ein Stück 1mm-Messingrundstab passend gebogen und ein Loch in die Wand gebohrt. Sieht alles etwas improvisiert und hingepfuscht aus … soll es aber auch. Beim Bayerhof hat man halt das genommen, was da war und funktionierte!

Bild 4: Und noch ein Stückchen weiter … beim Kessel und beim Holzanbau

Das Loch wirkt nun allerdings noch zu perfekt … hier wird noch ein wenig nachgearbeitet werden, denn wenn man den Tank nachträglich dort vor die Wand gestellt hat, wird man bei der Einführung des Rohrs in das Innere nicht unbedingt ein so toll versäubertes Loch gemacht haben.

In Bild 4 zeigen sich dann auch noch Naturstein (braun über die graue Grundfarbe lasiert) und Holz (erst Lasur in einem Braun-Beige und kurz bevor diee Farbe antrocknet mit einem Graublau) mit einer weiteren Farbschicht.

Der Bayerhof (3)

In kleinen Schritten geht es weiter – aber es geht weiter!

Nach der Feststellung, dass es ja noch einer weiteren Wand bedarf, werden die Abmessungen des Bayerhofes an der „Schnittkante“ (also dort, wo der Bauernhof später einmal genau an der Modullängsseite steht) auf Polystyrol (hier nehme ich in der Regel 0,5mm – bei größeren Wänden kann man zur Not noch mit hinterklebten „Trägern“ die Wand aussteifen, wenn einem das ganze Konstrukt zu labberig erscheint) übertragen, angeritzt und ausgeschnitten bzw. -brochen.

Bild 1: Alles im Lot … auf dem Bayerhof

Die Rückwand wird dann mit Plastikkleber am Fundament angeklebt (beides aus PS). Gleich anschließend kommt die erste Wand aus PVC-Hartschaum mit Sekundenkleber-Gel dazu. Klarerweise heißt es hier: Aufpassen! Es soll ja alles doch irgendwie senkrecht stehen und nicht windschief.

Dieses war der erste Streich …

Bild 2: Was nicht passt, wird passend gemacht!

… doch der zweite folgt zugleich! In diesem Fall mit der zweiten Giebelwand. Auch die muss passig und senkrecht zur Rückwand eingeklebt werden.

An der Stelle zeigt sich dann, dass ich nicht aufgepasst habe: Die Wand, die nun zwischen die beiden Giebelwände gehört, ist einen knappen Milimeter zu lang. Klar … alles ist anhand der zugeschnittenen Rohwände kalkuliert. Jetzt sind aber auf beiden Giebelwänden Putzschichten drauf – zusammen wohl knapp ein Milimeter. Das hätte man natürlich einrechnen können und die Seitenwand einfach 1mm kürzer zuschneiden können. Hab‘ ich aber nicht dran gedacht … pfui!

Wenn man die Wand mit der Putzseite nach unten auf eine ebene Unterlage legt und an einem Stahllineal mit einer scharfen Klinge von der Rückseite vorsichtig ritzt und ritzt, dann kann man schnell und sauber die Wand passend machen.

Bild 3: Die ersten Wände stehen

So kann man dann auch diese Wand einfügen. Wenn es jetzt noch Ritzen gibt an den Ecken (siehe Bild 3, links), dann macht das eigentlich nichts, weil hier ja eh eine Stoßkante ist, wo noch nachverputzt werden muss.

„Weicheier“ oder Statiker kleben jetzt eventuell innen in den Ecken noch PS-Leistchen oder Reste von PVC-Hartschaum ein, um die Stabilität zu erhöhen. Muss aber nicht sein … jedenfalls nicht bei einem so kleinen Gebäude.

Bild 4: Nächster Durchgang … Verputzen der Stoßkanten

Schließlich spielen wir das ganze Spiel noch einmal beim Anbau … und dann geht es daran, die Stoßkanten zu spachteln.

Im Bild 4 erkennt man das … hier ist die Spachtelmasse gerade frisch auf die Wände gekommen. Klar … da muss, wenn sie getrocknet ist, noch etwas versäubert werden.

Na … dann lassen wir sie mal trocknen …

FREMO-Zwitschereien

Manche Dinge kennt man lange nicht, bis dann der Zufall so spielt …

Twitter hat mich bisher eigentlich überhaupt nicht interessiert. Neulich habe ich mich gewundert, dass viele Besucher meiner Seite von einer recht kryptischen Adresse hier auf den Blog kommen – aha … soso … eine Twitter-Seite.

Inzwischen habe ich über diesen „Tweet“, der von Lars-Christian Uhlig (lcu) betrieben wird, schon den einen oder anderen interessanten Beitrag über FREMO-Treffen, Module, Tips und Tricks usw. gefunden. Praktisch eigentlich.

Und daher hier als Link

Der Bayerhof (2)

Für die, die es nicht anders gewollt haben, nicht rechtzeitig hier wieder weggekommen sind oder sich verklickt haben … es geht weiter mit dem Bayerhof.

Es geht dort weiter, wo der erste Teil aufgehört hat – der erste Teil hat übrigens noch ein paar kleine Ergänzungen und Korrekturen über sich ergehen lassen müssen. So hat mir etwa ein „Eingeborener“ erklärt, dass ein Abrechklingenmesser in Österreich kein „Stanley-Messer“ ist … Hat mir irgendwer also einmal falsch erklärt. Sowas!

Weit ist es jetzt eigentlich nicht mehr zum nächsten Bild …

Bild 1: Nun sind alle Wände im Rohbau fertig

Inzwischen dürfen alle Wände (wenn man mal außer Acht lässt, dass das Haus an der „Schnittkante“, die später dann mal am Modulrand sein wird, auch noch eine Art Wand erhalten wird) einmal zusammen probestehen. Passt alles!

Hier erkennt man gut – naja, so halbwegs -, dass im rechten Teil die Mauer aus behauenen Steinen auf Gehrung gearbeitet ist, damit an der Ecke die Steine wie im echten Leben liegen.

Die Holzwand drüber ist natürlich so gebaut, dass die Bretter (aus 0,5mm Polystyrol) auch wie im echten Leben aneinander stoßen. Da gibt’s also keine Gehrung.

Bild 2: Die Wände bekommen die erste Putzschicht

In Bild 2 sieht man verschiedene Dinge …

  • Die Wände werden als Einzelteil „verputzt“. So kann man m.E. die dann noch – mehr oder weniger – ebenen Wände leichter mit der Putzschicht überziehen, als wenn man schon ein dreidimensionales Gebäude in der Hand hält.
  • Dass da eine Tube Moltofill steht, hat im Wesentlichen zwei Gründe:
    • Ich habe damals die Tube im örtlichen Baumarkt gefunden und irgendwie „sympathisch“ gefunden. Das heißt ja noch nichts, aber …
    • … es funktioniert – für mich – damit gut. Das heißt nicht, dass es auch für andere gut funktioniert, und schon gar nicht, dass andere Spachtel nicht auch funktionieren.

Keinesfalls bedeutet Bild 2, dass ich von Molto hier für Werbung bezahlt werde. Leider 😉

Man sieht auf dem Bild auch meine „Maurerkelle“ – ein Zahnarztwerkzeug. Für das gilt prinzipiell das oben für die Spachtelmasse geschriebene (auch wenn man keinen Markennamen darauf entziffern kann – Ihr auf dem Foto schon gar nicht).

Noch ein paar Worte zum Verputzen: Ich nehme dabei entweder kleine Mengen direkt an der Tube auf den Spachtel und bringe sie dort auf die Wand, wo ich sie brauche, oder drücke mir eine längere „Putz-Wurst“ (vielleicht zwei Zentimeter) entweder auf einen Rest PS oder PVC-Hartschaum oder direkt auf das Wandteil und verteile sie dann auf der Wandfläche. Eine zu üppige Wurst bringt nichts, da sonst eventuell die Masse schon aushärtet (zumindest an den Rändern), während man anderswo noch schaut, dass es eine sauber verputze Wand gibt.

Ich für mich bin der Meinung, dass weniger mehr ist. Lieber eine kleine Menge Putz auf der Wand verteilen, trocknen lassen und dann nach dem Versäubern (siehe unten) mit noch etwas Putz Löcher, „Krater“ oder „Täler“ zuspachteln. Nimmt man gleich am Anfang eine große Menge, dann entstehen – zumindest bei mir – eher diecke Berg- und-Tal-Landschaften, die man dann erst recht nacharbeiten muss.

Bild 3: Und einmal die verputzen Wände zusammen

Wenn nun die Wand eine erste Putzschicht abbekommen hat und diese getrocknet ist, muss sie verschliffen werden. Zumindest bei mir ist das notwendig, weil ansonsten keine auch nur halbwegs glatte Putzschicht herauskommt.

Für größere, ebene Flächen bieten sich zum Glätten feine Schmirgelleisten (also Schmirgelpapier auf einer harten, geraden Unterlage) an. Für feine Nacharbeiten gehen auch Schleifblöcke, wie sie die holde Weiblichkeit zur Nagelpflege nutzt.

Wo es keine großen oder ebenen Flächen gibt, der Putz nicht ganze so toll eben und glatt sein soll und alle sonstigen, anderen Fälle, nehme ich ganz einfach ein Stück feinen Schmirgelpapiers auf den Finger und schmirgele los.

Überschüssiger Staub wird dabei regelmäßig mit einem weichen Borstenpinsel „weggefegt“.

Fertig ist man in der Regel dann, wenn das Ganze so glatt ist, wie man es haben möchte. Täler darf es noch geben, Berge – oder eher richtig spitze Gipfel – sollten keine mehr da sein. Die Täler werden dann nochmal zugespachtelt und das Spiel beginnt wieder von vorn.

Aufpassen muss man nur an solchen Stellen, wo ggf. andere Wände oder Gebäudeteile „anstoßen“. Hier sollte entweder gar kein Putz auf der Wand sein (so mache ich es – in Bild 3 besitzt etwa die rechte Giebelwand im unteren Teil, wo der Anbau ist, keine Putzschicht) oder die Stärke der Putzschicht muss schon beim Zuschnitt der Wände berücksichtigt werden.

Wo es eine „saubere Abgrenzung“ zu Wandteilen ohne Putz geben soll (beim Bayerhof im linken, unteren Teil des alten Scheunentors, wo Backsteine aufgemauert sind), kann man mit einem Streifen Kreppband dafür sorgen, dass man nicht großartig nacharbeiten muss (das kann man in Bild 2 erkennen).

Wo Putz abbröckeln soll, da putze ich in der Regel auch nicht. An den Rändern kann man sich dann mit der Graviernadel oder einem anderen Werkzeug noch etwas nachhelfen und „auf den Putz hauen“. Bröckelt zu viel Putz ab (so dass dahinter die Hartschaumplatte ohne eingeritzte Steine zu sehen ist), muss man entweder noch etwas nachverputzen oder die Steine bzw. die Fugen zwischen diesen etwas weiter ritzen …

Jetzt sieht man in Bild 3 natürlich noch die Stellen, wo die Stoßstellen sind bzw. noch unverputzte Wand zu sehen ist … an den Ecken. Diesen Stellen widmen wir uns dann im nächsten Teil …