Carro Aperto Tipo L bzw. LL der FS von ATM

Mal wieder eine Produktempfehlung … weil man manche schöne Dinge ja nur findet, wenn man durch Zufall darauf stößt … oder über jemand anderen davon erfährt.

Wie gehabt. Es soll um eine Produktvorstellung gehen – keine langen Vergleiche mit dem Vorbild oder sowas. Dazu kenne ich mich – speziell an dieser Stelle – auch viel zu wenig mit den Vorbildern aus!  

Ausländische Fahrzeuge sind in unseren Zügen ja immer ganz beliebt, bringen sie doch Abwechslung (wenn man nicht gerade zig Wagen mit mehr oder weniger vorbildfreien Werbebeschriftungen besitzt) in das „braune Allerlei“ – braun natürlich, weil es hier um Güterwagen gehen soll. Speziell interessant finde ich – wohlgemerkt: in der Epoche III modellbahnerisch daheim! – italienische Wagen. Irgendwie wirken sie exotisch und modern … über die Breite von Bretterfugen oder -furchen muss man da in der Regel gar nicht mehr nachdenken … und die Achsstände sind teilweise schon gigantisch … nun ja … genug Begeisterung für’s Erste!

Die durch ihr Spitzdach noch etwas exotischeren geschlossenen Wagen sind ja nun schon einige Jahre in mehreren Varianten und von mehreren Herstellern zu haben (und als typische „Obst-Transporteure“ der Epoche III auch immer wieder Gast an der Schönauer Schleppbahn). Bei den offenen gab es einen recht fein gemachten, sehr kurzen Typ bei Klein Modellbahn und … das war’s dann auch sehr lange (lässt man mal teure Kleinserien oder schwer zu bekommende Modelle außer Acht). ACME ist jetzt bei den offenen angekommen, aber bisher immer in der (für mich) falschen Epoche oder in Sets mit noch mehr geschlossenen Wagen (sie ich schon genug habe), noch dazu teilweise in Varianten, die man m.E. außerhalb Italiens nicht wirklich nutzen kann.

Durch Zufall bin ich jetzt auf den italienischen Hersteller ATM gestoßen, der einige sehr interessante Wagen der FS – speziell Güterwagen – im Programm hat. Durch das Internet ist ja heute auch eine Bestellung in Italien kein Problem mehr … also habe ich es mal gewagt …  

Bild 1: Carro Aperto Tipo L (1959) Con Garitta … also ein offener Güterwagen des Typs L von 1959 mit Bremserhaus
Bild 2: Ein Blick auf die Bremserbühne mit Bremserhaus
Bild 3: Das Wageninnere

Alles in allem also ein recht fein gemachter Wagen … ich würde sagen: „state of the art“. Klar, es gibt Firmen, die Feineres mit noch mehr Details liefern … aber dann kostet so ein Wagen auch nicht die knapp 35 Euro, die ich für diesen Tipo L bezahlt habe. Die Wagenaußenseiten sind ordentlich gemacht, die Innenseiten nicht so detailliert (wobei sich die Frage stellt, was in einem offenen Wagen aus Stahl auch groß an Detail sein sollte?), die Bedruckung ist m.E. wirklich gut gemacht.

Sehr nett auch von ATM, dass hier Wagen des EUROP-Pools zu haben sind … viele Hersteller sehen ja irgendwie nicht, dass mit solchen ggf. auch eher ausländische Modellbahner zugreifen, weil der Wagen damals frei in den EUROP-Ländern verwendet werden konnte (quasi wie ein „Inländer“).

Den Tipo L gibt es übrigens auch als Wagen ohne Bremserhaus … falls jemand die Abwechslung sucht.

Bild 4: Carro Aperto Tipo LL (1956) … also ein offener Güterwagen des Typs LL von 1956

Beim Tipo LL dann kein EUROP … soweit ich das überblicke (wie gesagt: kein Experte in Sachen Güterwagen der FS) waren diese aber auch nicht im EUROP-Pool (analog den gedeckten F, die es im EUROP-Pool gab, den langen FF aber nicht). Aber der Wagen gefiel mir irgendwie (ein Wahnsinns-Achsstand … oder?) … und irgendwas wird der schon von Italien herankarren dürfen! Außerdem: Ein schönes Modell unter 30 Euro!

Innen sieht er übrigens so aus wie der L, es gibt jedoch keine Andeutung der Türen (also alles glatt).

Beide Wagen rollen übrigens leicht und sind sauber verarbeitet.

Fazit für mich: Zwei schöne und interessante Wagen (der EUROP-L auch wirklich fast überall einzusetzen) zu fairen Preisen. Mal sehen, was da bei ATM noch so alles kommt …

Zwischendrin … ’ne alte Hütte

Wieder einmal ein Beitrag in der Kategorie „Zwischendrin“ … nicht, weil ich keine Lust hatte, sondern, weil ich nicht zum x-ten Mal die gleichen Bautechniken hier lange beschreiben möchte.

Und wieder einmal eine „Naturalien-Zahlung“ … also nichts, was entlang der Schleppbahn zu finden sein wird.

Daher nur ein paar Stichworte für die ganz neugierigen: Wie immer ein Fundament aus PS und – diesmal – PVC-Hartschaum (damit der Beton- bzw. Steinboden gleich eingeritzt werden kann), darauf eine Holzhütte aus PS-Platten (geritzt usw.) und -Profilen.

Fenster aus der Grabbelkiste und diverse Kleinteile von verschiedenen Herstellern bzw. selbstgebaut vervollständigen das Gerümpel rund herum.

Zwischendrin … dieser Blog enthält Produktplatzierungen

So … gleich mal vorweg: Keine Sorge, es geht nicht um nervige Werbung oder Pop-Ups im Blog … keinesfalls.

Es geht mal wieder um eine kleine Bastelei für einen Freund …

Keine große Sache, aber ein wenig unterhaltsames Basteln.

Litfaßsäule und Plakatierer kommen von Busch – die Litfaßsäule fast nackt und mit deutscher Werbung. Da kann man sich mit schönen Plakaten aus den späten 50ern austoben … leider muss man alte teilweise überkleben. Ist halt so bei einer Litfaßsäule!

Irgendwie muss der Plakatierer ja auch seinen ganzen Kram bei sich haben … Auto wäre ok, macht aber nicht so viel her. Also ein Karren. Der ist aus Polystyrol und Heftklammern selbst zusammengeschwartet … die Räder sind aus der Restekiste von einem alten Preiser-Karren.

In ähnlicher Form ging’s dann weiter mit dem Zeug auf dem Karren …

Zwischendrin … jetzt reicht’s aber mal!

Ja … ich werkele noch so vor mich hin. Aber derzeit gibt es da nicht wirklich etwas herzuzeigen.

Jetzt aber doch. Mist!

Polystyrol klebe ich seit einigen Jahren mit Essigäther … hält super, sieht man kaum, stinkt nicht so arg. Guter Stoff … quasi!

Ich habe da eine größere Flasche gekauft und gebe nun immer ein wenig Essigäther mit der Pipette in ein kleines Fläschchen. Da kann man dann bequem mit einem Pinsel reintupfen und los geht’s … wenn, ja wenn! … man nicht mal wieder das (natürlich dann gerade offene!) Fläschchen umwirft. Mist!

Gottseidank ist wenig Essigäther drin, aber es suppt halt auf der Schneidmatte herum, stinkt dann doch (weil mehr als man gewöhnlich zum Kleben braucht) und klebt noch dazu so einiges Herumliegendes/-stehendes an, wenn es hinläuft. Soll also nicht sein … und wo mein Fläschchen jetzt mal wieder umgekippt ist, war es soweit …

Kein großes Werk … aber bitter nötig!

Aus ein paar Resten des PVC-Hartschaums, den ich auch z.B. für den Gebäudebau verwende, entstand eine stabile Basis mit vier Dreiecken, die das Fläschchen halten. Passt!

Unter dem Fläschchen ist dann noch ein Knubbel Pattafix gelandet, so dass man das Ganze auch am Fläschchen anfassen und hochheben kann. Man kann somit aber natürlich das Fläschchen auch wieder abnehmen …

Ein Kvmm der ÖBB (3) – Live dabei!

Nun … der Titel des Blog-Beitrags reimt sich. Und was sich reimt, das ist gut (so meinte das m.E. in meiner Kindheit schon der Pumuckl).

Nein, ich mache jetzt keine Livestreams oder so … aber es sind zwei Dinge hier mehr oder weniger live: Erstens kommt dieser Beitrag hier sehr zeitnah (von einem Tag auf den anderen … huihhh!), zweitens passiert es einem selten, wenn man schon an Dingen mit Vorbildern um 1960 (oder früher) bastelt, dass man diese Vorbilder live betrachten kann!

Wie im ersten Beitrag zum Kvmm der ÖBB schon angedeutet, gibt es im Internet Fotos eines solchen Wagens als späterer Materialwagen des Bahnhofs Wien Nord. In dieser Funktion sieht man ihn auch auf Seite 226, Abbildung 279 im Buch „Der Wiener Nordbahnhof“ von Franz Haas (bahnmedien.at).

Umso schöner ist es dann, wenn man bei einem „Männerausflug“ mit dem Junior (und der war gestern) im Eisenbahnmuseum Strasshof (auch ohne diesen Hintergrund immer einen Besuch wert!) gleich zwei ehemalige Kvmm dieser Bauart live, in Farbe, hochauflösend und in 3D sieht, weil die genau vor einem stehen.

Der ausführlicher fotografierte Wagen ist der Wagen aus Wien Nord.

Und wie man im letzten Bild sieht, gab es wirklich zumindest einen zweiten Wagen auf Basis des Omm 37 sowie (dahinter stehend) auch einen Wagen auf Basis eines O-Wagens mit Blechwänden (hier habe ich jetzt nicht weiter Details fotografiert … einen solchen Wagen auch im Modell zu bauen ist mir gerade eine Baustelle zu viel …).

Mal sehen, was mit den Fotos am Modell in H0 noch so alles machbar ist!

Gießerei „Hagen&Hagen“ (15) – macht hoch die Tür, die Tor macht weit …

Nun denn … ehe ich mich hier wieder über die lange Zeit, in der ich nichts geschrieben habe, auslasse, beginne ich lieber gleich mit meinem „Bautagebuch“ – netter Begriff eigentlich, den ich vor kurzem gelesen habe. Und da ich ja oft hier hereinschaue, was ich irgendwann mal wie gemacht habe, passt das wohl auch.

Vielleicht ist es deswegen auch wieder etwas „viel“ … es geht um ein Fabriktor, und da wird es sehr wahrscheinlich noch ein paar mehr entlang der Schleppbahn geben!

Auch hier hieß es mal wieder: „Wo habe ich das Tor denn nur hingelegt?“ Dieses schicke Exemplar (immerhin sollte m.E. eine Gießerei ein halbwegs als „Aushängeschild“ verwendbares Firmentor besitzen) stammt vom Modellbau-Kaufhaus. Und es wollte erst einmal wiedergefunden werden. Wurde es.

Bild 1: Das Tor frisch aus der „Schlosserei“

Da das Tor nicht einfach nur „in der Gegend herumstehen“, sondern beweglich sein soll … und im Endausbau dann auch mit Servos geöffnet und geschlossen werden soll … steckt also noch ein wenig mehr Nachdenken in der gesamten Konstruktion. Es muss alles halbwegs stabil sein und – da die Servos natürlich „unter der Erde“ ihren Platz finden sollen – durch den „Deckel“ des Moduls hindurchreichen.

Schließlich sind die Torflügel mit entsprechenden Messingstäben verlötet, die ziemlich genau (aber nur ziemlich … mehr dazu weiter unten) durch entsprechende Röhrchen passen, so dass sie dann zur Antriebsmechanik führen – wenn die mal an der Reihe ist. Als Pfosten dienen erst einmal zwei H-Profile, auch aus Messing und ebenfalls verlötet.

Bild 2: Ein wenig Verfeinerung auf der Rückseite

In Bild 2 sieht man, dass ich die Detaillierung auf der Rückseite (die werksseitig einfach flach ist) nicht gerade übertrieben habe. Aber ein wenig was musste dann doch sein. Hier haben einige Polystyrol- und Messingprofile ihren Platz gefunden, ebenso mein immerwährender Favorit: Cinefoil.

An einem Torflügel (in Bild 2 rechts) ist mir das ein wenig verrutscht beim Aufkleben … insofern gab es – ebenfalls mit Cinefoil – einen „Blechflicken“. Irgendwer ist da halt mal unsanft an das geschlossene Tor gefahren … So sieht man das schiefe Stück nicht mehr.

Bild 3: Kaum ist Lack darauf, kommt auch schon der Rost …

In Bild 3 ist dann lediglich ein wenig Farbe und Alterung dazugekommen. Ja, das Tor ist ein wenig „Aushängeschild“ der Fabrik, aber immerhin sind wir hier nicht in der schicken Innenstadt unterwegs … und zweitens an der Schleppbahn, wo sowieso alles immer etwas alt und gebraucht aussieht.

An den für die spätere Bewegung empfindlichen Stellen ist das Messing noch mit Ballistol brüniert, damit möglichst nicht irgendwann mal Messing durchschimmert.

Dann kam die große Frage: Wie hätte man an der Schleppbahn und um 1960 herum signalisiert, dass der Schienenverkehr bei einem geschlossenen Tor doch bitte lieber anhalten soll? Nach ein wenig Forschung – auch mit Hilfe einiger Tips aus Foren – kam dann rechts und links auf den Torflügel jeweils ein Sperrsignal. Auf der Innenseite befinden sich keine solche Scheiben – wenn die Lok der Schleppbahn die Gießerei bedient, kommt eh niemand auf die Idee, das Tor zu schließen. Wozu also Sperrsignale anbringen, wenn sie nicht benötigt werden?

Bild 4: Sperrsignale, damit ja keiner das Tor übersieht

Wenn man das Tor dann so vor sich liegen hat, wirkt es mit den beiden H-Profilen schon sehr zierlich und filigran. So hatte ich schon von Anfang an im Hinterkopf, dass die irgendwann mal an einen ordentlichen Pfeiler kommen, der dann auch einer Gießerei wie der von Hagen&Hagen würdig ist.

Selbige sind nun aus vier Lagen von 2mm starkem PVC-Hartschaum entstanden – zumindest außen herum analog zu meiner Bauweise für Gebäude.

Bild 5: Mit „Vollpfosten“ rechts und links

Ergo haben die Pfeiler dann auch das ganze Prozedere in Sachen Verputz, Risse und Bröckeln sowie einer Alterung über sich ergehen lassen (müssen). So (Bild 5) wirkt das Ganze aber dann schon etwas weniger filigran.

Bild 6: Probestehen am späteren Aufstellungsort

Wo ich oben schon schrieb, dass hier Messing-Rundprofil ziemlich genau in Messingrohr passt: Nachdem ich mit einem Bohrmaschinenständer die Löcher für die spätere Verbindung zum Antrieb gebohrt hatte (damit die ja genau senkrecht sind), kam die erste Probe am Modul … und natürlich haben die Torflügel etwas Spiel, so dass die von mir mühevoll aus dem Messingrohr gesägten „Unterlegscheiben“ (an der Schleppbahn würde man „Beilagscheiben“ sagen) nicht mehr ganz ausreichen, damit genug „Luft nach unten“ ist. Ein Schleifen auf den Rillenschienen war dann doch zu deutlich zu spüren und zu hören. So kam dann nochmal links und rechts jeweils ein „Unterlegscheibchen“ dazu. Das muss reichen.

Ein nächster Schritt war dann logischerweise, die Pflasterung, die bisher schon auf Straße und Fußweg angebracht war, auch irgendwie durch das Tor hinein in den Hof der Gießerei zu bekommen. Während das Kopfsteinpflaster der Straßen aus Kibri-Platten besteht, kommt hier zusätzlich – wegen der schon im Namen erkennbaren Flexibilität des Ganzen – „Flexiway“ des Herstellers Juweela zum Einsatz. Dabei handelt es sich – wie in Bild 7 zu sehen – um kleine, einzelne Pflastersteine, die auf einem flexiblen Träger fixiert sind. Mit dabei ist bei jeder Packung dann ein Pulver, mit dem die Zwischenräume zwischen den Steinen verfugt werden (das sehen wir dann später noch). Und außerdem finde ich, dass die Steine recht gut zu denen der Kibri-Kopfsteinpflasterplatten passen (auch wenn das genau genommen dann jedenfalls im Hof der Gießerei kein wirkliches Kriterium ist).

Bild 7: Das Schachtel-frische Flexiway von Juweela an der Hofeinfahrt

Daneben wird es im Hof aber hier und da ein wenig Betonplatten (gravierter PVC-Hartschauem) usw. geben … es sollt halt nicht so langweilig und einheitlich aussehen.

Bild 8: Der Torbereich mit geschlossenem Tor …

Im Bild 9 kann man schon ein wenig in den Hof schauen … gerade bei unterschiedlichen Höhen (entlang der Schienen, an den Rändern der Straße, …) ist das Juweela-Material eine tolle Sache. Außerdem kann man damit prima Stellen nachbilden, wo sich das Pflaster abgesenkt hat.

Man erkennt hier auch den Materialmix …

Bild 9: … und geöffnetem Tor

Das mitgelieferte Fugenmaterial kehrt man dann einfach mit einem Pinsel in die Fugen. Dann sollte man wohl alles mit Wasser besprühen … habe ich aufgrund der doch schon recht fertigen Umgebung aber nicht gemacht. Stattdessen habe ich das Wasser (mit etwas Odol dabei) vorsichtig mit einer Pipette in die Fugen laufen lassen. Das ging dann auch recht gut.

Bild 10: Nach dem Verfungen sieht es schon etwas manierlicher aus …

Noch zum Thema „Aushängeschild“ … nun mussten die beiden Pfeiler des Tores noch ein wenig aufgehübscht werden.

Nach ein paar Griffen in den Bastelvorrat meiner besseren Hälfte entstanden die beiden „Kugeln“ in Bild 11 – hier schon grundiert. In Bild 12 kann man sie in der schlussendlichen Farbe erahnen.

Bild 11: Blick über den Tellerrand … in die Bastelkiste der besseren Hälfte …

Der vorerst letzte Schritt war dann das Einfärben des neuen Juweela-Kopfsteinpflasters in etwa passend zum umgebenden von Kibri … um hier mal den Test dieses neuen Materials zu einem ersten Abschluss zu bringen.

Bild 12: Der augenblickliche Stand mit Farbe am Pflaster

Inzwischen ist auch die letzte Lücke in der Hofmauer geschlossen worden – das kleine noch in Bild 12 zu sehende Stück „Landschaft“ kommt dann später, wenn auch im Hof noch hier und da etwas Grün wachsen wird.

Von der Schleppbahn an die rauhe Küste Sachalins – der Leuchtturm von Aniva als Diorama

Wieder eine weite Reise! … wenn auch diesmal nicht zeitlich. Schon ab und zu habe ich Videos im YouTube-Kanal von minibricks.co angeschaut … einiges gefiel mir, anderes nicht so recht … aber diesmal ist m.E. ein echter „Kracher“ zu sehen – was sicher auch wieder zum stürmischen Wellengang vor Sachalins Küste passt … der Leuchtturm von Aniva (im Süden von Sachalin gelegen) entsteht als Diorama.

Hier ist in meinen Augen gigantischer 3D-Druck zu sehen, der dann mittels Handarbeit in ein extrem gutes Abbild des echten Leuchtturms – zu sehen etwa hier – verwandelt wird. Auch die Felsgestaltung weiß zu überzeugen … und die Wellen erst!

Bleibt zu ergänzen, dass die Künstlerin, die hier arbeitet, nicht nur sauber und schick lackierte Fingernägel besitzt (offenbar seit Hp1-Zeiten eine Art Qualitätsmerkmal für guten Modellbau?), sondern zumindest am Beginn ein mir sympatisches Katzen-Sweatshirt trägt! Paaasst!

Gießerei „Hagen&Hagen“ (14) – Sommerhitze an der Schleppbahn

Während draußen die erste Hitzewelle des Sommers (so sagt zumindest der Wetterbericht im Radio) Anlauf nimmt, kommt hier mal wieder ein kleines Lebenszeichen … „Wasserstandsmeldung“ möchte ich derzeit nicht schreiben, weil mir das allabendliche Gießen des Gartens langsam auf den Geist geht …

Gut, im Sommer locken andere Beschäftigungen, so dass in der Regel immer wenig an der Modellbahn gebastelt wird in dieser Zeit, aber an der Schleppbahn sind es im Moment eher auch die kleinen Schritte, die hier großartige, neue Beiträge verhindern, als z.B. die Schreie des Gartens nach Aufmerksamkeit.

Wenn man keinen ganz genauen Plan macht, sondern nur „Bilder im Kopf“ hat, dann muss man halt beim Weiterbau erst einmal Ausprobieren, Schauen, nochmal Probieren, … lauter solche Dinge eben, die man tun sollte, ehe man größere Baustellen angeht. In diesem Fall gibt es sogar ein paar Zeichnungen und Skizzen, aber ehe ich mit der Gießerei so richtig loslege, gehört noch einiges geklärt … und das passiert halt hin und wieder, so wie gerade jetzt.

Ein großes Thema seit einiger Zeit ist die Überlegung, wie eigentlich die nötigen Rohstoffe von der Bahn (um die geht es natürlich hier hauptsächlich) in die Gießerei zu den richtigen Stellen kommen. Hatte ich erst Überlegungen von separaten Kränen oder sogar Kranbahnen für Koks und Masseln, habe ich die nach etwas Nachdenken wieder sein lassen … nein, sooo groß ist die Gießerei „Hagen&Hagen“ ja nun auch nicht. Und da es eine Kranbahn zur Verladung größerer Fertigprodukte geben soll, wären noch mehr Kranbahnen und Kräne dann irgendwie nicht mehr glaubhaft auf dem Stück „Hof“, den man von der Gießerei auf dem Modul darstellen kann … aber irgendwie muss das Zeug ja „ausgeladen“ werden, per Hand geht das wohl kaum – dazu ist die Gießerei dann wieder eine Nummer zu groß.

Speziell überlegte ich schon lange, wie ich das Entladen der Masseln darstellen könnte … klar, hier kamen in der Realität Elektromagnete zum Einsatz … aber wie bastelt man sowas überzeugend in 1:87? Die Antwort gab hier der 3D-Druck … genauer: Beim Stöbern im Marktplatz von Shapeways fand ich durch Zufall (ab und zu schaue ich mit den Suchbegriffen „H0“ und „1:87“, was es alles außer ständig neuen, diversen Panzern&Co so an Neuigkeiten gibt … was man eben brauchen könnte) zwei Elektromagnete genau für diesen Zweck … also einen passenden bestellt. Hurra!

Bild 1: Kettenfädelspaß

Am Magneten waren vier „Aufhängungen“ schon mitgedruckt … die sind allerdings so zierlich und etwas spröde, dass sie bei den Einfädelversuchen gleich aufgegeben haben. Ich nicht … und so habe ich mit dünnem Draht Ösen durch feine Ketten (Roco Minitanks) gezogen, am Magneten an genau den vier Stellen, an denen vorher eine „Aufhängung“ gedruckt war, ein Loch gebohrt und die Ösen eingeklebt. Sieht – wie man in Bild 1 sehen kann – nicht ganz so schlimm aus, wie man befürchten könnte. Aber es hält jedenfalls!

Den 3D-Druck hatte ich vorher vorsichtig mit etwas Spülmittel gewaschen und dann mit der Spraydose in einem hellen Grau grundiert. Dann kamen die üblichen Farben (teilweise als „Wash“, teilweise als „Drybrush“) und Pigmente an Magnet und Ketten … so sieht es dann gleich noch etwas netter aus …

Bild 2 zeigt dann auch (wenn auch in einigen – hier aber noch nicht so spannenden – Bereichen etwas unscharf) den späteren „Hofhund“ der Gießerei mit dem Magneten am Haken. Wechselweise kann der Fuchs Bagger dann einen Greifer für das Entladen von etwa Koks an den Haken nehmen. Ist der Magnet dran, liegt der Greifer halt greifbar an der Seite …

Bild 2: Mal „angetüddert“ am Baggerseil …

Am Fuchs Bagger selber ist noch nichts passiert, außer dass der Schrottgreifer, mit dem er ab Werk kommt, abgeschnitten wurde und aus einem kleinen Stück Draht ein provisorischer Haken gebogen wurde. Einfach, um zu gucken, wie das Ganze nun aussieht … speziell muss natürlich noch eine Lösung gefunden werden, wie der Elektromagnet zu seinem Strom kommt.

Der Fuchs Bagger ist übrigens von MO-Miniatur. Nicht ganz so günstig wie die Version von Kibri, aber mit dem Gitterausleger m.E. genau passend für seinen zukünftigen Job bei der Gießerei und dann und wann bei eBay doch zu einem vernünftigen Preis zu bekommen. Oder man bekommt ihn zum Geburtstag …

Gut, das war in Sachen Gießerei und deren Weiterbau eher eine Nebenbeschäftigung. Wesentlich spannender ist für die Planung nun, dass eigentlich irgendwo auch ein Schornstein bzw. Schlot stehen soll. Auf dem Modul sieht man ja nur einen Teil der Gießerei … die Modulkanten „schneiden“ ja immer ratz-fatz ein Stück Landschaft – oder hier: Fabrik – aus. Klarerweise muss man an dem Teil der Gießerei, der hier mit dem Anschlussgleis dargestellt wird, im Wesentlichen das Empfangen von Rohstoffen und das Verladen von Fertigprodukten darstellen (schrieb ich ja oben schon prinzipiell). Neben das Gleis die Verwaltung und Kantine zu bauen, macht ja nun keinen Sinn …

Aaaber: Wenn man eine Fabrik im Modell auf sein Modul baut, dann möchte man ja im Allgemeinen auch einen Schlot sehen … irgendwie Markenzeichen, Orientierungspunkt usw. im Zusammenhang mit Fabriken. Vor vielen, vielen Jahren gab es da in H0 noch nicht ganz sooo viel Auswahl, noch dazu wie viele Modellbauwerke eher etwas verniedlicht. Heutzutage gibt es glücklicherweise deutlich mehr Auswahl in ordentlichen Abmessungen. Das heißt aber auch, dass man ein wenig Ausprobieren und Herumschauen muss … Welcher Schlot passt wohin?

Im Wesentlichen hatte ich hier je einen Schlot von Artitec und Auhagen (Baukastensystem) – beide etwa gleich hoch – sowie einen, den Joswood einmal im Programm hatte (Resinguss), deutlich höher, wie man im Vergleich in Bild 3 sieht.


Bild 3: Die Qual der Wahl …

Auch wenn natürlich jeder „den Längsten“ haben möchte … letztlich habe ich nach diversen Meinungen in Foren, Webseiten und Fotos einfach mal beide Schlote (Joswood und Artitec) aufgestellt (in Bild 3 habe ich versucht, die zwei Fotos von in etwa dem gleichen Standort zu machen) … ich bin ein optischer Mensch. Und so fiel jetzt die Wahl auf den Schlot von Artitec …

Zu diesem noch ein paar Worte: Mit nur wenig Versäubern (ich hatte mit Schlimmerem gerechnet) lassen sich die diversen Resinteile fast wie die Kunststoffklötze aus Dänemark zusammenstecken. Sauber gemacht, Artitec!

Bild 3 zeigt auch, dass inzwischen auch an dieser Seite eine Mauer das Gelände der Gießerei begrenzt. Die zwei Pappeln habe ich schon vor langer Zeit gebaut und jetzt zum Größenvergleich (eigentlich Höhenvergleich) mal an den Platz gestellt, für den sie auch gedacht sind.

Es kommt darauf an, was man daraus macht!

Genau! Das war … oder ist … der Werbeslogan für: Beton!

Und ganz getreu diesem Slogan zeigt uns Doug von der Firma Fos Scale Models in diesem Video, wie man recht einfach eine überzeugende Betonwand im Maßstab H0 gestalten kann.

Ausprobiert habe ich es noch nicht, aber das kommt sicher noch!